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​​4 unvergessliche Momente der Schweizer Nati​

Bald dürfen wir wieder mitfiebern, wenn unsere Nati in Nordamerika Geschichte schreiben will. Bevor neue Erinnerungen entstehen, blicken wir auf die schönsten Nati-Momente der letzten 20 Jahre zurück.

Die Nati hat uns zahlreiche unvergessliche Momente geschenkt. In den vergangenen zwei Jahrzehnten stechen für mich vier besonders raus: 

4) Heimspiel in Dortmund gegen Togo, WM 2006  

Der Signal Iduna Park ist in der Regel gelb-schwarz. Doch am 19. Juni 2006 verwandelte sich die «gelbe Wand» in ein rot-weisses Fahnenmeer. Zehntausende Schweizer Fans waren nach Deutschland gereist und sorgten für eine unglaubliche Atmosphäre im grössten Fussballstadion des Landes. 

Die Schweiz siegte souverän mit 2:0. Das erste Tor erzielte Alex Frei, das zweite – aufgelegt vom heutigen Thun-Meistertrainer Mauro Lustrinelli – schoss Tranquillo Barnetta. Ein Abend, der sowohl den Spielern als auch den Fans für immer in Erinnerung bleiben wird. 

3) Die Schweiz besiegt den späteren Weltmeister Spanien, WM 2010 

Am ersten Spieltag der Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika wartete mit Spanien der amtierende Europameister und grosse Titelfavorit. Die Schweiz ging als klarer Underdog in die Partie – wusste aber mit einer kämpferischen und disziplinierten Leistung zu überzeugen. Torhüter Diego Benaglio hielt seine Mannschaft mit mehreren Paraden im Spiel. In der 52. Minute gelang die Sensation: Nach einem chaotischen Durcheinander im Strafraum brachte Gelson Fernandes den Ball über die Linie zum 1:0. Die Mannschaft von Ottmar Hitzfeld verteidigte anschliessend leidenschaftlich und brachte die Führung tatsächlich über die Zeit. Nach einer Niederlage gegen Chile und einem Unentschieden gegen Honduras schied die Schweiz zwar bereits in der Gruppenphase aus, dennoch bleibt dieser Sieg bis heute historisch. 

2) Die Schweiz dominiert Italien, Euro 2024

Dieser Nati-Moment ist vielleicht etwas persönlich, weil ich damals selbst im Olympiastadion in Berlin war: Im Achtelfinale der UEFA Euro 2024 traf die Schweiz auf den Titelverteidiger Italien. Viele rechneten mit einem engen Spiel – doch was folgte, war eine Demonstration von Selbstvertrauen, Reife und Qualität der Schweizer. Von der ersten Minute an trat Murat Yakins Elf mutig auf, presste hoch und kontrollierte das Spielgeschehen. Die Italiener wirkten ungewohnt fehleranfällig und fanden kaum Zugriff. Die Nati hingegen spielte mit einer erwachsenen Ruhe und Selbstverständlichkeit. Für mich war da so richtig klar geworden: Die Schweiz zeigt ein völlig neues Gesicht – nicht mehr nur ein unangenehmer Gegner, sondern dominant, selbstbewusst und auf Augenhöhe mit den Grossen. 

Auch im darauffolgenden Viertelfinale gegen England bestätigte die Nati diesen Eindruck. Über weite Strecken dominierte sie das Spiel und zeigte eine unglaublich abgeklärte Leistung. Umso bitterer, dass Bukayo Saka in der 80. Minuten mit dem ersten (!) Schuss aufs Tor den Ausgleich erzielte. Im anschliessenden Elfmeterschiessen fehlte am Ende das letzte Quäntchen Glück. Trotzdem: Dieses Turnier und insbesondere der Sieg gegen Italien bleiben für mich unvergesslich – auch wegen der unglaublichen Stimmung im Stadion.


1) SOMMER HÄLT – der Achtelfinalsieg gegen Frankreich, EURO 2020 

Und wieder einmal traf die Schweiz auf den damaligen Titelverteidiger: Weltmeister Frankreich. Die Partie begann vielversprechend. Haris Seferovic brachte die Schweiz mit 1:0 in Führung, doch Ricardo Rodriguez vergab die Chance auf das 2:0 vom Elfmeterpunkt. Später drehte Frankreich die Partie auf 3:1, und die Schweiz schien geschlagen. 

Doch in der 81. Minute wendete sich das Blatt: Erneut nickte der «Mann aus Sursee» per Kopf ein und verkürzt auf 2:3 – und die Schweiz blühte noch einmal auf. In der 85. Minute traf Gavranovic aus dem Abseits, das Tor zählte nicht. In der 90. Minute kam Gavranovic nach einem Zuspiel von Granit Xhaka erneut an den Ball, liess Kimpembe stehen, nahm aus knapp 16 Metern Mass und versenkte den Ball im linken unteren Eck. Ausgleich. 

Nach einer torlosen Verlängerung ging es ins Elfmeterschiessen. Und dann geschah das Unvergessliche: Yann Sommer hielt den entscheidenden Penalty von Kylian Mbappé. Sascha Ruefer explodierte, stellvertretend für alle Schweizer:innen: «SOMMER HÄLT, SOMMER HÄLT, SOMMER HÄLT!!!» Die Schweiz schrieb Geschichte und stand zum ersten Mal im Viertelfinale einer Europameisterschaft.


Zeit für mehr schöne Nati-Momente 

Diese Momente bleiben für immer und wir hoffen, dass die Schweiz bald wieder für unvergessliche Augenblicke sorgt. Gegen Welt- und Europameister scheint die Schweiz immerhin keine grossen Probleme zu haben 😉. Trotzdem: Seit 1954 hat die Schweiz bei einer WM das Viertelfinale nicht mehr erreicht. Wir hoffen, dass sich dies bald ändert. Hopp Schwiiz!

Was sind für dich die schönsten Erinnerungen an die Schweizer Nati? Schreib's uns in die Kommentare. 

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

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