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Ring oder Armband? So misst du Schlaf und Puls ohne Abo

Schlaf, Puls und Aktivität lassen sich heute sowohl mit einem Smart Ring als auch mit einem Fitness Tracker messen. Die Unterschiede zeigen sich vor allem beim Tragegefühl, den Kosten und den Funktionen für den Alltag. Ring oder Armband? Vor dieser Frage stand auch ich vor dem Kauf.

Wer sich zwischen Smart Ring und Armband entscheiden möchte, landet schnell bei ähnlichen Funktionen. Beide messen je nach Modell Schlaf, Herzfrequenz, Aktivität und weitere Gesundheitsdaten.

Ein Armband lässt sich einfacher an- und ablegen, ist oft günstiger und beim Sport flexibler. Ein Smart Ring fällt im Alltag kaum auf und eignet sich besonders für Menschen, die ihr Wearable rund um die Uhr tragen möchten. 

Die gute Nachricht: Auf ein Abo bist du heute bei beiden Varianten nicht zwingend angewiesen.

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Warum ich mich für einen Smart Ring entschieden habe

Seit August trage ich einen RingConn Gen 3. Vor dem Kauf habe ich länger zwischen Ring und Armband überlegt.

Die Funktionen waren dabei gar nicht der entscheidende Punkt. Viele Smart Rings und Armbänder messen heute ähnliche Werte. Am Ende hat mich der Smart Ring mehr angesprochen.

Der Hauptgrund: Ich wollte das Gerät nicht nur nutzen, sondern auch gerne tragen. Ein weiterer Grund war die Periodenprognose. Da der Ring kontinuierlich die Hauttemperatur misst, kann er die Vorhersagen genauer machen. Diese Funktion nutze ich tatsächlich regelmässig.

Ein Ring wirkt für mich deutlich mehr wie ein Accessoire als ein Tracker am Handgelenk. Nach kurzer Zeit vergisst man fast, dass man ihn überhaupt trägt.

Die spannendste Funktion? Mein Schlaf

Am meisten überrascht hat mich die Schlafanalyse.

Wenn ich morgens aufwache und das Gefühl habe, besonders gut oder besonders schlecht geschlafen zu haben, bestätigt das der Ring häufig erstaunlich genau. Nächte, in denen ich mehrmals aufgewacht oder sogar kurz aufgestanden bin, erkenne ich später meist auch in der App wieder. 

Natürlich ersetzt das weder einen Arztbesuch noch ein Schlaflabor. Für mich ist es aber interessant zu sehen, wie sich Stress, Sport oder ein später Serienmarathon auf meinen Schlaf auswirken. Manchmal bestätigt die App nur das, was ich bereits vermutet habe. Spannend finde ich trotzdem, die Zusammenhänge schwarz auf weiss zu sehen.

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Schlaftracking gehört zu den beliebtesten Funktionen moderner Smart Rings und Fitness Tracker. Quelle: RingConn

Was Ring und Armband messen

Die Unterschiede sind kleiner, als viele vermuten.

Viele Smart Rings und Fitness Tracker messen heute Herzfrequenz, Blutsauerstoff, Hauttemperatur sowie Bewegung und haben einen Vibrationsmotor. Wearables der neusten Generation zeigen zusätzlich Trends: Der RingConn Gen 3 etwa wertet nächtliche Blutdruckverläufe aus und erkennt mögliche Schlafapnoe-Muster.  Welche Funktionen verfügbar sind, hängt jedoch immer vom jeweiligen Modell ab.

Der grösste Unterschied liegt deshalb nicht bei den Sensoren, sondern beim Tragegefühl. Ein Ring wiegt je nach Grösse 2.5 bis 3.5 Gramm, das Fitbit Air mit Armband rund 12 Gramm. Beide haben keinen Bildschirm. Wer beim Training Puls oder Zeit ablesen will, braucht eine Sportuhr oder einen Tracker mit Display. Ring und displayloses Band sind Geräte, die du trägst und vergisst, und die Auswertung liest du später in der App. 

Ein Wearable ohne Abo? Gar nicht so selbstverständlich

Beim Abo-Modell zahlst du zuerst die Hardware und danach laufend für die Auswertung. Bei Oura kostet die Mitgliedschaft in der Schweiz aktuell CHF 5.99 pro Monat oder CHF 69.99 pro Jahr, der erste Monat ist gratis. Ohne Abo zeigt die App nur Basiswerte, ausführliche Auswertungen bleiben gesperrt. Der Oura Ring 5 kostet je nach Modell bereits rund CHF 400 bis CHF 500. Über drei Jahre kommen beim Jahresabo rund CHF 210 dazu. 

Einen anderen Ansatz verfolgt Whoop. Das Armband kannst du nicht kaufen, sondern nur über eine Mitgliedschaft nutzen. Diese beginnt bei rund CHF 219 pro Jahr, in der höchsten Stufe rund CHF 329. Läuft das Abo aus, ist der Tracker praktisch nutzlos.  

Es gibt Gegenmodelle. Der RingConn Gen 3 ist bereits ab rund CHF 350 erhältlich und bietet alle Funktionen ohne laufende Gebühr. Das Fitbit Air kostet heute rund CHF 95. Die Grundfunktionen inklusive Schlafanalyse sind gratis, für einen KI-Coach gibt es ein freiwilliges Abo für rund CHF 8.50 pro Monat.

Prüfe vor dem Kauf auch die Kompatibilität. Der Galaxy Ring funktioniert nur mit Android-Smartphones, das Fitbit Air mit Android und iPhone. Beim Ring kommt die Grösse dazu: Ein Ring sitzt nur richtig, wenn er passt, deshalb bieten Hersteller Sets mit Probierringen an. Ein Armband ist hier unkomplizierter.

Alle Preise entsprechen dem Stand zum Zeitpunkt der Recherche und können sich ändern.

Gesundheitsdaten: Darauf solltest du achten

Ein Wearable sammelt rund um die Uhr persönliche Daten. Dazu gehören Schlafzeiten, Bewegungsmuster, Herzfrequenzwerte und weitere Gesundheitsinformationen.

Gerade deshalb lohnt sich vor dem Kauf ein Blick in die Datenschutzerklärung des Herstellers. Folgende Fragen können hilfreich sein:

  • Wo werden meine Daten gespeichert?
  • Kann ich meine Daten exportieren?
  • Lassen sich die Daten löschen?
  • Wer erhält Zugriff auf die Informationen?

In der Schweiz gelten Gesundheitsdaten als besonders schützenswert. Umso wichtiger ist es, zu wissen, wie ein Anbieter mit diesen Informationen umgeht und welche Rechte Nutzerinnen und Nutzer haben.

Mehr Daten sind nicht automatisch besser

Wearables liefern heute erstaunlich viele Informationen. Die spannendsten Erkenntnisse entstehen aber selten durch einzelne Werte.

Viel interessanter ist die Entwicklung über Wochen und Monate. Schlafe ich genug? Erhole ich mich nach dem Sport? Wie wirkt sich Stress auf meinen Ruhepuls aus?

Genau dafür eignen sich Smart Rings und Fitness Tracker besonders gut.

Am Ende gibt es deshalb keine allgemeingültige Antwort auf die Frage: «Ring oder Armband?». Wer ein Wearable möglichst dezent tragen möchte, findet im Smart Ring einen unauffälligen Begleiter. Wer möglichst viel für wenig Geld möchte, ist mit einem Fitness Tracker oft besser bedient.

Und ganz ehrlich: Die beste Schlafanalyse bringt wenig, wenn das Gerät nach zwei Wochen in der Schublade landet.

Die wichtigste Messung macht kein Sensor

Smart Rings und Armbänder können Schlafphasen analysieren, den Puls messen und jede Bewegung aufzeichnen. Die wichtigste Frage können sie dir aber nicht beantworten: Wirst du das Gerät auch in sechs Monaten noch tragen?

Für mich lautet die Antwort aktuell ja. Der Ring zeigt mir zwar nicht immer das, was ich morgens gerne sehen würde, aber genau deshalb trage ich ihn noch immer. Ehrliche Daten sind manchmal die interessantesten Daten.

Ashley Schibler

Lernende Mediamatikerin

Wahrscheinlich plane ich gerade meine nächste Reise oder mache mir Gedanken darüber, wo mein Weg mich noch hinführt. Ich beschäftige mich gerne mit Ernährung, dem weiblichen Zyklus und Persönlichkeitsentwicklung, weil ich es spannend finde, Zusammenhänge zu verstehen und Neues dazuzulernen. Gleichzeitig liebe ich es, die kleinen Dinge im Alltag zu geniessen, neue Restaurants auszuprobieren und Inspiration in den unterschiedlichsten Momenten zu finden.

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