
Fussball-Profi vs. Amateur – ein Training mit Meister Ethan Meichtry vom FC Thun
Kann ein leidenschaftlicher Amateurfussballer mit einem Brack Super League-Meister im Training mithalten? Ich durfte es herausfinden, und so manches Ergebnis der vier Challenges überraschte uns beim Dreh.
Die Sonne steht hoch über der Stockhorn Arena. Schon von draussen hört man das Klatschen der Bälle und die Kommandos, die durchs Stadion hallen. Die Mannschaft ist noch im Training, während wir eintreten und uns im angenehmen Schatten auf den Zuschauerrängen vorbereiten. Das Social Media-Team stellt die Kameras ein und ich wärme mich auf. Als das Mannschaftstraining und die individuellen Sessions langsam zu Ende sind, leert sich das Feld, und wir dürfen den Kunstrasen betreten, während Elmin Rastoder an der Seitenlinie und Leonardo Bertone auf der Spielerbank ein Interview geben. Die Sonne scheint, es herrscht herrliches Fussballwetter, und der Blick auf das Stockhorn macht die Szenerie komplett.
Etwas später kommt Ethan wieder aus der kühlen Kabine hinaus auf den Platz – entspannt, gut gelaunt, mit einem breiten Lächeln im Gesicht. Jeder sieht sofort: Auf dem Platz fühlt sich der Athlet zuhause. Wir plaudern, machen Witze, die Stimmung ist leicht und angenehm. Genau so, wie man sich das erhofft. Die Challenges können beginnen, und Trainer Lustrinelli, der nun ebenfalls am Spielfeldrand interviewt wird, ist nur wenige Meter von uns entfernt – mit 28 Jahren meine letzte Chance, mich dem Meistertrainer zu beweisen und vielleicht doch noch den Schritt in die Brack Super League zu schaffen.😉
Challenge Nr. 1: Crossbar-Challenge
In meiner Mannschaft bin ich für meinen «Tigerschuss» bekannt, wirklich zielen kann ich allerdings nicht. «Eifach druffrotze» – das trifft meine Stärke besser. Manchmal habe ich Glück und der Ball findet den Weg ins Tor, und manchmal fliegt er über den Zaun dahinter hinweg. Heute versuche ich, die Crossbar-Challenge mit etwas mehr Feingefühl anzugehen. Das Ziel ist es dabei, aus einer gewissen Distanz die Querlatte zu treffen. Und beim Testschuss – zu meinem Ärger noch bevor die Kamera lief – treffe ich doch tatsächlich direkt das Aluminium. Von den drei weiteren, gefilmten Versuchen, traf ich glücklicherweise noch einen weiteren und somit einen mehr als Ethan – die erste Runde geht überraschend an mich. Und das ausgerechnet bei der Challenge, bei der ich am wenigsten mit einem Sieg gerechnet hatte.
Challenge Nr. 2: Sprintduell
Obwohl ich mich gefreut habe, Ethan erneut zu treffen, muss ich zugeben: Für die Challenges gegen einen Profi hatte ich doch eher auf einen langsamen, technisch nicht so versierten Innenverteidiger gehofft als auf den schnellen, dribbelstarken Angreifer. Entsprechend wurde es etwas schwieriger, den Profi im Sprintduell zu schlagen, und trotzdem am Ende knapp. Die Social Media-Managerin urteilt: Der Sieg geht an Meichtry. Ich bin allerdings immer noch überzeugt, dass der Profi einen Tick zu früh gestartet ist.😉 Wie auch immer: Ich darf auf meine Leistung stolz sein. Meichtry ist ein schneller Spieler – wie er mir sagt, einer der schnellsten der Mannschaft. Dass Ethan zum Zeitpunkt des Trainings wenige Spiele vom Meistertitel entfernt war und wohl nicht alles daran setzte, gegen mich zu gewinnen – um sich in dieser heissen Phase nicht unnötig zu verletzen – sei einmal dahingestellt.
Challenge Nr. 3: Dribbling
Bei der nächsten Challenge mussten wir uns um elf Hütchen dribbeln, obwohl ich das Gefühl hatte, dass es bei mir mindestens 15 waren. Hier zeigte sich der Unterschied zwischen einem Brack Super League-Meister und einem Hobbyfussballer am deutlichsten. Ethans Technik ist um Welten besser. Während ich ausschliesslich mit rechts dribble und dabei das eine oder andere Hütchen versehentlich verschiebe, wirkt sein Dribbling wie aus einem Guss: kurze, schnelle Ballkontakte, Richtungswechsel ohne Tempoverlust, der Ball immer nah am Fuss. Meichtry wechselt mühelos zwischen beiden Füssen und dribbelt sich elegant durch das Hindernis. «Dribbeln ist meine Stärke», sagt er – und lässt keinen Zweifel daran.
Challenge Nr. 4: Jonglieren
Die letzte Challenge war eher ein Miteinander statt Gegeneinander. Zusammen hielten wir den Ball in der Luft, immer abwechselnd mit zwei Touches, weniger oder mehr waren nicht erlaubt. Wer einen Fehler macht, dem wird einen von drei Punkten abgezogen. In den ersten drei Runden fielen die Fehler relativ schnell. Doch danach waren wir eingespielt, und die Ballwechsel wurden deutlich länger. Als ich zwei Fehler und Ethan einen begangen hatte, folgte die vierte Runde, die beinahe endlos schien. Mein inneres Kind hat dabei richtig gestrahlt: Mit einem Profi in einem echten Stadion auf dem Rasen zusammen zu jonglieren – ein spezieller Moment. Vielleicht hat es sich dabei etwas zu sehr gefreut, sodass ich etwas zu spielerisch wurde und mir ein Fehler unterlief. Die letzte Challenge ging somit ebenfalls an Ethan und ich nahm die Niederlage zufrieden hin – diesmal ohne Ausreden.
Fazit: eine glückliche Niederlage
Wenn es um Sport geht, bin ich ehrgeizig. Ich verliere nicht gern. Selten nehme ich eine Niederlage lächelnd hin. Doch an diesem Donnerstagnachmittag war ich trotzdem sehr gut gelaunt. Nicht nur, weil das Ergebnis besser als erwartet war, sondern weil es einfach richtig Spass gemacht hat.
Und es gibt halt schon einen Grund, warum Ethan die Brack Super League gewinnt und ich in der 3. Liga gegen den Abstieg spiele. Für einen Moment fühlte sich dieser Abstand aber überraschend klein an.
Danke für dieses Erlebnis, Ethan und danke an den FC Thun und seine freundlichen Mitarbeitenden! Und einmal mehr: Herzliche Gratulation zum spektakulären Meistertitel!
Alle Bilder in diesem Beitrag: Brack.Alltron
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Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.
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