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​​Die Gastgeberländer der WM 2026 im Porträt​

Was Mexiko, Kanada und die USA bisher für Erfolge verzeichnen konnten und was Mexikos Torwart mit Messi und Ronaldo gemeinsam hat: Ein Blick auf Geschichte, Rekorde und Hoffnungen der drei Gastgeberländer.

Zum ersten Mal in der Geschichte der Weltmeisterschaft wird das Turnier in drei Ländern gleichzeitig ausgetragen. In 16 Stadien in Mexiko, Kanada und den USA werden die Spiele stattfinden. Der Grund dafür ist unter anderem das grössere Teilnehmerfeld: statt wie bisher 32 nehmen dieses Jahr 48 Teams an der Endrunde teil. Bisher spielte man immer nur in einem Land, mit Ausnahme der WM 2002, die in Japan und Südkorea ausgetragen wurde. Damals gewann Brasilien mit Spielern wie Ronaldo, Rivaldo und Ronaldinho den fünften und bisher letzten Titel. 

Während Mexiko als erstes Land bereits zum dritten Mal Gastgeber ist, schreibt auch Kanada Geschichte: Das Land steht zum ersten Mal als Austragungsort fest. Die USA begrüssen nach 1994 zum zweiten Mal die besten Fussballnationen der Welt. Die Verteilung ist allerdings nicht ganz ausgeglichen: In den USA finden mit elf Stadien die meisten Spiele statt, in Mexiko sind es drei und in Kanada zwei Stadien. 

Wer sich an der WM in Nordamerika durchsetzen wird, bleibt abzuwarten. Ich habe mich gefragt, welche internationalen Erfolge die Gastgeberländer bisher selbst verbucht haben. Ein kurzer Rückblick zeigt, wie sich Mexiko, Kanada und die USA bisher auf internationaler Bühne geschlagen haben. 

Mexiko: der regionale Rekordsieger 

Erfolge bei Weltmeisterschaften 

Von den drei Gastgeberländern ist Mexiko das erfolgreichste: Das kommende Turnier wird bereits die 18. WM sein, an der das Land teilnimmt. Dabei schafften die Mexikaner bereits mehrere Male den Einzug in die K.O.-Runde. Zwischen 1994 und 2018 schied Mexiko stets Mal im Achtelfinale aus. Diesen Fluch «brachen» sie 2022 in Katar – aber nicht auf die schöne Weise: Sie mussten sich bereits nach der Gruppenphase verabschieden. Gegen Argentinien, Polen und Saudi-Arabien konnten sie sich nicht durchsetzen. Der bisher grösste WM-Erfolg war das Erreichen des Viertelfinals, was ihnen zweimal gelang (1970 und 1986). Beide Male waren sie ebenfalls das Gastgeberland – ein gutes Omen. 

Dominanz in der Region 

Obwohl es an der WM noch nicht für den ganz grossen Coup gereicht hat, ist die Tricolor in der Region die dominierende Kraft: Den CONCACAF Gold Cup – die Kontinentalmeistserschaft für die Nationalmannschaften aus Nord- und Mittelamerika sowie der Karibik – konnten sie bereit 13-mal gewinnen (ohne den Vorgänger «CONCACAF Championship» 10-mal). Damit ist Mexiko klarer Rekordsieger. 

WM-Legende Ochoa – auf Rekordjagd mit Messi und Ronaldo 

Wer «Mexiko» und «WM» in einem Satz hört, der denkt unweigerlich an Torwart-Ikone Guillermo Ochoa. Der Torwart, der aktuell bei AEL Limassol zwischen den Pfosten steht, gilt als WM-Phänomen: Man hört Jahre lang nichts von ihm, und plötzlich taucht er an der WM wieder auf und glänzt mit herausragenden Paraden, mit denen er seine Gegner zur Verzweiflung bringt, bevor er dann wieder für vier Jahre abtaucht. Diesen Sommer könnte er, genau wie Messi und Ronaldo, zum sechsten Mal an einer Weltmeisterschaft teilnehmen. Bisher hat das noch kein Spieler geschafft. Ochoas Einsatz ist allerdings noch fraglich. Da sich Stammtorwart Luis Ángel Malagón im März einen Achillessehnenriss zugezogen hat, stehen die Chancen für Ochoa aber gut, ins WM-Aufgebot zu rücken.

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Bisherige WM-Teilnahmen 17
Bestes Resultat an einer WM Viertelfinal (1970, 1986)
Trainer Javier Aguirre

Kanada: der Aufsteiger 

Ernüchternde Turnier-Bilanz – mit Aufwärtstrend 

Die Kanadier nehmen dieses Jahr erst zum dritten Mal an einer WM teil. Über die Gruppenhase kamen sie bisher noch nicht raus. Doch die Kanadier sind hungrig und die Formkurve der letzten Jahre zeigt eher nach oben. Standen sie vor zehn Jahren noch auf Platz 117 (Stand Ende 2016) der FIFA-Weltrangliste, so stehen sie heute (Stand Mai 2026) auf dem 30. Platz.

Als Gastgeber mussten sie sich nicht über die Qualifikationsrunde qualifizieren. Für die WM 2022 jedoch legten sie eine starke Quali hin: In der achtköpfigen Gruppe wurden sie damals überraschend erster, bevor sie in der Gruppenphase alle Spiele verloren und ausschieden. 

Auch regional zählen die Kanadier nicht zu den Schwergewichten. Sie gewannen den Gold-Cup zweimal (ohne Vorgänger «CONCACAF Championship» einmal). Dennoch zeigt der Aufwärtstrend der letzten Jahre, dass Kanada auch auf kontinentaler Ebene zunehmend konkurrenzfähig wird. 

Kanadas Eckpfeiler 

Als Hoffnungsträger Kanadas gilt seit Jahren Alphonso Davies, der linke Aussenverteidiger des FC Bayern München. Allerdings wurde seine Karriere immer wieder von Verletzungen gebremst, die ihn zu längeren Pausen zwangen. 

Auch Angreifer Jonathan David, der seit letztem Jahr für Juventus Turin spielt und bereits mit Vereinen wie dem FC Barcelona in Verbindung gebracht wurde, hat sich international einen Namen gemacht. Für OSC Lille, wo er von 2020 bis 2025 spielte, erzielte er in 231 Spielen 109 Tore. Für Kanada traf er in 73 Spielen 37-mal – im Schnitt also fast in jedem zweiten Spiel. Auf ihn werden die Schweizer Verteidiger ein besonderes Auge haben müssen. 

Vielleicht wird man schon bald nicht mehr nur an die Eishockeymannschaft denken, wenn «Kanada» und «Sport» im selben Atemzug genannt werden. Dennoch wollen wir hoffen, dass sie sich in der Gruppenphase gegen die Schweiz nicht behaupten können. 😉

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Bisherige WM-Teilnahmen 2
Bestes Resultat an einer WM Gruppenphase (1986, 2022)
Trainer Jesse Marsch

USA: wechselhafte Leistungen und eine historische Platzierung 

Vielversprechender Start mit anschliessender Talfahrt 

Bei der ersten Weltmeisterschaft 1930 in Uruguay legten die USA einen erfolgreichen Auftakt hin: Bis ins Halbfinale drangen sie vor, wo sie schliesslich Argentinien unterlagen. Die Hoffnung der Fans verblasste allerdings schnell wieder: Bei der WM 1934 schieden sie früh aus, und in den folgenden Jahren qualifizierten sie sich – mit Ausnahme der WM 1950 – erst wieder 1990 für eine Endrunde. Seither nahmen die USA regelmässig an Weltmeisterschaften teil. 

Regionale Erfolge 

Auf kontinentaler Ebene konnten sich die USA bereits mehrfach durchsetzen. Sie gewannen den Gold Cup neunmal (ohne Vorgänger «CONCACAF Championship» siebenmal) und liegen damit hinter Mexiko auf Platz zwei der Rekordliste. 

Erfolgsversprechender Trainer und Schlüsselspieler 

Seit 2024 steht mit Mauricio Pochettino ein bekanntes Gesicht an der Seitenlinie der USMNT. Der Argentinier trainierte bereits Topklubs wie Paris Saint-Germain, Chelsea und Tottenham. Mit den Spurs erreichte er das Finale der Champions League 2018/19 und Platz 2 der Premier League in der Saison 2016/17 – nun soll er die US-Nationalmannschaft zum internationalen Erfolg führen. 

Hoffnungsträger bei den USA ist Christian Pulisic, der aktuell bei der AC Milan unter Vertrag steht. Zuvor spielte er für Chelsea, wo er 2021 die Champions League gewann, und Borussia Dortmund. Eine weitere Grösse im Kader der USA ist Weston McKennie. Der Mittelfeldspieler läuft seit 2022 für Juventus Turin auf.

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Bisherige WM-Teilnahmen 11
Bestes Resultat an einer WM Halbfinale (1930)
Trainer Mauricio Pochettino

Die WM 2026 verspricht packende Spiele, aufstrebende Talente und unvergessliche Momente. Wer wird sich am Ende durchsetzen? 
Schreibt uns in die Kommentare, wer eurer Meinung nach den Titel holen wird.

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

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