
Saisonauftakt voller Überraschungen: Die Brack Super League ist zurück
Der Meister gewinnt mit der B-Elf, St.Gallen hat einen Ersatz für Alessandro Vogt gefunden und beim Aufsteiger muss ein Feldspieler ins Tor. Die Brack Super League ist zurück und zeigt: Es wird auch in dieser Saison nicht langweilig.
Celar trifft, Cognat sorgt für Fragezeichen
Servette FC – FC Basel, 0:1
In den gewöhnungsbedürftigen gelb-weissen Trikots treten die Basler in Genf auf. Dessen neue Stürmerhoffnung Žan Celar bleibt zwar weitgehend unauffällig, seinen Job erledigt er trotzdem. Nachdem Mendes seinen Gegenspieler Louis von den Beinen holt und der Schiedsrichter auf den Punkt zeigt, übernimmt Celar Verantwortung und versenkt den Ball souverän im Netz. Nach einer erfolglosen Zeit bei den Queens Park Rangers und der Fortuna Düsseldorf dürfte das dem ehemaligen Brack Super League-Torschützenkönig der Saison 2023/24 das nötige Selbstvertrauen zurückgeben. Trotz Chancen auf beiden Seiten fallen keine weiteren Tore. Die Grenats verlieren zum ersten Mal seit Mai ein Spiel und Lichtsteiner fährt den siebten Pflichtspielsieg ein. Der Bebbi-Coach zieht nach dem Spiel ein positives Fazit. Gourvennec hingegen kann nicht zufrieden sein. Auch damit nicht, dass es über einen Verbleib seines Captain Timothé Cognat offenbar keinen Konsens gibt.
Traumtor und Transferstau
FC Lausanne-Sport – Grasshopper Club Zürich, 1:1
Als Flaggschiff der Bridge Football Group, dem neuen Eigentümer der Zürcher, soll der vierte Barrage-Platz in Folge verhindert werden. Dass der direkte Abstieg ebenfalls ein Verfehlen dieses Ziels bedeuten würde, ist zumindest hinsichtlich der Kaderplanung noch nicht überall angekommen: Ausser Torwart Marvin Hübel vom FC Aarau wurden trotz Abgängen bislang keine Transfers getätigt. Bei den Waadtländern erfolgte die grösste Veränderung auf der Trainerposition: In Lausanne lenkt nun der Slowene Luka Elsner die Geschicke. Auf dem Platz sorgte in der 33. Minute Bah Mendes für Aufsehen. Dem ersten und sehenswerten Treffer der Brack Super League 2026/27 folgte ein noch schönerer Torjubel. In der Schlussphase gelang dem 20-jährigen Samuele Bengondo (Sohn der Winterthur-Legende Patrick Bengondo) kurz nach seiner Auswechslung der Ausgleich. Peter Zeidler kann sich mit einem Unentschieden gegen seinen früheren Arbeitgeber zufriedengeben und weiterhin darauf hoffen, dass sich auf dem Transfermarkt noch etwas bewegt.
Luzern staunt über Thuns B-Elf
FC Luzern – FC Thun, 1:3
Lustrinelli weg. Bertone weg. Rastoder, Imeri und Meichtry weg. Und was macht der FC Thun? Das, was sie am besten können: gewinnen. Sowohl Thuns Privitelli als auch Luzerns Portmann trainieren zum ersten Mal eine Profimannschaft. Letzterer jubelt am Samstag zuerst. Die Innerschweizer gehen bereits in der zweiten Minute in Führung. Die Thuner Verteidigung sieht dabei alles andere als souverän aus. Doch dass der Meister sich nicht so schnell geschlagen gibt, dürfte inzwischen allen klar sein. So gleicht Neuzugang Nico Maier nur sechs Minuten später aus. In der zweiten Halbzeit geht der Gast in Führung, Nicolas Bürgy bringt in der 83. Minute die Entscheidung und besiegelt die ersten drei Punkte der neuen Saison. Bemerkenswert: Nicht nur, dass Thun im Sommer viele Abgänge verzeichnen musste, Privitelli schonte in Luzern auch gleich acht Stammspieler, die im Europacup-Qualifikationsspiel gegen Dynamo Zagreb noch in der Startelf standen. Umso souveräner das Resultat und der erste Vollerfolg für die Berner Oberländer.
Trotz Zesiger wackelt die YB-Verteidigung
BSC Young Boys – FC Sion, 4:2
In Bern soll Neuzugang Cédric Zesiger für mehr Stabilität in der Defensive sorgen. Nach drei Jahren Bundesliga kehrt er ins Wankdorf zurück und führt die Young Boys gleich als Captain aufs Feld. Die Berner gewinnen das Spiel zwar klar mit 4:2, das Ergebnis spricht aber weiterhin nicht für eine stabile Defensive. Zesiger sieht beim zwischenzeitlichen Ausgleich durch Winsley Boteli nicht gut aus und entkommt einer umstrittenen Strafraumszene: Zesiger hat erneut Mühe, Boteli in Schach zu halten und hält diesen klar zurück. Der Pfiff bleibt aus. Anschliessend besiegelt Samuel Essende den Heimsieg für die Berner mit zwei Toren. Den Zuschauern wird eine unterhaltsame Partie geboten, doch sowohl Didier Tholot als auch Gerardo Seoane dürften ordentlich Verbesserungspotenzial gesehen haben, um ihre jeweiligen Ziele zu erreichen.
Mutiges Vaduz stellt neuen Goalie vor
FC Lugano – FC Vaduz, 2:1
In Luganos brandneuer AIL-Arena soll gegen Aufsteiger Vaduz von Anfang an ein klares Zeichen gesetzt werden. Nur setzt dieses Zeichen die Elf von Marc Schneider, die ihren offensiven Fussball aus der Challenge League gleich so weiterspielen will. In der Startphase verfehlt Vaduz mehrmals knapp den Führungstreffer, ehe Antonios Papadopoulos in der 29. Minute den ersten Brack Super League-Treffer für die Bianconeri im neuen Stadion erzielt. Lars Lukas Mai doppelt in der 37. Minute nach, doch Vaduz erweist sich als ein Gegner, der den Grossen nicht tatenlos zuschauen wird. Dalipi verkürzt in der 71. Minute auf 1:2 und die Luganesi kommen nochmals ordentlich ins Schwitzen. Als Ländle-Torhüter Schaffran dann in der 82. Minute vom Platz fliegt und Captain Berisha ins Tor muss, weil Schneider sein Wechselkontingent schon ausgeschöpft hat, erweist sich ein Comeback dann doch als schwierig. Berisha «hält» den Kasten in der Schlussphase zwar dicht – parieren muss er keinen Abschluss – doch nach vorne können die dezimierten Liechtensteiner keine Akzente mehr setzen. Ihr mutiger Auftritt wird schliesslich nicht belohnt, macht aber Hoffnung für das, was kommt.
Vogt-Ersatz trifft, Koller schürt Hoffnung
FC St.Gallen 1879 – FC Zürich, 2:1
Mit dem international erfahrenen Marcel Koller an der Seitenlinie soll beim FCZ endlich Ruhe einkehren und die Top 6 angestrebt werden. Für den Stadtclub eigentlich ein bescheidenes Ziel, und dennoch die richtige Herangehensweise. Die GC-Legende, die zuletzt beim al Ahly SC in Kairo unter Vertrag stand, coachte die Zürcher souverän durch die erste Halbzeit. Gegen Titelfavorit St.Gallen nicht unbedingt ein erwarteter Auftakt. Nachdem die Zürcher durch Umeh Emmanuel in der 50. Minute sogar in Führung gingen und der Espen-Trainer Massen mit einem Dreifachwechsel reagierte, zeigten die Ostschweizer dann doch noch, wieso sie als Favorit in die Partie gingen: Captain Görtler traf in der 70. Minute und Vogt-Ersatz Hunziker netzte nur vier Minuten später zum 2:1 ein. Dass der Cupsieger etwas Zeit brauchte, um in die Gänge zu kommen, liegt auch daran, dass er seine Kräfte drei Tage zuvor in der Europacup-Quali gegen den portugiesischen Rekordmeister Benfica Lissabon investiert hatte, den er mit 2:1 düpierte.
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Quelle Titelbild: Freshfocus/SFL
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Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.
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