Brack Logo

Mailand, Ruhrpott, Nordwestengland: Fussballrivalitäten mit Geschichte

Diese Rivalitäten reichen weit über den Rasen hinaus und bringen ganze Städte zum Kochen. Von Kanalbauten über Stadionstreits bis zu Familien, die in zwei Farben gespalten sind.

icon/info

Gewinnspiel: Erfahre am Ende des Beitrags, wie du zwei Tickets für ein Brack Super League Spiel deiner Wahl gewinnen kannst!

Dieser Artikel ist eine Fortsetzung von «Die grössten Fussballrivalitäten und ihre Hintergründe». Schreib uns gerne in die Kommentare, welche weiteren Duelle dich interessieren.

Derby della Madonnina – AC Mailand vs. Inter Mailand

Paolo Maldini, Marco van Basten und Andrea Pirlo auf der einen, Javier Zanetti, Lothar Matthäus und Ronaldo Nazário auf der anderen Seite. Das sind nur einige der unzähligen Ikonen, die für einen der Mailänder Clubs aufgelaufen sind.

Zwei Vereine, eine Wurzel

Die Associazione Calcio Milan und der Football Club Internazionale Milano teilen sich nicht nur eine Stadt und ein Stadion, sie gingen aus ein und demselben Club hervor.

1899 gründete Herbert Kilpin, ein Textilarbeiter und Fussballer aus Nottingham, mit einigen Gleichgesinnten in Mailand den «Milan Foot-Ball and Cricket Club». Neun Jahre später spalteten sich einige Mitglieder ab, weil sie nicht damit einverstanden waren, dass im Verein nur noch italienische Spieler zugelassen sein sollten. Sie gründeten 1908 einen eigenen Club, der auch Ausländern offenstand, den «Football Club Internazionale Milano».

Warum heisst das Duell «Derby della Madonnina»?

Benannt ist das Derby nach der vergoldeten Marienstatue auf der Spitze des Mailänder Doms. Manchmal sprechen die Mailänder auch vom «Derby der Cousins», weil die beiden Fanlager stark durchmischt sind. In vielen Familien hält die eine Hälfte zu den Interisti, die andere zu den Milanisti. Beide Lager sind über die ganze Stadt verteilt.

Soziale Unterschiede

Früher verband man die Milan-Fans als «casciavìt» (Schraubenzieher) mit der Arbeiterklasse und den Vororten. Die Inter-Fans galten dagegen als «baùscia» (Angeber), also als wohlhabende, elegante Bewohner der Innenstadt. Diese Grenzen haben sich über die Jahre verwischt, grosse soziale Unterschiede gibt es heute keine mehr.

Wer hat sportlich die Oberhand?

International ist Milan mit sieben Titeln im wichtigsten europäischen Clubwettbewerb klar erfolgreicher, Inter kommt auf drei. National hat dagegen Inter die Nase vorn: mit 21 Meistertiteln, zwei mehr als Milan, und mit 10 Pokalsiegen, doppelt so vielen wie der Stadtrivale.

San Siro oder Giuseppe-Meazza-Stadion?

1980 wurde das San Siro nach Giuseppe Meazza umbenannt, der als Vereinslegende von Inter gilt. Viele Milanisti weigern sich deshalb, diesen Namen zu verwenden, und sprechen weiterhin nur von «San Siro», obwohl Meazza gegen Ende seiner Karriere auch zwei Saisons für Milan auflief.

Eine Stadt, zwei Champions League-Sieger

Bis 2023 war Mailand die einzige Stadt mit zwei verschiedenen Siegern des wichtigsten europäischen Clubwettbewerbs. Dann gewann Manchester City als zweiter Club aus Manchester die Champions League. Seither teilt Mailand diese Besonderheit mit Manchester.

Revierderby – Borussia Dortmund vs. FC Schalke 04

Gelsenkirchen und Dortmund liegen nur rund 30 Kilometer auseinander. Beide Städte sind geprägt vom Steinkohlebergbau und von der Stahlindustrie, und in beiden hat der Fussball eine existenzielle Bedeutung. Im Gegensatz zu vielen anderen Rivalitäten gab es zwischen den Fanlagern historisch keine sozialen Unterschiede: Beide Klubs gelten als Arbeitervereine.

Vom kleinen Bruder zum Herausforderer

Eine Rivalität gab es in den Anfängen nicht, vielmehr standen sich die zwei Vereine freundschaftlich gegenüber. Schalke 04 war lange die dominante Mannschaft der Region, die Borussia spielte sportlich keine Rolle und wurde nicht als Konkurrenz wahrgenommen. Doch Dortmund wurde stärker, und nach dem Zweiten Weltkrieg verschoben sich die Kräfteverhältnisse. Als Wendepunkt gilt vor allem das Finale der Westfalenmeisterschaft 1947, das der BVB mit 3:2 gewann.

Ungleiche Nachbarn

Heute trennen die beiden Klubs Welten. Dortmund hat Schalke bei den Meistertiteln längst überholt: Acht Titel stehen beim BVB zu Buche, sieben bei den Königsblauen, die zuletzt 1958 Meister wurden. Während die Borussia sich in den letzten Jahren als feste Grösse hinter den Bayern etablierte, kämpfte Schalke mit finanziellen Problemen und verbrachte drei Jahre in der 2. Bundesliga. Die Kräfteverhältnisse spiegeln sich auch in der aktuellen Saison: Der Vizemeister aus Dortmund ist nach sechs Partien in der Bundesliga noch ungeschlagen und steht punktgleich mit dem FC Bayern München auf dem zweiten Rang. Aufsteiger Schalke hält sich mit fünf Punkten knapp über dem Strich. Doch ein Derby folgt bekanntlich eigenen Gesetzen, und gerade als Aussenseiter hat Schalke wenig zu verlieren.

Eine Feindschaft, aus der es kein Zurück mehr gibt

Heute sind die beiden Fanlager so verfeindet, dass sich manche Fans einen Derbysieg mehr wünschen als die Meisterschale. Die Abneigung geht gar so weit, dass manche Fans die andere Stadt nicht beim eigentlichen Namen nennen. Für die Schalker ist Dortmund «Lüdenscheid-Nord», die Dortmunder sprechen von Gelsenkirchen nur als «Herne-West».

Das Revierderby ist zurück

Mit dem Aufstieg von Schalke 04 im Frühling 2026 kehrt der Klassiker im Ruhrpott in die Bundesliga zurück. Und bald ist es wieder so weit: Am 5. Dezember empfängt Schalke den BVB in der Veltins-Arena zum ersten Revierderby seit über drei Jahren.

The North West Derby – Manchester United vs. Liverpool FC

Die Rivalität zwischen Manchester und Liverpool entstand abseits des Fussballs. Beide Städte entwickelten sich während der Industrialisierung im 18. und 19. Jahrhundert zu wichtigen Wirtschafts- und Kulturzentren im Norden Englands. Eine gewisse Städterivalität herrschte also schon lange vor dem ersten Aufeinandertreffen auf dem Rasen. Lange war Manchester vom Hafen Liverpools abhängig. Um sich von dessen Zoll- und Hafengebühren zu befreien, baute Manchester den Manchester Ship Canal. Mit seiner Eröffnung 1894 hatte die Stadt einen direkten Zugang zum Meer und war nicht mehr auf Liverpool angewiesen, was dort gar nicht gut ankam.

Eisenbahner und ein Mietstreit

Erst später übertrug sich die Feindschaft auf den Fussball. Manchester United entstand 1878 als Newton Heath LYR F.C., gegründet von Arbeitern der Lancashire and Yorkshire Railway. Den heutigen Namen trägt der Club seit 1902. Die Geschichte des Liverpool FC beginnt dagegen mit einem Streit. Everton spielte ursprünglich an der Anfield Road, auf einem Gelände, das John Houlding gehörte. Als Houlding die Miete erhöhte und immer mehr Einfluss auf den Verein nahm, kam es zum Bruch. Everton zog 1892 in den neu gebauten Goodison Park, der nur einen Kilometer entfernt auf der anderen Seite des Stanley Parks liegt. Houlding stand mit einem Stadion ohne Mannschaft da und gründete kurzerhand einen neuen Verein: den Liverpool FC.

Liverpools goldene Jahre

Heute sehen sich beide als der erfolgreichste Verein Englands. Beide dominierten den englischen Fussball über längere Zeit, Liverpool vor allem zwischen 1975 und 1990. In dieser Zeit gewann der Club viermal den Europapokal der Landesmeister, den Vorgänger der Champions League, und zehn von 15 möglichen Meisterschaften.

Die Ära Ferguson – Manchester übernimmt das Zepter

Ab den 90er-Jahren verschob sich das Machtverhältnis in Richtung Manchester. Sir Alex Ferguson, seit 1986 Trainer bei United, holte in der Saison 1992/93 den ersten Meistertitel seit 26 Jahren. Es war zugleich die erste Saison der neu gegründeten Premier League. Bis 2013 blieb Ferguson an der Seitenlinie im Old Trafford, gewann 38 Titel, darunter 13 Meisterschaften, und machte Manchester United mit 20 Titeln zum Rekordmeister. Seit seinem Abgang konnte United die englische Meisterschaft nicht mehr gewinnen.

Liverpool schlägt zurück

Jürgen Klopp prägte eine neue Ära in Liverpool. Er reformierte den Club, Liverpool spielte wieder mit klarem Spielstil und Siegermentalität. 2019/20 folgte der erste Meistertitel seit der Saison 1989/90. Unter Arne Slot holte Liverpool 2024/25 den 20. Titel und zog damit mit Manchester United gleich. Momentan teilen sich die beiden Clubs den Rekord.

Wer ist die Nummer eins?

National betrachtet hat Manchester United knapp die Nase vorn. Im FA Cup führen die Red Devils mit 13 zu 8 Titeln, im Ligapokal liegt dagegen Liverpool mit 10 zu 6 vorne. Europäisch ist Liverpool die grössere Nummer: Sechsmal holten die Reds den wichtigsten europäischen Clubwettbewerb, United dreimal (1968, 1999, 2008).

Gewinnspiel

Welche Rivalität darf in einem nächsten Teil nicht fehlen? Schreib es bis 22.11.2026 in die Kommentare und gewinne 2 Tickets für ein Spiel der Brack Super League deiner Wahl. Duelle, die bereits im ersten Teil behandelt wurden, zählen nicht.

(Teilnahmebedingungen)

Entdecke unser Fussballsortiment

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

Alle Beiträge des Autors anzeigen
,

Alle Beiträge zum Thema

Mailand, Ruhrpott, Nordwestengland: Fussballrivalitäten mit Geschichte

Diese Rivalitäten reichen weit über den Rasen hinaus und bringen ganze Städte zum Kochen. Von Kanalbauten über Stadionstreits bis zu Familien, die in zwei Farben gespalten sind.

21.10.2026

Mehr lesen

St.Gallen-Fans aufgepasst: 3.1879 % für die Zukunft

Mit dem Brack Zämä-Prozent wird jeder Einkauf ein Assist für die Zukunft. Onlineshoppen und dabei den nächsten Espen-Star fördern. Ab dem 8. Oktober 2026 fliessen 3.1879 % deines Einkaufsbetrags direkt in das Nachwuchsprojekt Future Champs Ostschweiz des FC St.Gallen 1879.

08.10.2026

Mehr lesen

3 Wochen Pause, 2 neue Trainer, 1 Frage: Die Brack Super League ist zurück

Xhaka beichtet die Fälschung seines Covid-Zertifikats, Cristiano Ronaldo kehrt dem Portugal-Camp den Rücken und Manchester City drohen nach dem Schuldspruch im Finanzskandal harte Strafen. Die XXL-Länderspielpause war von brisanten Schlagzeilen geprägt. Nun richtet sich unser Blick wieder auf das, was uns wirklich bewegt: die Brack Super League.

06.10.2026

Mehr lesen

Brack Super League-Spieler im Fokus: Dereck Moncada, FC Lugano

Diesen Sommer wechselte Dereck Moncada zum FC Lugano. Die Tessiner sollen für den honduranischen Flügelspieler rund drei Millionen Franken bezahlt und damit den teuersten Transfer der Vereinsgeschichte getätigt haben. Nun sorgt das Toptalent bereits in seinen ersten Einsätzen für Aufsehen.

24.09.2026

Mehr lesen

«Ich weiss, dass ich nichts weiss» – oder: Die Hands-Regel

Treffender könnte man die aktuellen Diskussionen rund um die Handspiel-Regel im Fussball nicht formulieren, als es Sokrates tat – auch wenn er dabei wohl nicht an das runde Leder dachte. Sein berühmter Satz könnte heute genauso gut aus dem Mund eines Schiedsrichterexperten stammen.

26.08.2026

Mehr lesen

Brack Super League-Spieler im Fokus: Junior Kadile, Servette FC

Junior Kadile stand in der Rückrunde der vergangenen Saison bereits als Leihspieler von Almere City bei Servette FC unter Vertrag. Diesen Sommer konnten die Grenats ihn fest verpflichten. Nach einer Oberschenkelverletzung steht sein Comeback kurz bevor.

13.08.2026

Mehr lesen
FacebookLinkedinRedditXWhatsapp