
Hat die Brack Super League ein Goalie-Problem? Der 2. Spieltag im Rückblick
Während eine Hitzewelle die Schweiz plagt, regnet es im Berner Oberland Tore. St.Gallen bezwingt den Angstgegner und in Zürich zeigt ein Feldspieler den Goalies, wie man den Ball festhält.
Die Basler Offensive lässt weiterhin zu wünschen übrig
FC Basel – FC Lausanne-Sport, 0:1
Jonas Omlins Comeback ins Joggeli startete beinahe fatal. Am ersten Spieltag noch aufgrund Krankheit ausgefallen sorgte der Basler Schlussmann am Samstagabend bereits nach wenigen Sekunden für einen Schreckmoment. Knapp vorbei am Eigentor gab es dann glücklicherweise doch nur einen Eckball. Ein erfolgreicher Abend wurde es für Blau-Rot aber nicht. Nach 90 torlosen Minuten hämmert Florent Mollet in der Nachspielzeit den Ball ins Lattenkreuz, nachdem Metinho jämmerlich einen Einwurf zu klären versucht und dem Franzosen den Treffer quasi auflegt. Basel wartet nun seit viereinhalb Jahren auf einen Heimsieg gegen die Waadtländer.
Zürcher Sieg zum Jubiläum
FC Zürich – Servette FC, 2:1
Das 130-jährige Bestehen feiert der FCZ im Letzigrund mit einem Jubiläumsshirt, einer sehenswerten Choreo und dem ersten Sieg der Saison. Doch zunächst schnuppern die Genfer an der Führung, ehe Berisha einen Freistoss für die Zürcher traumhaft – wenn auch sicherlich nicht so gewollt – im Tor unterbringt. Servettes Torhüter-Neuzugang Gertmonas macht dabei keine gute Figur. Kläglich greift er daneben, wobei auch die tiefstehende Sonne im Letzigrund keine Ausrede spielen darf. Nach Kollers Kabinenpauke und einigen personellen Veränderungen erhöht das Heimteam nach herrlicher Kombination auf 2:0, bevor in der Schlussphase nochmals Spannung aufkommt. Doch nach dem Anschlusstreffer in der 91. Minute reicht es nicht mehr für ein granatrotes Comeback.
Schon wieder regnet es Tore im Berner Oberland
FC Thun – BSC Young Boys, 0:6
Nachdem der amtierende Meister unter der Woche in der Champions League-Quali eine 2:0-Führung gegen Dynamo Zagreb in Unterzahl verspielt hatte, kam es zurück im Berner Oberland noch dicker. Von Thuns eisernem Siegeswillen aus der letzten Saison ist im Kantonsderby nicht mehr viel zu spüren. Sechs Dinger schenken ihnen die Young Boys ein und somit insgesamt 14 in den letzten beiden Aufeinandertreffen. Die erschreckend schwache Leistung der Thuner ist sicherlich nicht zuletzt auf die Doppelbelastung zurückzuführen. Trotzdem darf man YBs Kampfansage nicht herunterspielen. Nach zwei Spieltagen und zehn erzielten Toren führt Seoanes Team die Tabelle an.
St.Gallen wendet das Blatt gegen Angstgegner Vaduz
FC Vaduz – FV St.Gallen 1879, 2:3
Auffallend viele Torwartfehler prägen die ersten zwei Spieltage der laufenden Brack Super League-Saison. Der rotgesperrte Schaffran wird von Benjamin Büchel ersetzt. Letzterer lädt die Espen bereits in der ersten Minute zum Toreschiessen ein. Aliou Baldé nimmt das Angebot dankend an und bringt St.Gallen in Führung. Auch bei den Ostschweizern steht nicht die gewohnte Nummer 1 im Tor. Watkowiak steht für Ati Zigi zwischen den Pfosten und brilliert auch nicht gerade. So gehen die Aufsteiger gegen den Titelkandidaten zwischenzeitlich gar in Führung, was historisch gesehen gar nicht mal so wunderlich scheint: In 16 Direktduellen konnte Vaduz achtmal gewinnen, während St.Gallen lediglich vier Spiele für sich entscheiden konnte. Doch dass sich der FCSG auch nach Rückstand nicht geschlagen gibt, zeigten sie bereits in der ersten Runde. So drehten die Gäste im Ostschweizer Derby nochmals auf und drehen die Partie dank einem Doppelpack von Joker Owusu.
Sorgenkind Simoni
FC Sion – FC Luzern, 3:0
Auch Luzerns Owusu sorgt für Schlagzeilen. Nach nur drei Minuten fliegt dieser in Sion vom Platz und bereitet Portmann die nächsten Sorgen. Simon Simoni, der schon im ersten Spiel gepatzt hatte, kann diese auch nicht lindern. Donat Rrudhanis Schüsschen findet durch Simonis Beine den Weg ins Tor. Zu zehnt haben die Innerschweizer Mühe, Boteli und co. in Schach zu halten und so klingelts noch zwei weitere Male. Nach zwei Niederlagen und einer Tordifferenz von -5 findet sich der FCL im Tabellenkeller wieder.
Lugano findet mit Händen und Füssen den Weg zum Sieg
Grasshopper Club Zürich – FC Lugano, 1:4
Im Letzigrund tat sich Lugano in der jüngsten Vergangenheit immer wieder schwer, die Zürcher zu bezwingen. Nur in einem der letzten sieben Versuche gelang das. Eigentlich ein Pflichtsieg, wenn man Kader und Ambitionen der beiden Teams vergleicht. Doch erneut hadern die Luganesi damit, im Letzigrund in die Gänge zu kommen. Die Gastgeber gehen in der ersten Halbzeit verdient in Führung. Nach dem Seitenwechsel reisst Lugano dann das Spielgeschehen an sich und dreht die Partie. Vor allem das 1:3 sorgt für Aufregung im Stadion: Bei der Entstehung verwechselt Zanotti kurz die Sportart und legt sich das Leder nach Ballgewinn mit der Hand zurecht. Händeringend suchen die Zürcher nach Antworten, doch der VAR bleibt stumm. Ihm waren die zwei Handkontakte – einmal links, einmal rechts – offenbar zu wenig.
Was meinst du, war das ein klares Handspiel von Zanotti? Und hat die Brack Super League ein Goalie-Problem? Schreib's uns in die Kommentare.
Quelle Titelbild: Freshfocus/SFL
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Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.
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