
Pimple Patches: Was die Pickelpflaster wirklich bringen
Du wachst auf, schaust in den Spiegel und da ist er. Rot, eitrig und natürlich genau im unpassendsten Moment plötzlich da. Früher hättest du ihn mühsam abgedeckt und dann vielleicht doch ausgedrückt. Heute gibt's eine neue Strategie: Pimple Patch drauf und gut ist. Aber sind die kleinen Pflaster nur Trend oder helfen sie wirklich?
Wie Pimple Patches funktionieren
Pimple Patches sind kleine, meist runde Pflaster mit sogenannter Hydrokolloid-Technologie. Dieses gelartige Material wird häufig in der Wundversorgung verwendet, um die Heilung zu unterstützen. Bei Pimple Patches soll es dafür sorgen, dass Hautunreinheiten schneller abklingen und keine unschönen Narben hinterlassen.
Schon das reine Abdecken des Pickels hilft, denn es verhindert, dass du die Stelle anfasst oder den Pickel gar ausdrückst. Gleichzeitig schützt es vor Schmutz und Bakterien – und damit vor zusätzlichen Entzündungen.
Hinzu kommt die eigentliche Wirkung des Hydrokolloids. Es kann Schmutz, Talg und Eiter aus dem Pickel aufnehmen und so verstopfte Poren befreien. Deshalb funktionieren Pimple Patches vor allem bei offenen, eher oberflächlichen Pickeln und weniger bei tiefer sitzenden, «unterirdischen» Unreinheiten.
Extras: Wirkstoffe und Mikronadeln
Einige Patches enthalten zusätzlich Wirkstoffe wie Salicylsäure oder Niacinamid. Diese gelten als antibakteriell sowie antientzündlich und sind aus vielen Anti-Pickel-Pflegeprodukten bekannt. Ebenfalls beliebt ist Teebaumöl, allerdings kann das ätherische Öl Reizungen und Allergien auslösen und ist daher nicht für alle geeignet.
Eine weitere Innovation sind Pimple Patches mit Mikronadeln. Die winzigen Spitzen sollen Wirkstoffe tiefer in die Haut bringen, damit sie dort gezielter wirken können.
So geht die Anwendung
Die Anwendung ist ganz einfach. Zuerst die betroffene Hautstelle reinigen und anschliessend gut trocknen, damit der Patch hält. Vor dem Aufkleben die Hände waschen, dann das Pflaster von der Schutzfolie lösen und direkt auf den Pickel platzieren.
Die Patches brauchen etwas Zeit, um ihre Wirkung zu entfalten – am besten hältst du dich an die Angaben des Herstellers. Viele werden über Nacht getragen. Einige Dermatolog:innen empfehlen ausserdem, nach dem Abnehmen nicht sofort das nächste Pflaster aufzukleben, damit die Haut zwischendurch atmen kann.
Was sagen die Profis?
Gemäss Dr. Christian Merkel, Facharzt für Dermatologie, spricht nichts dagegen, gelegentlich zu Pimple Patches zu greifen. Gegenüber der Apotheken Umschau erklärt er: «Grundsätzlich ist die punktuelle Anwendung von Pickel Patches sinnvoll, aber nur, wenn man zum richtigen Produkt greift.» Entscheidend sei, dass Inhaltsstoffe und Pflasterart zur jeweiligen Hautunreinheit passen.
Die Dermatologin Dr. Leona Yip hält Pimple Patches ebenfalls für eine gute Idee. Sie relativiert jedoch, dass sie sich in erster Linie für hartnäckige einzelne Pickel oder kleinere Unreinheiten eignen. Bei starker Akne oder tiefsitzenden Zysten kommen sie hingegen an ihre Grenzen. Wichtig sei ausserdem, den Patch möglichst früh aufzukleben, bevor der Pickel zu gross wird oder sich gar entzündet.
So nützlich Pimple Patches auch sein mögen, an der Ursache von Pickeln setzen sie nicht an. Am besten ist es natürlich, wenn sie gar nicht erst benötigt werden.
Was langfristig bei Akne und Pickeln hilft
Wer regelmässig mit Hautunreinheiten zu kämpfen hat, braucht mehr als nur Pimple Patches. Bei starker Akne ist ein Arztbesuch ratsam. Zusätzlich können diese Tipps helfen:
- Die richtigen Inhaltsstoffe wählen: Pflegeprodukte mit reinigender Glycolsäure, entzündungshemmender Salicylsäure, beruhigendem Niacinamid oder regenerierendem Vitamin C können unterstützen.
- Nicht komedogenes Make-up nutzen: Ganz verzichten will man oft nicht, umso wichtiger sind die richtigen Produkte. Achte auf den Hinweis «nicht komedogen» und reinige Pinsel und Schwämmchen regelmässig.
- Pickel nicht ausdrücken: Auch wenn es verlockend ist, durchs Ausdrücken gelangen Bakterien tiefer in die Poren und können Entzündungen verschlimmern. Zusätzlich reizt es die umliegende Haut, was Rötungen verstärkt und die Heilung verzögert.
- Gesund ernähren: Manche reagieren empfindlich auf Süssigkeiten oder Milchprodukte. Auch Alkohol kann sich ungünstig aufs Hautbild auswirken.
- Sanft reinigen: Normale Seifen sind oft zu aggressiv. Besser sind milde Reinigungsprodukte mit einem pH-Wert von 5.5, der dem natürlichen Hautniveau entspricht.
Pimple Patches bleiben eine praktische Soforthilfe. Doch wer dauerhaft etwas gegen Pickel tun will, kommt um die richtige Pflege und ein bisschen Geduld nicht herum.
Quelle Titelbild: Unsplash | Fellipe Ditadi
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