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Skin Minimalism vs. Maximalism: Wie viele Produkte braucht dein Gesicht?

12 Steps, Layering ohne Ende und jede Woche ein neues Serum – oder doch lieber Cleanser, Creme und fertig? Auf Social Media trendet Skincare. Für die einen ist sie das ultimative Self-Care-Ritual, für die anderen einfach zu viel des Guten. Doch was braucht deine Haut wirklich?

Weniger ist mehr vs. mehr ist mehr

Minimalismus oder Maximalismus? Dieser Gegensatz begegnet uns nicht nur in der Hautpflege. Auch beim Make-up, in der Kunst oder im Interior-Design wechseln sich die beiden Richtungen immer mal wieder ab. Manchmal werden sie sogar zu einer ganzen Lebensphilosophie.

Aber zurück zur Haut: Die Idee hinter «Skin Minimalism», auch «Skinimalism» genannt, ist simpel und lässt sich als «so wenig wie möglich, so viel wie nötig» beschreiben. Statt zehn Produkte kommen nur wenige, dafür gezielt ausgewählte Essentials zum Einsatz – gerne auch als Kombiprodukte. 

Am anderen Ende steht «Skin Maximalism»  – auch als «Skin Flooding» bekannt – mit mehr Schritten, mehr Produkten, aber auch mehr Möglichkeiten. Bekannt ist vor allem die 10-Schritte-Methode aus der K-Beauty-Welt. Sie geht deutlich über die Basics hinaus und bietet Raum, gezielt auf verschiedene Hautbedürfnisse einzugehen; sie braucht aber auch Zeit und Commitment.  

Bevor wir uns aber anschauen, was davon wirklich sinnvoll ist, klären wir zuerst die Basics.

Die Basics einer Skincare-Routine

Bei der Frage, wie viele Schritte eine Skincare-Routine wirklich braucht, gehen die Meinungen auseinander. Drei Basics gelten aber als unverzichtbar: 

  • Reinigung: Sie entfernt Schmutz, Schweiss und überschüssiges Öl, die sonst die Poren verstopfen und Unreinheiten begünstigen können. Welcher Cleanser passt, hängt von deinem Hauttyp ab. Für trockene Haut eignet sich eher eine Reinigungslotion, ölige Haut kommt mit einem Reinigungsgel oft besser zurecht. In ausführlicheren Routinen ist auch «Double Cleansing» verbreitet. Dabei wird zuerst ein ölbasiertes Produkt oder Mizellenwasser verwendet, gefolgt von einem milden wasserbasierten Reiniger.
  • Feuchtigkeitspflege: Sie versorgt deine Haut mit Feuchtigkeit und schützt die Hautbarriere, um deine Haut geschmeidig und widerstandsfähig zu halten. Auch hier entscheidet dein Hauttyp, aber auch deine persönlichen Vorlieben bei Texturen spielen eine Rolle bei der Produktwahl.
  • Sonnenschutz: Der wichtige Abschluss am Morgen. Sonnenpflege schützt vor UV-Strahlen und senkt damit das Risiko für Sonnenbrand, Hautkrebs und vorzeitige Hautalterung.
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Skincare wird für viele zum täglichen Ritual. Quelle: Unsplash | Fellipe Ditadi

Wenn du deine Routine erweitern möchtest, kann du zwischen Reinigung und Feuchtigkeitspflege zusätzliche Schritte einbauen, abgestimmt auf deine individuellen Bedürfnisse. Dabei gilt: von leicht zu reichhaltig. Starte also mit der dünnsten Formulierung und ende mit der dickflüssigsten. Dazu gehören etwa Masken, Peelings, Seren oder Toner, die gezielt bei speziellen Hautbedürfnissen helfen sollen, beispielsweise bei Akne, Rötungen oder ersten Fältchen. Aber wie viel davon braucht deine Haut wirklich?

Was Dermatolog:innen sagen

In einem Punkt sind sich die meisten Dermatolog:innen einig: Die drei Essentials sind und bleiben reinigen, befeuchten und schützen. Entsprechend empfehlen viele eine eher simple Skincare-Routine – so auch der Dermatologe Dr. Chris Tomassian. Gegenüber Vogue spricht er sich für eine einfache Routine mit wenigen, dafür wirksamen Produkten aus. Sehr aufwendige Routinen seien vor allem für sehr trockene Haut sinnvoll. 

Ähnlich sieht das die Dermatologin Dr. Whitney Bowe: Lieber weniger Produkte, die dafür gezielt und bewusst eingesetzt werden. Sie betont aber auch, dass sich «simpel» auf die Anzahl Schritte bezieht, nicht auf die Qualität der Produkte. Diese sollten durchdacht formuliert und idealerweise klinisch geprüft sein. 

Auch Dermatologin Dr. Aamna Adel rät zu einer überschaubaren Routine mit maximal fünf Schritten. Wer es besonders einfach halten will, kann sogar Feuchtigkeitspflege und Sonnenschutz in ein Produkt kombinieren und kommt so mit dem Cleanser auf eine 2-Schritt-Routine. Je nach Bedürfnis lässt sich diese gezielt erweitern; etwa mit einem Serum bei Unreinheiten oder Pigmentierung oder einem Toner für extra Feuchtigkeit. 

Dermatologin Dr. Hannah Kopelman bringt es im Gespräch mit dem Online-Magazin Women auf den Punkt: Entscheidend sei nicht die Anzahl Schritte, sondern was jeder einzelne der Haut wirklich bringt. Die richtige Routine hängt immer vom Hauttyp und den individuellen Bedürfnissen ab.

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Schritt nicht des Schrittes wegen, sondern weil er wirklich etwas kann. Quelle: Unsplash | Roberta Sant'Anna

Keine Einheitsformel

Bei der Skincare-Routine ist es – wie bei vielen Dingen – ganz individuell. Statt einer starren 2- oder 10-Schritt-Routine zählt am Ende vor allem, was deine Haut wirklich braucht. 

Gerade wenn du deine Routine neu aufbaust, solltest du Schritt für Schritt vorgehen, statt alles auf einmal zu verändern. Deine Haut braucht Zeit, um sich an neue Produkte zu gewöhnen. Zu viel auf einmal kann sie schnell überfordern.

Das Zauberwort lautet deshalb: Dranbleiben. Wähle deine Routine bewusst und bleibe konsequent dran. Das klingt vielleicht weniger aufregend als eine ausgeklügelte 10-Step-Routine, ist aber oft der Schlüssel zu schöner und gesunder Haut. 

Die richtige Skincare-Routine finden

Wahrscheinlich hast du dir eine konkretere Antwort erhofft als «es kommt drauf an». Ganz konkret wird's zwar nicht, aber zum Schluss kriegst du ein paar Kriterien, die dir helfen, die richtige Routine für dich zu finden:

  • Hauttyp bestimmen: Zu wissen, ob du ölige, trockene, empfindliche, normale oder Mischhaut hast, hilft dir, die passenden Produkte auszuwählen.
  • Bedürfnisse festlegen: Gibt es konkrete Hautprobleme, die du angehen möchtest? Zum Beispiel erste Fältchen, Akne, Pigmentierung oder Trockenheit. 
  • Budget berücksichtigen: Je mehr Steps, desto teurer kann es werden. Oft lohnt es sich deswegen mehr, in wenige, hochwertige Produkte zu investieren als in viele, die wenig bringen. 
  • Lifestyle checken: Passt eine 10-Step-Routine überhaupt in deinen Alltag? Regelmässigkeit ist entscheidend, und dafür muss die Routine realistisch umsetzbar sein.
  • Auf deine Haut hören: Verträgst du ein Produkt nicht, ist das ein klares Zeichen, etwas zu ändern. 
  • Hab Spass daran: Du wirst deine perfekte Routine nicht sofort finden und das ist okay. Probiere dich aus und passe sie Schritt für Schritt an. 
Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

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