
Trockene Haut? Diese Fehler machen fast alle
Kaum wird es draussen kühler, beginnt sie wieder: die Saison der spannenden Wangen, schuppigen Schienbeine und Hände, die ständig nach Handcreme verlangen. Doch nicht nur das Wetter ist schuld. Einige unserer liebsten Alltagsgewohnheiten machen es trockener Haut erstaunlich leicht.
Es gibt Dinge, auf die ich mich im Herbst freue: grosse Pullover, gemütliche Abende und endlich wieder schlafen, ohne dass das Schlafzimmer einer Sauna gleicht. Was eher nicht auf meiner Liste steht: Haut, die nach dem Duschen spannt, als hätte ich mein Gesicht eine Nummer zu klein gekauft. Und trotzdem passiert es jedes Jahr wieder.
Sobald es draussen kälter und drinnen wärmer wird, meldet sich bei vielen die trockene Haut zurück. Das liegt tatsächlich an der Jahreszeit – aber eben nicht nur. Einige Dinge, die wir täglich machen, können unsere Hautbarriere zusätzlich strapazieren.
Fehler 1: Du duschst so heiss, dass dein Badezimmer zum Dampfbad wird
Ich verstehe es. Draussen ist es kalt und du möchtest eigentlich nur unter eine Dusche steigen, die ungefähr die Temperatur eines Vulkans hat. Deine Haut findet diese Idee weniger schön. Sehr heisses Wasser kann Fette aus der obersten Hautschicht lösen. Genau diese Lipide helfen aber dabei, Feuchtigkeit in der Haut zu halten. Fehlen sie, kann Wasser leichter verdunsten und die Haut fühlt sich trocken und gespannt an.
Du musst deshalb nicht plötzlich kalt duschen und dabei deine Lebensentscheidungen hinterfragen. Lauwarm statt sehr heiss ist bereits hautfreundlicher.
Fehler 2: Du schrubbst nach dem Motto «Viel hilft viel»
Die Haut schuppt? Dann müssen die Schüppchen weg. Peeling drauf, ordentlich rubbeln, Problem gelöst. Leider nicht unbedingt. Mechanische Peelings, aggressive Reinigung oder zu häufig verwendete Peelingsäuren können eine ohnehin angeschlagene Hautbarriere zusätzlich reizen. Gerade trockene Haut braucht manchmal nicht mehr Action, sondern schlicht etwas Ruhe.
Wenn deine Haut bereits spannt, gerötet ist oder sich empfindlich anfühlt, ist das eher nicht der Moment für ein Beauty-Bootcamp.
Fehler 3: Du wartest mit dem Eincremen
Duschen. Abtrocknen. Haare machen. Anziehen. Noch kurz aufs Handy schauen. Und irgendwann: Ach ja, Bodylotion. Dabei lohnt es sich, trockene Haut relativ schnell nach dem Duschen einzucremen. Auf noch leicht feuchter Haut können Pflegeprodukte helfen, die vorhandene Feuchtigkeit besser einzuschliessen.
Inhaltsstoffe wie Glycerin oder Hyaluronsäure binden Wasser. Ceramide können die Hautbarriere unterstützen, während reichhaltigere Inhaltsstoffe wie Sheabutter oder pflanzliche Öle helfen, den Feuchtigkeitsverlust zu reduzieren.
Fehler 4: Deine Reinigung ist gründlicher als nötig
Dieses quietschsaubere Gefühl nach der Gesichtsreinigung kann befriedigend sein. Für trockene Haut ist «quietschend sauber» allerdings nicht unbedingt ein Kompliment.
Stark entfettende Reinigungsprodukte können neben Schmutz und Make-up auch hauteigene Lipide entfernen. Wenn dein Gesicht direkt nach der Reinigung spannt, könnte dein Produkt für deine Haut zu aggressiv sein.
Eine milde Reinigung reicht häufig völlig aus. Das Ziel ist schliesslich saubere Haut und nicht die biologische Entfernung sämtlicher Lebenszeichen aus deinem Gesicht.
Fehler 5: Du unterschätzt deine Heizung
Endlich wieder gemütlich warm zuhause! Während du zufrieden auf dem Sofa sitzt, führt deine Haut allerdings einen stillen Protest. Heizungsluft kann die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen senken. Dadurch verliert auch unsere Haut leichter Feuchtigkeit. Zusammen mit kalter Aussenluft entsteht eine Kombination, die trockene Haut besonders begünstigt.
Regelmässiges Lüften und eine angenehme Luftfeuchtigkeit können helfen. Bei sehr trockener Raumluft kann auch ein Luftbefeuchter sinnvoll sein – vorausgesetzt, er wird regelmässig gereinigt. Sonst züchtest du statt Wohlfühlklima möglicherweise ein kleines Biotop.
Fehler 6: Du behandelst trockene Haut wie im Sommer
Im Juli reicht dir eine leichte Gelcreme und deine Haut ist glücklich? Schön für Juli. Unsere Hautbedürfnisse können sich mit den Jahreszeiten verändern. Im Herbst und Winter kann es deshalb sinnvoll sein, die Pflege anzupassen. Das muss keine komplett neue Zehn-Schritte-Routine bedeuten. Oft reichen eine reichhaltigere Creme, eine rückfettende Bodylotion oder eine mildere Reinigung.
Und nein: Mehr Produkte bedeuten nicht automatisch mehr Feuchtigkeit.
Fehler 7: Du cremst erst, wenn deine Haut bereits SOS funkt
Solange alles gut aussieht, wird Bodylotion gerne wie eine optionale Zusatzaufgabe behandelt. Erst wenn die Schienbeine aussehen wie eine kleine Winterlandschaft, beginnt die grosse Rettungsaktion. Dabei ist regelmässige Pflege sinnvoller, als erst einzugreifen, wenn die Haut bereits stark spannt oder schuppt.
Die Hautbarriere kannst du dir wie eine Mauer vorstellen: Hautzellen sind die Ziegelsteine, Lipide der Mörtel dazwischen. Ist dieser Mörtel intakt, bleibt Feuchtigkeit besser dort, wo sie hingehört. Wird er ständig ausgewaschen, abgeschrubbt und von trockener Luft herausgefordert, bekommt die Mauer Lücken.
Deine Haut braucht keine komplette Herbst-Transformation
Kälte, trockene Raumluft und individuelle Veranlagung können trockene Haut begünstigen. Viele typische Herbstprobleme können wir aber zumindest reduzieren, indem wir unsere Hautbarriere nicht zusätzlich sabotieren.
Etwas weniger heiss duschen, milder reinigen, regelmässig eincremen und die Pflege der Jahreszeit anpassen – ziemlich unspektakulär, aber genau darin liegt der Punkt. Denn manchmal braucht unsere Haut gar keine neue Wunderpflege. Manchmal möchte sie einfach nur, dass wir aufhören, sie jeden Abend zu kochen.
Quelle Titelbild: Unsplash | Daiga Ellaby
Marketing Manager Editorial Content
Beauty, Trends und kreative Inhalte haben mich schon immer begeistert – früher mit dem Traum, irgendwann mal Prinzessin zu werden, heute mit der Leidenschaft für Texte, die sich jung, spannend und nicht nach Standard anfühlen. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf TikTok im nächsten Trend-Rabbit-Hole verschwinde, findet man mich wahrscheinlich im Gym, irgendwo am See in der Sonne oder gedanklich schon auf der nächsten Reise. Und sobald ich am Meer bin, verliere ich sowieso komplett jedes Zeitgefühl.
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