
Fliegengitter: die beste Erfindung nach der Klimaanlage
Es gibt Menschen, die Fliegengitter rechtzeitig montieren. Und dann gibt es den Rest von uns. Diejenigen, die jedes Jahr denken: «Ach, so schlimm wird es schon nicht.» Bis zur ersten richtig warmen Sommernacht.
Man liegt glücklich im Bett. Das Fenster ist weit offen, endlich zieht ein angenehmer Luftzug durchs Zimmer und man denkt: Genau deshalb liebe ich den Sommer. Und dann hört man es.
Bssssssssss.
Falls du dieses Geräusch gerade automatisch in deinem Kopf gehört hast: Es tut mir leid. Ab diesem Moment gibt es kein Zurück mehr. Man schaltet das Licht ein, sucht mit dem Handy nach der Mücke an der Zimmerdecke, klatscht fünfmal daneben, findet sie nicht mehr und liegt anschliessend mit einem offenen Auge im Bett. Irgendwo ist sie noch. Am nächsten Morgen hat sie gewonnen.
Der Sommer hat nur einen Haken
Ich liebe den Sommer. Ich liebe lange Abende auf der Terrasse, Sonnenuntergänge, den See und dass man morgens schon mit Vogelgezwitscher aufwacht. Was ich allerdings nicht liebe: alles, was fliegt und ungefragt meine Wohnung als Ferienunterkunft betrachtet.
Mücken sind dabei nur die bekanntesten Gäste. Je nach Wohnort verirren sich auch Fliegen, Motten, Wespen oder sogar Spinnen ins Haus. Besonders dann, wenn man genau das macht, was man an nach heissen Tagen machen sollte: die Fenster öffnen.
Die Alternative wäre natürlich, alles geschlossen zu lassen. Aber wer schon einmal versucht hat, bei gefühlten 32 Grad im Schlafzimmer einzuschlafen, weiss: Das ist ungefähr so entspannend wie eine Sauna mit Bettdecke.
Warum finden Mücken eigentlich immer mich?
Hand aufs Herz: Manchmal fühlt es sich an, als hätten Mücken eine persönliche Vendetta gegen einen. Während die Person neben dir friedlich schläft, wachst du am nächsten Morgen mit fünf neuen Stichen auf und fragst dich, womit du das verdient hast.
Die Antwort ist überraschend unspektakulär. Mücken werden unter anderem vom Kohlendioxid angezogen, das wir ausatmen. Dazu kommen Körperwärme und bestimmte Duftstoffe auf der Haut. Manche Menschen wirken deshalb auf Mücken schlicht attraktiver als andere – und nein, dagegen kannst du leider herzlich wenig tun.
Ein offenes Fenster ist für die kleinen Blutsauger deshalb wie eine offene Haustür mit leuchtendem Willkommensschild. Hier mehr zum Thema.
Ich hätte früher auf alle hören sollen
Ich kann gar nicht mehr zählen, wie oft mir jemand gesagt hat: «Montier doch einfach ein Fliegengitter.» Meine Antwort war meistens irgendetwas zwischen «Ja, irgendwann» und «Ach, das geht auch ohne.»
Jeden Sommer wiederholte sich dasselbe Ritual. Erst kamen die ersten Mückenstiche, dann die nächtlichen Suchaktionen mit der Handy-Taschenlampe und schliesslich die Frage, warum ich mir das eigentlich jedes Jahr freiwillig antat. Dieses Jahr habe ich es endlich getan. Ich habe ein Fliegengitter montiert. Und ich frage mich ernsthaft, warum ich damit so lange gewartet habe.
So simpel und trotzdem genial
Manchmal sind die besten Erfindungen überraschend einfach. Ein Fliegengitter macht nichts Spektakuläres. Es blinkt nicht, braucht keinen Akku und verbindet sich auch nicht mit einer App. Es lässt einfach frische Luft hinein und hält gleichzeitig die meisten ungebetenen Besucher draussen. Mehr muss es eigentlich gar nicht können.
Gerade in heissen Sommernächten ist das Gold wert. Endlich kann das Fenster offen bleiben, ohne dass man sich fragt, welche Insekten ebenfalls beschlossen haben, den Abend im Schlafzimmer zu verbringen.
Nicht nur Mücken profitieren vom Sommer
Wer beim Wort Fliegengitter nur an Fliegen denkt , unterschätzt seine Wirkung.
Je nach Maschengrösse bleiben auch Mücken, Motten, grössere Käfer und viele andere Insekten draussen. Besonders praktisch ist das in der Küche, wenn Obst auf dem Tisch liegt oder man nach dem Kochen lüften möchte, ohne gleich sämtliche fliegenden Nachbarn einzuladen.
Und dann wären da noch die Spinnen.
Die gute Nachricht: Ein feinmaschiges Fliegengitter erschwert auch vielen Spinnen den Weg in die Wohnung. Natürlich kann keine Lösung garantieren, dass nie wieder eine Spinne auftaucht. Tiere, die bereits im Haus sind oder winzige Jungspinnen, können trotzdem vorkommen.
Aber die Wahrscheinlichkeit, dass plötzlich ein grosser, achtbeiniger Überraschungsgast durchs offene Fenster spaziert, wird deutlich kleiner. Und das allein sorgt bei manchen Menschen schon für ruhigeren Schlaf (bei mir definitiv).
Fliegengitter sind längst keine Bastellösung mehr
Wer jetzt an wackelige Netze mit Klebeband denkt, darf dieses Bild ruhig wieder vergessen.
Heute gibt es Fliegengitter für fast jede Wohnsituation. Ob Fenster, Dachfenster oder Balkontüren – viele Modelle lassen sich ohne Bohren montieren und bei Bedarf genauso einfach wieder entfernen. Es gibt Spannrahmen, Rollos oder Schiebelösungen, die sich unauffällig in den Alltag integrieren und kaum auffallen.
Bye bye, Bssssss...
Die beste Investition, von der niemand spricht
Man gibt problemlos Geld für neue Gartenmöbel aus. Für den Ventilator mit zwölf Geschwindigkeitsstufen. Oder für Duftkerzen, die nach italienischer Zitronenküste riechen. Aber ein Fliegengitter? Das schiebt man irgendwie immer auf. Bis man eines montiert hat.
Seitdem frage ich mich jeden Abend, warum ich jahrelang lieber mit einer zusammengerollten Zeitschrift durchs Schlafzimmer gerannt bin, anstatt dieses Problem einfach zu lösen. Manchmal sind es eben nicht die grossen technischen Innovationen, die den Alltag verändern. Manchmal reicht ein feinmaschiges Netz zwischen draussen und drinnen. Für mich gehört das Fliegengitter deshalb klar auf die Liste der besten Sommer-Erfindungen. Direkt nach der Klimaanlage.
Alles gegen die Krabbel-Gang
Quelle Titelbild: Unsplash | Getty Images
Marketing Manager Editorial Content
Beauty, Trends und kreative Inhalte haben mich schon immer begeistert – früher mit dem Traum, irgendwann mal Prinzessin zu werden, heute mit der Leidenschaft für Texte, die sich jung, spannend und nicht nach Standard anfühlen. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf TikTok im nächsten Trend-Rabbit-Hole verschwinde, findet man mich wahrscheinlich im Gym, irgendwo am See in der Sonne oder gedanklich schon auf der nächsten Reise. Und sobald ich am Meer bin, verliere ich sowieso komplett jedes Zeitgefühl.
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