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El Tony Mate Zero: Zwischen Tradition und Kult

08.01.2026

El Tony Mate bringt die von der Community langersehnte zuckerfreie Version auf den Markt. Seit einigen Jahren sind Mate-Getränke in der Schweiz nicht mehr wegzudenken. Ob im Hörsaal, im Fitnessstudio oder als Cocktail-Bestandteil in der Disco – überall wird Mate getrunken. Hier kennt man es vor allem als herbsüssen, am besten eiskalten Wachmacher. Traditionell schmeckt Mate jedoch eher bitter, wird warm getrunken und meist in Gesellschaft genossen.

Das «grüne Gold der Indios»

Mate wird aus dem immergrünen Mate-Strauch (Yerba-Mate) hergestellt, der zur Familie der Stechpalmen gehört. Er wächst hauptsächlich in den subtropischen Wäldern im Paraná-Becken, der Grenzregion von Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay. Bereits die Ureinwohner dieser Länder, insbesondere die Guaraní und Tupi, erkannten vor tausenden von Jahren die belebende Wirkung dieser Pflanze und legten damit den Grundstein für die bis heute lebendige Mate-Kultur in der Region.

Später verbreitete sich der Konsum von Mate auch unter den spanischen Siedlern. Wie die Ureinwohner stellten sie ihn aus wild wachsender Yerba-Mate her. Mitte des 17. Jahrhunderts entdeckten die Jesuiten das wirtschaftliche Potential und es gelang ihnen, die Pflanze zu domestizieren. Bei ihrer späteren Vertreibung aus Lateinamerika nahmen sie das Geheimnis des Mateanabaus auf Plantagen mit. Folglich blieb es lange ein Mysterium, wie man die harten Samen zum Keimen bringt und es wurde wieder überwiegend aus Wildbeständen geerntet, oft unter ausbeuterischen Bedingungen für die indigene Bevölkerung. Nur sie wussten genau, wo die Pflanze wächst – man musste oft mehrere Kilometer in den Wald eintauchen, um sie zu finden – und wie man den bitteren Aufguss zubereitet. So wurde Mate in diesem dunklen Kapitel, bei dem viele ihr Leben liessen, zu einem kostbaren, begehrten Gut und bekam – auch wegen der vielen positiven Eigenschaften, die ihm zugesprochen werden – den kolonial geprägten Beinamen «das grüne Gold der Indios».   

Heute wird Mate auch wieder auf Plantagen kultiviert, um die Ernte zu erleichtern und der grossen internationalen Nachfrage nachkommen zu können. So bezieht auch die Schweizer Marke El Tony Mate ihr Grundstoff aus eigenem Anbau in Argentinien.

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Lokale Bauern bei der Ernte des Mate-Strauchs. Quelle: Adobe Stock | 450514627


Mate als Teil der Identität und Kultur

Um Mate trinken zu können, werden die koffeinhaltigen Blätter des Strauchs erst getrocknet und grob zerkleinert. Traditionell werden die gemahlenen Blätter in eine Calabaza (auf Deutsch Kalebasse) – einem Gefäss, das aus ausgehöhltem und getrocknetem Flaschenkürbis hergestellt wird – gegeben und mit warmem Wasser aufgegossen. Heute werden die Calabazas auch aus Edelstahl oder Keramik hergestellt. Getrunken wird Mate mit der Bombilla, einem Trinkhalm aus Metall.

In den Ländern rund ums Paraná-Becken ist das Matetrinken fest in der Kultur verankert. In Argentinien beispielsweis sollen etwa 80% der Bevölkerung mindestens einmal wöchentlich Mate trinken. Es gilt dort als Nationalgetränk und wird häufig nicht allein, sondern in der Gruppe genossen, wobei traditionell alle aus derselben Kalebasse trinken, die von Hand zu Hand weitergereicht wird. Auch ausserhalb Südamerikas hat sich das Trinken von warmem Mate verbreitet, etwa in Ländern wie Syrien und dem Libanon, wenn auch etwas anders zubereitet. Diese Gewohnheit wurde von zurückgekehrten arabischen Auswanderern eingeführt.

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In Gesellschaft schmeckt Mate am besten. Quelle: Adobe Stock | 584826637

Auch von südamerikanischen Fussballstars kennt man Mate. Spieler wie Lionel Messi oder Luis Suárez sieht man vor Spielen oft mit einer Kalebasse und einer Thermosflasche mit warmem Wasser in der Hand. Berichten zufolge soll die argentinische Nationalmannschaft an die WM 2022 je nach Quelle bis zu 500 Kilogramm Mate nach Katar mitgenommen haben. Dass Argentinien das Turnier am Ende gewann – und im Final gegen Frankreich bis ins nervenaufreibende Elfmeterschiessen durchhalten konnte – dürfte den Ruf von Mate als Energielieferant zusätzlich stärken. 

Wundermittel ... oder doch schädlich? 

Mate wirkt belebend und muntermachend, hat einen erdig-bitteren Geschmack und enthält neben Koffein auch antioxidative Stoffe. Anders als bei Kaffee soll die wachmachende Wirkung des Mates sanfter und langanhaltender sein. Neben der aufputschenden Wirkung werden Mate auch viele Heilkräfte zugesprochen, etwa bei Rheuma, Arteriosklerose und Infektionen. Ausserdem wird Mate nachgesagt, dass es beim Abnehmen hilft. Experten sprechen allerdings eher von Volksmedizin, wissenschaftlich sind die gesundheitlichen Vorteile nicht belegt und es wird auch vor Überkonsum gewarnt. Denn eine Überdosis kann zu Nervosität, Kopfschmerzen, Magenproblemen oder Schlafstörungen führen. Vor allem bei Vorerkrankungen wie Bluthochdruck, Herzproblemen oder einer Schilddrüsenüberfunktion sowie bei Kindern, Schwangeren oder Stillenden ist Vorsicht geboten. Ein sehr heisser Konsum soll zudem, wie bei allen zu heiss konsumierten Getränken, das Risiko für Speiseröhrenkrebs erhöhen. Mate sollte daher nicht heisser als 65 °C getrunken werden. Bei den angeblichen gesundheitlichen Vorteilen kommt es natürlich auch darauf an, wie man Mate trinkt, denn Mate ist nicht gleich Mate: Fertig gekaufte Mategetränke enthalten oft Zucker oder Süssungsmittel.

Von den Pampas der Gauchos in Schweizer Hörsäle und Nachtclubs 

Das erste Mategetränk, das in Europa Erfolg hatte, war Club-Mate. Dieses wurde Anfang der 1920er Jahre im thüringischen Bad Köstritz erfunden und als «Sekt-Bronte» verkauft. In den 90ern wurde das Getränk in der Hacker-Szene in Hamburg und Berlin populär. Von da an erfreute es sich langsam, aber stetig wachsender Beliebtheit – ohne teure Marketingkampagnen – bis es schliesslich in Kiosken, Supermärkten und schliesslich in Nachtclubs erhältlich war. Schnell wurden auch andere Hersteller darauf aufmerksam und sie begannen, ihre eigenen Mate-Getränke herzustellen. So entstand auch das beliebte El Tony Mate von der Schweizer Firma intelligentfood, welches seit 2015 verkauft wird. Was einst als «Szene-Getränk» galt, ist im Verlauf der Jahre zum «Mainstream-Getränk» geworden, das oft als «natürlicher Energydrink» bezeichnet wird. Tim Wirth, Redaktor des Tages-Anzeiger, erklärt im Podcast «Apropos», dass er einen Grund für die grosse Beliebtheit darin sehe, dass nachvollziehbarer sei, was alles drinsteckt – besser als zum Beispiel bei Red Bull, das in Schweizer Nachtclubs übrigens von Mate-Softdrinks überholt worden sein soll. El Tony Mate verdanke seine Beliebtheit aber sicher auch seiner gelungenen Marketingstrategie.

Heute sind die dunkelblauen Dosen kaum mehr wegzudenken, zusammen mit den grünen (mit Minze) und orangenen (mit Ingwer). Nun wird der El Tony-Farbfächer um eine Farbe reicher: Die Zero-Version kommt in einer silbernen Dose auf den Markt. Das Produkt ist eine Antwort auf den seit längerer Zeit bestehenden Wunsch der Community nach einer kalorienarmen Option. Und so wurde aus der Wunderpflanze der Ureinwohner ein flüssiger Talisman für Schweizer Studierende und ein unverzichtbarer Muntermacher in Discos.

Instagram Reel zentriert

Quelle Titelbild: Adobe Stock | 104216007

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

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