
Sommer auf der Haut: Was UV-Strahlen mit deinem Körper machen
Viele lieben es, im Sommer Zeit in der Sonne zu verbringen. Gebräunte Haut gilt oft als Zeichen von Gesundheit, Urlaub und Wohlbefinden. Doch was zuerst harmlos aussieht, endet oft schneller als gedacht mit einem schmerzhaften Sonnenbrand. Und genau hier liegt das Problem: Sowohl Bräune als auch Sonnenbrand entstehen durch UV Strahlung. Der Übergang ist fliessend, die gesundheitlichen Folgen jedoch sehr unterschiedlich.
UV = Ultra-verliebt?
Nein, nicht ganz. UV-Strahlen, also ultraviolette Strahlung, sind Bestandteile des Sonnenlichts, die wir mit blossem Auge nicht wahrnehmen können. Unterschieden wird dabei zwischen UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen. Letztere werden von der Erdatmosphäre fast vollständig abgefangen und sind deshalb für uns im Alltag kaum relevant. Für unsere Haut spielen somit vor allem UV-A- und UV-B-Strahlen eine Rolle.
Obwohl UV-B-Strahlen für die Bräunung und die Produktion von Vitamin D zuständig sind, können sie ebenfalls zu Sonnenbränden führen. UV-B kann zu kurzfristigen Schäden führen, vor allem auf der oberen Hautschicht. UV-A-Strahlen hingegen dringen tiefer in die Haut ein und stehen unter anderem mit vorzeitiger Hautalterung in Verbindung. Sie können langfristig Zellschäden verursachen.
UV-Index – dein Orientierungspunkt
Der UV-Index zeigt, wie stark die UV-Strahlung an einem Tag ist – also wie schnell deine Haut ohne Schutz verbrennen kann. Je höher der Wert, desto schneller geht’s. Die Skala ist nach oben offen und weltweit gleich: Ein UV-Index von 7 bedeutet überall dasselbe. Beeinflusst wird er vor allem durch den Sonnenstand, aber auch durch Höhe, Ozon und Wolken.
Der UV-Index hilft dir dabei, einzuschätzen, wie viel Sonnenschutz du gerade wirklich brauchst.
| UV: 1-2 | UV: 3-5 | UV: 6-7 | UV: 8-10 | UV: 11+ |
| Niedrig | Mittel | Hoch | Sehr hoch | Extrem hoch |
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Normalerweise kein Schutz erforderlich. |
Schutz erforderlich – In den Mittagsstunden Schatten suchen, schützende Kleidung, Hut und Sonnenbrille tragen, Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Schutzfaktor benutzen. |
Extraschutz erforderlich – In den Mittagsstunden möglichst nicht draussen aufhalten! Tagsüber unbedingt Schatten aufsuchen! Schützende Kleidung, Hut, Sonnenbrille und Sonnenschutzmittel mit ausreichendem Schutzfaktor sind ein Muss! |
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Ist Bräune ein Zeichen von Gesundheit?
Und wieder einmal ist die Menge massgebend. Das durch UV-B-Strahlung produzierte Vitamin D sorgt für gesunde Knochen, ein funktionierendes Immunsystem, einen guten Stoffwechsel sowie eine bessere allgemeine mentale Gesundheit. Das klingt erst mal schön und gut, kann jedoch schnell kippen. Übermässige UV-B-Strahlung belastet das Immunsystem, kann zu Sonnenbrand und Hautkrebs, sowie zu Hornhautentzündungen, Bindehautentzündungen und grauem Star führen.
Die Haut besitzt zwar Reparaturmechanismen, diese können aber durch intensive oder wiederholte UV‑Strahlung überlastet werden. Die Folge sind bleibende Zellschäden, die sich oft Jahre oder sogar Jahrzehnte später bemerkbar machen, in Form von Hautkrebs oder beschleunigter Hautalterung. Nur schon, wenn du mal als Kind einen Sonnenbrand erlebt hast, ist die Chance auf Hautkrebs zwei- bis dreimal grösser als zuvor.
Warum wird unsere Haut braun?
Die Bräunung der Haut ist eine natürliche Schutzreaktion. Wird die Haut der UV‑Strahlung ausgesetzt, regen vor allem UV‑B‑Strahlen spezielle Zellen zur Produktion von Melanin (Pigment-Farbstoff) an. Dieses Pigment absorbiert einen Teil der Strahlen und schützt so die tieferliegenden Hautschichten.
Kurzfristig kann es zu einer sogenannten Sofortbräune kommen, die durch UV‑A‑Strahlen entsteht. Pass aber auf! Diese sorgt nicht für einen echten Schutz und verschwindet schnell wieder. Wichtig ist deshalb: Die durch Sonne entstandene Bräune ist kein Zeichen von Gesundheit, sondern ein Hinweis darauf, dass die Haut bereits unter UV‑Stress reagiert hat.
Was ist zu beachten, wenn du braun werden willst?
Wer braun werden möchte, sollte vor allem Geduld mitbringen. Langsame, schrittweise Sonnenexposition ist deutlich hautschonender als langes, intensives Sonnenbaden. Die Haut muss sich an die UV‑Strahlung gewöhnen, sonst steigt das Risiko für Sonnenbrand erheblich.
Ebenso entscheidend ist der eigene Hauttyp. Sehr helle Haut verfügt über eine kurze Eigenschutzzeit und bräunt kaum, während dunklere Hauttypen mehr Melanin besitzen und länger ungeschützt bleiben können. Dennoch gilt: Kein Hauttyp ist immun gegen Sonnenbrand oder Hautkrebs.
Besonders in der Mittagszeit zwischen 11 und 15 Uhr ist die UV‑Belastung hoch. In dieser Zeit sollte direkte Sonne möglichst gemieden oder durch Kleidung, Schatten und Sonnenschutzmittel gemindert werden.
Sonnenbrand –vergeben, aber nicht vergessen
Ein Sonnenbrand ist keine harmlose Rötung, sondern eine akute Entzündungsreaktion der Haut. Er entsteht, wenn UV‑Strahlung die Zellen so stark schädigt, dass der Körper mit Schmerz, Rötung und Schwellung reagiert. In schweren Fällen kommt es sogar zur Blasenbildung.
Besonders gefährlich ist, dass jeder Sonnenbrand das Hautkrebsrisiko erhöht. Studien zeigen, dass bereits wenige schwere Sonnenbrände – vor allem in der Kindheit und Jugend – das Risiko für schwarzen Hautkrebs um ein Mehrfaches steigern können. Die Haut «vergisst» diese Schäden nicht, auch wenn sie äusserlich verheilt wirkt.
Sonnencreme – dein Schutzengel?
Sonnencreme wirkt wie ein Schutzschild. Sie enthält chemische oder mineralische Filter, die UV‑Strahlen absorbieren, reflektieren oder streuen, bevor sie die Haut schädigen können. Ein guter Sonnenschutz schützt sowohl vor UV‑A‑ als auch vor UV‑B‑Strahlen und senkt damit das Risiko für Sonnenbrand, Hautkrebs und frühzeitige Hautalterung.
Besonders interessant: Bis zu 80 % der sichtbaren Hautalterung werden durch UV‑Strahlung verursacht. Regelmässiges Eincremen kann Falten, Pigmentflecken und Elastizitätsverlust deutlich verlangsamen.
Wichtig ist ausserdem die richtige Anwendung. Eine zu geringe Menge reduziert den tatsächlichen Schutz erheblich, und regelmässiges Nachcremen ist unerlässlich, nicht nur nach dem Schwimmen oder starkem Schwitzen.
Welcher Lichtschutzfaktor passt zu dir?
Auch wenn sich die Sonne hinter Wolken versteckt, ist ihre Wirkung nicht verschwunden: UV-Strahlen durchdringen die Wolkendecke fast ungehindert. Deshalb gilt im Sommer täglich mindestens LSF (Lichtschutzfaktor) 30. In der Höhe, am Wasser oder im Schnee wird es jedoch intensiver – hier reflektieren Oberflächen die Strahlung zusätzlich, und in den Bergen ist sie durch die dünnere Luft stärker. Deshalb: besser gleich zu LSF 50 greifen.
Zur Orientierung gibt es eine Formel, welche schätzen soll, wie lange man mit LSF an der Sonne sein kann: Eigenschutzzeit × LSF = maximale Sonnenzeit (z. B. 10 Minuten × 50 = 500 Minuten). Deine Eigenschutzzeit kannst du im Abschnitt «Hauttypen und individuelle Bedürfnisse» lesen.
Hauttypen und individuelle Bedürfnisse
Nicht jede Haut braucht den gleichen Schutz. Trockene Haut profitiert von rückfettenden Texturen, während fettige oder unreine Haut besser mit leichten, nicht‑komedogenen Produkten geschützt wird. Menschen mit sehr heller Haut oder Pigmentstörungen benötigen in der Regel einen höheren Lichtschutzfaktor.
Hauttyp 1 – sehr helle Haut
- Sehr helle (oft leicht rötliche) Haut, rote oder blonde Haare, Sommersprossen
- Haut wird kaum braun
- Sonnenbrand: bereits nach wenigen Minuten
- Eigenschutzzeit: ca. 5–10 Minuten
Hauttyp 2 – helle Haut
- Helle Haut, meist blonde oder hellbraune Haare
- Haut nimmt nach längerer Zeit eine dezente Bräune an
- Sonnenbrand: sehr schnell
- Eigenschutzzeit: ca. 10–20 Minuten
Hauttyp 3 – mittlere Hautfarbe
- Hellbraune Haut und dunkle Haare
- Haut bräunt schnell
- Sonnenbrand: mässig
- Eigenschutzzeit: ca. 20–30 Minuten
Hauttyp 4 – olivfarbene Haut
- Olivfarbene Haut und dunkles Haar
- Haut bräunt intensiv und gleichmässig
- Sonnenbrand: selten
- Eigenschutzzeit: 30-40 Minuten
Hauttyp 5 – braune Haut
- Von Natur aus braune Haut und schwarze Haare
- Haut entwickelt schnell eine tiefe Bräune
- Sonnenbrand: selten
- Eigenschutzzeit: 40-60 Minuten
Hauttyp 6 – sehr dunkle Haut
- Tief pigmentierte Haut, schwarzes Haar
- Haut ist bereits braun (dunkel)
- Sonnenbrand: sehr selten
- Eigenschutzzeit: 60 Minuten oder mehr
Fazit
Braun werden ist nicht risikofrei. Bräune ist immer ein Zeichen dafür, dass die Haut auf UV Belastung reagiert. Ein Sonnenbrand ist ein klares Warnsignal des Körpers und sollte unbedingt vermieden werden. Wenn du deinen Hauttyp kennst und unsere Tipps befolgst, kannst du den Sommer in vollen Zügen geniessen, ohne dabei ein Risiko einzugehen.
Quelle Titelbild: Unsplash| ohlamour studio
Lernender Mediamatiker
Schon früh zeigte sich meine Leidenschaft für kreative Ausdrucksformen. Ob auf der Theaterbühne, beim Tanzen oder als Wasserratte – Bewegung und Ausdruck geben mir Energie und Freiheit. Design und Fashion sind für mich mehr als Ästhetik: Ich liebe es, mit Formen, Farben und Stilen zu spielen und Inspiration im Alltag zu finden. Begleitet werde ich dabei ständig von Musik, in der ich mich gerne verliere und die meine Kreativität antreibt.
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