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So vertreibst du Wespen, ohne sie zu töten

21.08.2025

Sommer, Sonne, Grillduft – und plötzlich surren Wespen neben dem Teller. Für viele sind sie die ungebetenen Gäste dieser Jahreszeit. Doch statt sofort zur Fliegenklatsche zu greifen, lohnt es sich, genauer hinzuschauen. Denn Wespen sind nicht nur nervige Plagegeister, sondern auch unverzichtbare Helfer im Ökosystem. Erfahre, wie du sie vertreiben kannst, ohne sie zu töten.

Warum Wespen wichtig sind

Auch wenn sie uns manchmal aus der Ruhe bringen, leisten Wespen wertvolle Arbeit. Sie jagen Schädlinge wie Fliegen, Mücken oder Blattläuse und tragen so dazu bei, dass Pflanzen gesund bleiben. Ohne Wespen müssten wir deutlich öfter zu Pestiziden greifen. Kurz gesagt: Sie sind kleine, geflügelte Schädlingsbekämpfer. 

Sanfte Methoden, um Wespen fernzuhalten

Anstatt hektisch herumzufuchteln oder chemische Sprays einzusetzen, reicht oft ein simpler Trick: ein Sprühstoss Wasser aus der Sprühflasche. Für die Wespen fühlt sich das wie Regen an, und schon suchen sie das Weite. 

Genauso wichtig ist es, Ruhe zu bewahren. Wespen stechen nämlich nur, wenn sie sich bedroht fühlen. Wildes Herumwedeln, abruptes Zuschlagen oder das Anpusten mit Atemluft macht sie nervös und aggressiv.

Praktische Tipps für den Alltag

  • Getränke und Speisen abdecken: Süsse Düfte wirken auf Wespen unwiderstehlich. 
  • Mit Strohhalm trinken: So können Wespen nicht unbemerkt in Flaschen oder Gläser kriechen. 
  • Helle Kleidung wählen: Dunkle Töne und bunte Muster ziehen Wespen stärker an. 
  • Auf Düfte achten: Parfüm, intensiv riechende Cremes oder Haarsprays locken Wespen zusätzlich an. 
  • Nicht barfuss durchs Gras gehen: Am Boden werden Wespen leicht übersehen – Stichgefahr! 
  • Fenster mit Insektengittern schützen: So bleibt die Wohnung wespensicher. 
  • Ablenkung schaffen: Eine Schale mit überreifen Früchten in etwas Entfernung zum Tisch hält Wespen zuverlässig beschäftigt. 
  • Rauch nutzen: Wespen meiden Rauch. Wer keine Räucherstäbchen hat, kann Kaffeepulver auf einem feuerfesten Teller verglimmen lassen. Achtung: Geruch und Rauch können auch für Menschen unangenehm sein. Als Alternative eignet sich die VapoWesp Räucherbox: Sie vertreibt Wespen mit aromatisiertem Kräuterrauch und hinterlässt dabei einen angenehmen Duft, ganz ohne Giftstoffe oder lästige Nebenwirkungen. 

Mythen und Irrtümer

Viele angebliche Wespentricks sind wirkungslos. Duftkerzen, Kupfermünzen, mit Nelken gespickte Orangen oder Attrappen von Wespennestern bringen nur wenig. Auch Fallen mit süssem Lockstoff sind keine Lösung, da sie die Tiere unnötig töten und oft noch mehr Wespen anlocken. 

Warum sind gerade jetzt so viele Wespen unterwegs?

Wespen wirken im August und September besonders aufdringlich. In dieser Zeit erreichen ihre Völker die grösste Ausdehnung, sodass zahlreiche Arbeiterinnen gleichzeitig auf Nahrungssuche sind und vermehrt in unserer Nähe auftauchen. Gleichzeitig verändert sich ihr Speiseplan: Während die Larven im Frühsommer mit Eiweiss versorgt wurden und den erwachsenen Wespen im Gegenzug eine zuckerhaltige Flüssigkeit lieferten, entfällt diese Quelle mit dem Ende der Brutzeit. Um ihren Energiebedarf zu decken, suchen die Tiere nun verstärkt nach anderen Zuckerquellen, also genau das, was auf unseren Tellern liegt. 

Auch das Wetter spielt eine Rolle: Nach einem warmen Frühling und trockenen Sommer sind mehr Wespen unterwegs. Erst mit den kälteren Tagen ziehen sie sich zurück – bis im nächsten Jahr neue Königinnen ihr Nest bauen.

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Im Spätsommer fliegen Wespen besonders häufig auf zuckerhaltige Speisen, denn jetzt steht Zucker statt Eiweiss auf ihrem Speiseplan. Quelle: Adobe Stock | 16658656


Respektvoller Umgang mit Nestern

Entdeckst du ein Wespennest am Haus oder im Garten, heisst es: Abstand halten. Solange es nicht gestört wird, verhalten sich die Tiere in der Regel friedlich. Kommt es dennoch zu Problemen, solltest du Fachleute hinzuziehen – eigenmächtiges Herumstochern kann gefährlich werden und ist unbedingt zu vermeiden.

Fazit

Wespen gehören zum Spätsommer einfach dazu. Ihr Verhalten mag aufdringlich wirken, ist jedoch Teil ihres natürlichen Lebenszyklus. Wer die Zusammenhänge kennt, versteht besser, warum die Tiere gerade jetzt so aktiv sind. Mit etwas Rücksicht und einfachen Massnahmen lassen sie sich gut auf Abstand halten, und wir können die warmen Tage weiterhin entspannt geniessen. 


Quelle Titelbild: Unsplash | Олександр К

Selin Emek

Marketing Manager Editorial Content

Mit einer Leidenschaft für Kreativität, Reisen, Fotografie und das ständige Erweitern meines Wissens, gehe ich voller Neugier durchs Leben. Wo ich meine Kreativität ausleben kann, fühle ich mich am wohlsten. Wenn ich nicht gerade die Welt erkunde, besondere Momente festhalte oder Neues lerne, liebe ich es, die Natur zu geniessen, mich in gemütlichen Cafés zu entspannen oder meine künstlerische Ader bei meinem nächsten Acrylgemälde auszuleben.

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