
Zur Seite, Matcha – jetzt kommt Ube
Während eben noch grasgrün – besser gesagt «matchagrün» – unsere Social-Feeds, Cafés und Dessertregale dominierte, schiebt sich langsam, aber sicher eine neue Farbe in den Vordergrund: Violett. Ube heisst der neue Liebling der Foodbubble. Aber hat die violette Knolle wirklich das Potenzial, Matcha vom Thron zu stossen?
Was ist Ube überhaupt?
Ube ist eine Yamswurzel, die äusserlich an eine Süsskartoffel erinnert. Geschmacklich ist sie süsslich mit einer leicht nussigen Note, manche schmecken sogar einen Hauch Vanille oder Pistazie heraus. Neben Ballaststoffen und Antioxidantien bringt die Knolle vor allem eines mit: eine leuchtend violette Farbe, die sofort ins Auge fällt.
Die violette Welle rollt an
Jedes Jahr kürt das Farbinstitut Pantone seine Farbe des Jahres. 2022 fiel die Wahl auf «Very Peri» – eine Mischung aus Blau und Violett – und vielleicht schon ein kleiner Vorbote der violetten Ube-Welle. Denn plötzlich war Violett überall: in der Mode, im Interior Design und schliesslich auch auf Tellern und in Tassen.
Kein Wunder eigentlich, denn die Farbe macht optisch einiges her. Sie ist fotogen, zieht auf Social Media Aufmerksamkeit auf sich und lässt sich entsprechend bestens vermarkten. Und ohne TikTok, Instagram und Co. entsteht bekanntlich kein Foodtrend. Matcha und Dubai-Schokolade wissen, wovon die Rede ist.
So kommt es, dass man im trendigen Café nicht mehr Matcha Latte trinkt, sondern sich einen Ube Latte bestellt. Auch grosse Marken springen bereits auf den Hype auf. Bei Starbucks gibt es sogar einen «Iced Ube Vanilla Matcha Latte» – für alle, die sich nicht zwischen den beiden Trendzutaten entscheiden können. Bevor Ube aber im Kaffee landete, war es eine beliebte Zutat in philippinischen Desserts.
Zurück zu den Wurzeln
Die violette Yamswurzel kommt ursprünglich von den Philippinen und gehört dort seit langem zum kulinarischen Alltag. Besonders in Desserts hat Ube einen festen Platz und eine lange Tradition. Häufig wird die gekochte Wurzel zu «Ube Halaya» verarbeitet – einer süssen, marmeladeartigen Masse mit Kokos- und Kondensmilch, Butter und Zucker. Sie bildet die Grundlage für viele beliebte Desserts, von Eis über Kuchen bis hin zu Keksen.
Die plötzliche internationale Aufmerksamkeit hat für die Philippinen zwei Seiten. Einerseits ist es schön zu sehen, wie ein Stück philippinischer Esskultur weltweit sichtbar wird und Anerkennung erhält. Andererseits bringt ein globaler Hype auch Probleme mit sich. Steigt die Nachfrage nach einem Lebensmittel sprunghaft an, können lokale Produzenten und Lieferketten schnell an ihre Grenzen geraten. Eine Entwicklung, die auch Japan im Zuge des Matcha-Hypes erlebt hat.
Für viele Menschen auf den Philippinen könnte das bedeuten, dass Ube, das dort ganz selbstverständlich zum Alltag gehört, teurer und schwerer erhältlich wird. Gleichzeitig wächst die Sorge, dass die violette Knolle durch den globalen Trend ihren kulturellen Kontext verliert. Der aktuelle Hype erzählt also nicht nur von einer auffälligen Farbe, sondern auch von Herkunft, Tradition und den Folgen internationaler Foodtrends.
Eine Knolle mit Starpotenzial
Ob Ube Matcha tatsächlich vom Thron stossen wird, muss sich erst noch zeigen. Das Potenzial dazu hätte die violette Knolle jedenfalls: Sie sieht gut aus, schmeckt spannend und bringt eine lange kulinarische Tradition mit. Vielleicht bleibt sie also nicht nur ein hübscher Farbtupfer im Feed, sondern etabliert sich dauerhaft in Cafés, Bäckereien und Dessertvitrinen. Matcha sollte sich also schon mal warm anziehen. 😉
Quelle Titelbild: Adobe Stock | 1386928259
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Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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