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Kratzen, kühlen oder erhitzen: Was hilft wirklich bei Mückenstichen?

Mückenstiche lassen ein unangenehmes Souvenir zurück: Juckreiz. Du weisst, Kratzen macht es meist schlimmer. Aber was hilft stattdessen?

Jeden Sommer das Gleiche: Du liegst im Bett, hörst schon das nervige Summen im Dunkeln und ein paar Minuten später kriegst du die Folgen zu spüren. Während du versuchst, dem Drang zu kratzen nicht nachzugeben, fragst du dich: 

Warum jucken Mückenstiche überhaupt so sehr?

Wenn Mücken zustechen, geben sie Speichel in die Haut ab. Das sorgt dafür, dass unser Blut flüssig bleibt. Allerdings sieht unser Immunsystem den Speichel als Bedrohung und schüttet Histamin aus. Als Folge weiten sich die Gefässe, die Haut rötet sich, der Stich schwillt an und beginnt zu jucken.

Übrigens stechen nur weibliche Mücken, da sie Eiweissstoffe aus unserem Blut für die Produktion ihrer Eier brauchen. Das als kleiner Fun Fact am Rande. Nur hilft dir dieses Wissen nachts um halb zwei wenig, wenn es wieder einmal deine ganze Beherrschung braucht, nicht zu kratzen. Kommen wir also zu den handfesten Tipps. 

Was hilft gegen den Juckreiz?

Zuallererst: Kratzen bringt zwar kurz Linderung, meist kommt das Jucken aber schnell zurück und ist oft sogar stärker als vorher. Ausserdem kann ein aufgekratzter Mückenstich zur Eintrittspforte für Krankheitserreger werden und sich entzünden. Wird die Stelle stark rot, heiss, schmerzhaft oder bildet sich Eiter, solltest du sie medizinisch abklären lassen.

Was du sofort tun kannst: Kühlen

Was hingegen immer geht, ist den Stich zu kühlen. Durch die Kälte ziehen sich die Blutgefässe zusammen, die Durchblutung verlangsamt sich und die Nerven leiten den Juckreiz langsamer weiter. Du kannst zu kühlenden Salben oder Gels greifen – am besten direkt aus dem Kühlschrank für den Extra-Frischekick, oder auf einfache Hausmittel wie Eiswürfel, einen feuchten Lappen oder ein Coolpack setzen. 

Was aus der Apotheke hilft: Antihistaminika

Antihistaminika wie zum Beispiel Fenistil wirken dem Histamin entgegen, das der Körper bei einem Mückenstich ausschüttet. So können sie den Juckreiz lindern und die Haut beruhigen. Erhältlich sind sie als Salben, Gels oder Cremes in der Apotheke.

Was technisch gegen Juckreiz hilft: Hitzestift

Immer beliebter werden Hitzestifte, auch Insektenstichheiler genannt. Mittlerweile gibt es sogar Aufsätze fürs Handy. Die Spitze des Stifts erhitzt sich und wird für ein paar Sekunden auf den Mückenstich gehalten. Dadurch sollen Reizstoffe aus dem Speichel der Mücke zerfallen und das Jucken nachlassen.

Ob das wirklich funktioniert, hat sich ein Forschungsteam genauer angeschaut. Eine Studie mit 1'750 Personen und über 12'000 behandelten Insektenstichen zeigte, dass sich der Juckreiz mit dem Hitzestift fünf bis zehn Minuten nach der Anwendung um 81 Prozent reduzierte. Ganz ohne kleines Aber kommt die Sache allerdings nicht aus: Die Studie wurde im Auftrag eines Herstellers umgesetzt.

Was vor allem schützt: Mückenstich-Pflaster

Neben Kälte und Hitze gibt es auch eine ganz einfache Strategie: abdecken. Mückenstich-Pflaster pflegen die Einstichstelle und halten dich vor allem vom Kratzen ab. Das kann besonders bei Kindern hilfreich sein, die dem Kratzdrang oft schneller nachgeben als Erwachsene. Manche Pflaster versprechen ausserdem, den Juckreiz zu unterbinden, indem sie die oberste Hautschicht leicht anheben. 

Was Hausmittel können

Wer lieber auf Hausmittel setzt, schnappt sich eine Zwiebel und halbiert sie. Ihr Saft kann leicht antiallergisch und antibakteriell wirken. Ein ähnlicher Effekt wird auch Zitrone und Ingwer zugeschrieben.

Aloe Vera hilft vor allem durch ihre kühlenden Eigenschaften und spendet Feuchtigkeit. Auch Essig kann das Jucken lindern. Eine Essigkompresse riecht zwar etwas streng, bringt aber kühlende Linderung und kann zusätzlich desinfizierend wirken. 

Was noch besser hilft: gar nicht erst gestochen werden

Noch besser als den Juckreiz zu behandeln, ist natürlich, es gar nicht so weit kommen zu lassen. Heimische Mückenarten sind in der Schweiz zwar meist harmlos, unangenehm sind ihre Stiche trotzdem.

Zuhause helfen ein paar einfache Vorkehrungen gegen das nächtliche Surren: Insektengitter vor dem Fenster, Moskitonetze über dem Bett oder ein Ventilator im Zimmer, denn Mücken mögen Zugluft nicht besonders.

Draussen schützt lange, helle Kleidung. Zusätzlich können Insektenschutz-Sprays helfen. Mittel mit DEET schützen besonders lange, können aber Augen und Schleimhäute reizen. Für Babys, Kleinkinder sowie schwangere und stillende Frauen sind Produkte mit Icaridin oft die bessere Wahl.

Für Balkon, Terrasse oder Campingplatz gibt es ausserdem Dampfgeräte, die Mücken fernhalten sollen. Sie wirken mit verdampften Wirkstoffen, können bei empfindlichen Menschen aber Beschwerden auslösen. Sanfter sind Citronella-Duftkerzen, die nicht nur für ein angenehmes Ambiente sorgen, sondern auch Mücken fernhalten sollen.

Wenn es wieder summt

Ganz verhindern lassen sich Mückenstiche nicht immer. Aber wenn es passiert, musst du dem Juckreiz nicht hilflos ausgeliefert sein. Solltest du nachts also wieder ein feines Summen hören, dann bist du zumindest vorbereitet. 

Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

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