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Kaputte Haare reparieren: Geht das überhaupt?

Repair-Shampoo, Bonding-Treatment, Haarmaske: Wer kaputte Haare hat, bekommt im Beauty-Regal ziemlich schnell das Gefühl, dass sich jeder Schaden irgendwie rückgängig machen lässt. Ein paar Minuten einwirken lassen und die Blondierung von 2024 ist offiziell nie passiert.

Schön wärs.

Ganz so einfach ist es leider nicht. Was lässt sich bei geschädigtem Haar tatsächlich reparieren, was nur vorübergehend verbessern – und wann gewinnt am Ende doch die Schere?

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Wissen direkt aus dem Salon

Was hilft wirklich und was ist nur ein leeres Versprechen? Ich habe im PerfectHair Salon in Winterthur nachgehakt. Hier kommen die Antworten auf die brennendsten Fragen.

Kann man kaputte Haare wirklich reparieren?
Nicht vollständig. Haare bestehen aus abgestorbenem Zellmaterial und können sich nicht selbst regenerieren. Mit gezielter Pflege, Feuchtigkeit und Proteinen lässt sich die Haarstruktur jedoch verbessern und stärken.

Woran erkenne ich, ob meine Haare wirklich kaputt oder nur trocken sind?
Trockene Haare fühlen sich oft rau an und wirken glanzlos. Geschädigte Haare sind zusätzlich häufig porös, brüchig und neigen zu Spliss. Besonders gespaltene Spitzen sind ein deutliches Zeichen für Haarschäden.

Was hilft gegen kaputte Haare?
Eine regelmässige Pflegeroutine mit aufbauenden Treatments, Feuchtigkeit und Proteinen. Produkte mit Keratin, Aminosäuren oder speziellen Repair-Technologien können die Haarstruktur stärken und Schäden teilweise ausgleichen.

Können Bonding-Produkte wie K18 oder Olaplex kaputte Haare reparieren?
Sie können geschädigte Haarstrukturen gezielt verbessern. Olaplex setzt bei geschädigten Disulfidbrücken an, während K18 mit einer Peptid-Technologie die innere Haarstruktur stärken soll. Vollständig rückgängig machen können aber auch diese Produkte nicht jeden Schaden.

Wie kann ich Haarbruch und Spliss verhindern?
Mit einer konsequenten Pflegeroutine, regelmässigem Spitzenschneiden und möglichst schonendem Umgang mit den Haaren. Feuchtigkeitsspendende und stärkende Produkte können helfen, die Haare widerstandsfähiger zu machen und Haarbruch zu reduzieren.

Was passiert bei kaputten Haaren?

Die äussere Schuppenschicht und teilweise auch die innere Haarstruktur werden geschädigt. Dadurch verlieren die Haare leichter Feuchtigkeit, werden porös und brechen schneller. Pflegeprodukte können diese Schäden teilweise ausgleichen, aber nicht vollständig rückgängig machen.

Empfehlungen aus dem Salon

Haarmaske oder Bonding: Was brauche ich wirklich?

Nicht jedes Haarproblem verlangt gleich nach einer molekularen Generalüberholung. Manchmal reicht tatsächlich eine gute Haarmaske.

Wer hauptsächlich mit trockenen, glanzlosen oder schwer kämmbaren Haaren kämpft, kann oft schon mit Conditioner, Masken oder Leave-in-Produkten viel erreichen. Sie machen die Haare geschmeidiger, reduzieren Reibung und helfen dabei, Feuchtigkeitsverlust zu begrenzen.

Bei stärker geschädigtem Haar, etwa nach Blondierungen oder chemischen Behandlungen, können spezielle Repair- und Bonding-Treatments sinnvoll sein. Sie sollen geschädigte Strukturen stabilisieren und die Widerstandsfähigkeit verbessern.

Allerdings gilt: Auch die teuerste Haarpflege kann nicht sämtliche Schäden ungeschehen machen. Unsere Haare führen ziemlich genau Buch darüber, was wir ihnen antun. Und leider kennen sie weder Verjährungsfristen noch «Das eine Mal Glätten ohne Hitzeschutz zählt nicht».

Und Spliss? Kann man den reparieren?

An dieser Stelle muss ich leider schlechte Nachrichten überbringen. Wenn sich eine Haarspitze einmal gespalten hat, lässt sie sich nicht dauerhaft wieder zusammensetzen. Pflegeprodukte können Spliss vorübergehend glätten oder kaschieren. Dadurch sehen die Spitzen gepflegter aus – die Spaltung selbst bleibt aber bestehen. Bei starkem Spliss hilft deshalb langfristig nur: abschneiden.

Und nein, das bedeutet nicht automatisch, dass aus hüftlangen Haaren morgen ein Bob wird. Regelmässiges Spitzenschneiden kann dabei helfen, zu verhindern, dass beschädigte Spitzen weiter abbrechen.

Die berühmten «nur zwei Zentimeter» haben also tatsächlich einen Sinn. Sagt übrigens die Frau, die seit Mai nicht mehr beim Coiffeur war. Ich nehme mich dann mal selbst an der Nase.

Lieber verhindern als retten

Die beste Repair-Strategie beginnt, bevor überhaupt etwas repariert werden muss.

Hitzeschutz verwenden, Stylinggeräte nicht unnötig heiss einstellen und nasse Haare vorsichtig entwirren: Schon kleine Anpassungen können Haarbruch reduzieren. Auch häufiges Reiben mit dem Handtuch oder grobes Bürsten beansprucht die Haarstruktur.

Wer regelmässig blondiert oder färbt, sollte zudem auf eine passende Pflege achten und chemische Behandlungen möglichst schonend durchführen lassen.

Das bedeutet nicht, dass wir ab morgen Glätteisen, Blondierung und Lockenstab kollektiv entsorgen müssen. Vielleicht müssen es aber auch nicht jedes Mal 230 Grad sein. Unsere Haare würden sich vermutlich bedanken.

Kann man kaputte Haare also retten?

Jein. Manches lässt sich mit guter Pflege verbessern, anderes nicht rückgängig machen. Entscheidend ist, die richtige Pflege für den tatsächlichen Haarzustand zu wählen, statt jedem neuen Repair-Versprechen hinterherzulaufen.

Und wenn selbst das nicht mehr hilft? Dann hat die Schere gewonnen. Aber hey: Haare wachsen nach.

Tamara Lenz

Marketing Manager Editorial Content

Beauty, Trends und kreative Inhalte haben mich schon immer begeistert – früher mit dem Traum, irgendwann mal Prinzessin zu werden, heute mit der Leidenschaft für Texte, die sich jung, spannend und nicht nach Standard anfühlen. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf TikTok im nächsten Trend-Rabbit-Hole verschwinde, findet man mich wahrscheinlich im Gym, irgendwo am See in der Sonne oder gedanklich schon auf der nächsten Reise. Und sobald ich am Meer bin, verliere ich sowieso komplett jedes Zeitgefühl.

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