
Phänomen K-Beauty: Was steckt dahinter?
«Korean Glass Skin» pulsiert durch die sozialen Medien. Ein «gläserner» Teint, so frisch und klar, dass sich gar das Licht darin spiegeln soll. Millionenfach geklickt, geteilt und nachgeahmt, ist dieser Look längst mehr als nur ein viraler Beauty-Trend: Er ist zum Vorreiter einer ganzen Bewegung geworden.
Südkorea hat seine Wellen bis zu uns in den Westen geschlagen – nicht in einem Plätschern, sondern in einem Taifun. K-Pop-Bands wie BTS und Blackpink, K-Dramen wie Squid Game, K-Movies wie Parasite und, nicht zu vergessen, südkoreanische Beauty-Marken wie Beauty of Joseon, SKIN1004 und LANEIGE. Die sogenannte «K-Wave» reisst immer mehr Personen mit sich, und gerade im Bereich Beauty sorgt sie ganz schön für Wirbel.
Glow wie in Seoul: Was Korea anders macht
Während in Europa der modellierte, deckende und oftmals matte Make-up-Stil mit starker Individualisierung vorherrscht, setzt Südkorea mehr auf einen frischen und natürlichen Look. Der Teint soll nicht überdeckt, sondern veredelt werden. Statt dichter Grundierung dominieren BB-Creams, Cushion Foundations und Skin Tints, die Pflege mit Make-up verbinden und der Haut ihren natürlichen Glanz lassen. Die Hauptpflege hat einen mindestens genauso hohen Stellenwert wie das Make-up selbst – und genau das ist es, was nun vermehrt auch im Westen Fuss fasst.
Skincare hat in den letzten zehn Jahren laufend an Bedeutung gewonnen und steht nun an seinem globalen Höhepunkt.
Hautpflege grossgeschrieben
Der wohl grösste und wichtigste Teil von K-Beauty ist die Hautpflege. Nicht umsonst gibt es in Südkorea Morgen- und Abendroutinen , ganz unabhängig vom eigentlichen Make-up. Im Zentrum stehen eine milde Reinigung, mehrere hydratisierende Schichten und ein konsequenter Sonnenschutz. Berühmt geworden ist vor allem die sogenannte «10-Schritte-Methode»: Ein aufbauendes Pflegeritual, klassischerweise mit …
… ölhaltigem Reiniger; wasserbasiertem Reiniger; Peeling (1-2x wöchentlich); Toner; Essence; Serum; Gesichtsmaske (1-2x wöchentlich); Feuchtigkeitspflege; Augencreme und, für die Morgenroutine, Sonnenschutz.
Das ist allerdings eine sehr aufwendige Prozedur, und wie notwendig jeder einzelne Schritt ist, bleibt umstritten. So empfiehlt der Dermatologe Dr. Alok Vij in einem Interview mit der Cleveland Clinic beispielsweise, sich mehr auf die Prinzipien als auf die einzelnen Schritte und Produkte zu konzentrieren. Als solche nennt er: sanft vorgehen, mit jedem Schritt befeuchten und den Prozess immer mit einer Sonnencreme vollenden. Wer zu viele verschiedene Produkte auf einmal ausprobiert, könne nicht wissen, was effektiv oder schädlich ist.
«Korean Glass Skin» – Schein oder Sein?
Inspiriert werden viele durch die zahlreichen Versprechen im Internet: eine Haut so makellos wie Glas, «Korean Glass Skin». Die Frage, ob die sogenannte Glashaut tatsächlich erreichbar ist, löst unzählige Debatten aus. Oftmals liegt die Antwort in der Definition. Wenn mit «Glass Skin» ein porenloses, vollkommen ebenmässiges Hautbild gemeint ist, so bleibt er unmöglich. Dermatolog:innen warnen davor, den sozialen Medien blind zu vertrauen, da zahlreiche Filter- und Bildüberarbeitungsoptionen bestehen – so zum Beispiel auch Dr. Tanvi Vaidya.
Soll die Haut hingegen schlichtweg glatt und klar erscheinen, so weist beispielsweise die Dermatologin Dr. Samantha Karlin in einem Interview mit der ADD (American Academy of Dermatology) darauf hin, dass der Trick in der Feuchtigkeit liegt. Bestimmte Aspekte des Trends seien positive Schritte hin zu besseren Hautpflegegewohnheiten. «Glass Skin» sei aber vielleicht nicht für jede:n realistisch – und manche Menschen liefen Gefahr, zu viele Produkte zu verwenden, was zu verschiedenen Problemen führen könne. Darunter verstopfte Poren, Reizungen und Hautunreinheiten.
Die Devise: hautnah statt deckend
Am Ende zählt weniger das perfekte Hautbild als die zugrunde liegende Philosophie: Feuchtigkeit, Schutz und ein bewusster Umgang mit der eigenen Haut. Dass dieser Ansatz heute im Westen angekommen ist, ist Teil der globalen «K-Wave», die über Popkultur, soziale Medien und Beauty-Industrie seit den 2010er-Jahren neue Pflegeroutinen verbreitet hat. Wichtig bleibt jedoch: Es gibt nicht den einen richtigen Weg. Hauttypen sind unterschiedlich, und zu viele oder die falschen Produkte könnten mehr schaden als nützen. Viele Dermatolog:innen raten deshalb, Routinen individuell anzupassen und bei Unsicherheiten fachlichen Rat einzuholen.
Quelle Titelbild: Unsplash | Natalia Blauth
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