
Hunger Games is back: Warum in Panem selbst Make-up politisch ist
Bunte Perücken, gebleichte Brauen, glitzernde Lider und Outfits, bei denen «mehr ist mehr» noch eine Untertreibung wäre: Beauty gehört zu «The Hunger Games» wie Pfeil und Bogen zu Katniss. Doch hinter den extravaganten Looks aus Panem steckt mehr als eine ziemlich wilde Make-up-Abteilung.
Gewinnspiel
Und weil die Hungerspiele schon bald ins Kino zurückkehren, gibt es auch etwas zu gewinnen: Wir verlosen 3 × 2 Kinotickets für «Die Tribute von Panem: Sunrise on the Reaping». Wie du teilnimmst, erfährst du am Ende des Beitrags.
Am 19. November 2026 kehren die Hungerspiele mit «Die Tribute von Panem – Sunrise on the Reaping» ins Kino zurück. Der sechste Film der Reihe erzählt die Geschichte des jungen Haymitch Abernathy und führt uns zu den 50. Hungerspielen – 24 Jahre bevor Katniss Everdeen sich freiwillig meldet. Und weil es sich um das zweite Jubel-Jubiläum handelt, schickt das Kapitol dieses Mal nicht 24, sondern gleich 48 Tribute in die Arena.
Grund genug, noch einmal genauer auf eine Seite von Panem zu schauen, die mindestens so faszinierend ist wie verstörend: seine Beauty-Welt.
Im Kapitol gibt es offenbar kein «too much»
Wer bei «The Hunger Games» an Beauty denkt, dürfte ziemlich schnell bei Effie Trinket landen. Perücken in Pastellfarben, kreidebleiche Haut, kunstvolle Lippen, dramatische Wimpern und Nägel, mit denen das Tippen einer Nachricht vermutlich zur olympischen Disziplin wird.
Doch Effie ist kein Einzelfall. Das Kapitol liebt alles, was auffällt. Haare, Make-up und Mode werden zum Spektakel. Natürlichkeit scheint ungefähr denselben Stellenwert zu haben wie Bescheidenheit: Man weiss theoretisch, dass es sie gibt.
Was zunächst einfach herrlich übertrieben aussieht, erzählt allerdings ziemlich viel über die Gesellschaft von Panem.
Während die einen hungern, kleben die anderen Strasssteine ins Gesicht
Panem ist von extremen Gegensätzen geprägt. Die Distrikte versorgen das Kapitol mit Ressourcen, während viele ihrer Bewohner selbst unter Entbehrungen leben. Das wohlhabende Kapitol dagegen zelebriert Überfluss – und trägt ihn buchstäblich im Gesicht.
Beauty wird damit zum Statussymbol.
Je aufwendiger die Frisur, je extravaganter das Make-up und je absurder der Look, desto deutlicher wird: Hier muss sich niemand Gedanken darüber machen, ob morgen genügend Essen auf dem Tisch steht.
Der Kontrast ist bewusst unangenehm. Während Familien in den Distrikten jedes Jahr fürchten, dass ihre Kinder für die Hungerspiele ausgelost werden, macht das Kapitol aus genau diesen Spielen ein gesellschaftliches Grossereignis.
Und bevor die Tribute um ihr Leben kämpfen müssen? Bekommen sie erst einmal ein Makeover.
Willkommen in Panem.
Make-up als Teil einer riesigen Inszenierung
Genau hier wird Beauty politisch. Die Hungerspiele dienen nicht nur als Bestrafung der Distrikte. Sie sind auch Unterhaltung und ein Instrument des Kapitols, seine Macht zu demonstrieren. Die Tribute werden eingekleidet, frisiert, geschminkt, interviewt und der Bevölkerung präsentiert.
Aus echten Menschen entstehen Charaktere.
Wir kennen das besonders gut von Katniss. Erst durch Cinnas Styling wird aus dem Mädchen aus Distrikt 12 das «Girl on Fire». Ihr Look sorgt dafür, dass sie auffällt, dass Menschen über sie sprechen und sich an sie erinnern. Später wird ihre äussere Inszenierung sogar Teil ihrer Rolle als Symbol des Widerstands.
Die gleiche Sprache – Kleidung, Beauty, Bilder und grosse Auftritte – kann damit sowohl dem Machtsystem als auch dem Widerstand dienen.
Plötzlich wirkt der perfekte Lippenstift in Panem gar nicht mehr so oberflächlich.
Im Kapitol ist mehr definitiv mehr – auch bei Beauty und Mode. Quelle: Ascot Elite
Wer die Bilder kontrolliert, kontrolliert die Geschichte
Diese Ebene dürfte bei «Sunrise on the Reaping» besonders interessant werden.
Autorin Suzanne Collins nennt Propaganda und die Frage, weshalb sich viele Menschen von wenigen regieren lassen, als zentrale Gedanken hinter Haymitchs Geschichte. Dabei greift sie unter anderem auf den schottischen Philosophen David Hume und dessen Idee der «implicit submission», also der stillschweigenden Unterwerfung, zurück. Collins beschäftigt sich damit, wie stark Herrschaft von öffentlicher Meinung abhängt – und welche Rolle Propaganda dabei spielt.
Das passt erstaunlich gut zur Ästhetik der Hungerspiele.
Das Kapitol entscheidet schliesslich nicht nur, was die Menschen sehen, sondern auch, wie sie es sehen sollen. Aus Gewalt wird eine Show. Aus Tributen werden Stars. Aus Angst wird Unterhaltung.
Und schöne Bilder helfen dabei.
Genau deshalb ist die extravagante Ästhetik des Kapitols mehr als hübsche Filmkulisse. Sie gehört zu einer Welt, in der Spektakel von dem ablenken kann, was eigentlich passiert.
Ziemlich düster für einen Artikel, der mit falschen Wimpern angefangen hat.
Wie viel Kapitol steckt in unseren Beauty-Trends?
Bevor jetzt vorsorglich der gesamte Schminkschrank politisch analysiert wird: Ein Metallic-Lidschatten macht natürlich noch kein dystopisches Regime.
Trotzdem macht «Die Tribute von Panem» etwas Spannendes sichtbar: Beauty kann kommunizieren. Zugehörigkeit, Status, Rebellion, Individualität – oder schlicht: Schaut mich an.
Und einige Capitol-Looks würden 2026 vermutlich nicht einmal mehr besonders auffallen. Gebleichte Augenbrauen? Gesehen. Face Gems? Klar. Metallic Eyeshadow? Her damit. Extravagante Nail Art? TikTok sagt Hallo.
Was im ersten «Die Tribute von Panem»-Film noch herrlich futuristisch und absurd wirkte, erinnert heute stellenweise erstaunlich stark an unseren Social-Media-Feed.
Der entscheidende Unterschied: Wir dürfen selbst entscheiden, ob wir aussehen möchten wie Effie Trinket auf dem Weg zur Met Gala oder lieber so, als hätten wir seit drei Tagen keinen Concealer gesehen. Beides legitim.
Capitol Beauty – ohne dystopische Nebenwirkungen
Wer sich vom Kapitol zumindest optisch inspirieren lassen möchte, muss nicht gleich zur pinken Perücke greifen. Metallic-Lidschatten, farbiger Eyeliner, auffälliger Lippenstift, schimmernder Highlighter, Nail Art oder dramatische Wimpern bringen bereits etwas Panem ins Beauty-Regal.
Und mit «Sunrise on the Reaping» bekommen wir diesen November reichlich neue Inspiration. Ob die Looks des jungen Haymitchs allerdings einen neuen Beauty-Trend auslösen werden, bleibt abzuwarten.
Bei Effie stehen die Chancen vermutlich besser.
Zurück nach Panem
«The Hunger Games» war schon immer mehr als eine Geschichte über Jugendliche in einer Arena. Die Reihe erzählt von Macht, Ungleichheit, Propaganda und davon, wer bestimmen darf, welche Geschichte die Öffentlichkeit zu sehen bekommt. «Sunrise on the Reaping» rückt genau diese Fragen erneut ins Zentrum.
Vielleicht lohnt es sich deshalb beim nächsten Kinobesuch, zwischen Arena, Haymitch und Präsident Snow auch einmal auf Lippenstift, Frisuren und Kostüme zu achten.
Denn in Panem ist selbst Beauty selten einfach nur schön.
Mögen die Chancen stets zu euren Gunsten stehen
Du möchtest selbst zurück nach Panem? Wir verlosen 3 × 2 Kinotickets für «Die Tribute von Panem - Sunrise on the Reaping».
So nimmst du teil: Verrate uns in den Kommentaren, wer dein Lieblingscharakter aus dem Hunger-Games-Universum ist.
Teilnahmeschluss: 9. November 2026
Die Gewinner werden anschliessend per E-Mail benachrichtigt. Keine Sorge: Als Tribut musst du dich dafür nicht freiwillig melden.
Quelle Titelbild: Ascot Elite
Marketing Manager Editorial Content
Beauty, Trends und kreative Inhalte haben mich schon immer begeistert – früher mit dem Traum, irgendwann mal Prinzessin zu werden, heute mit der Leidenschaft für Texte, die sich jung, spannend und nicht nach Standard anfühlen. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf TikTok im nächsten Trend-Rabbit-Hole verschwinde, findet man mich wahrscheinlich im Gym, irgendwo am See in der Sonne oder gedanklich schon auf der nächsten Reise. Und sobald ich am Meer bin, verliere ich sowieso komplett jedes Zeitgefühl.
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