
«Was erlauben Strunz?!» Memes aus der (alten) Fussballwelt
Memes aus der Zeit vor dem Internet, das ist Schnee von morgen: Denn ob Mailand oder Madrid – Hauptsache Italien! Jetzt also bloss nicht den Sand in den Kopf stecken. Und wenn wir hier nicht gewinnen, dann treten wir ihnen zumindest den Rasen kaputt. Nun müssen wir die Köpfe hochkrempeln. Und die Ärmel natürlich auch, denn wenn man ein 0:2 kassiert ist ein 1:1 nicht mehr möglich und ich habe nie an unserer Chancenlosigkeit gezweifelt.
«So ist Fussball. Manchmal gewinnt der Bessere.»
Nachträgliche Gratulation an dieser Stelle an Lukas «Poldi» Podolski, der sich damit den Fussballerspruch des Jahres 2006 gesichert hat. Eine wunderbar banale wie profunde Aussage. Tatsächlich sind, oder vielleicht eher, waren Fussballerinterviews oft pures Gold. Von Wortverwechslungen über ungehemmte Emotionen bis hin zu schlichtweg stupiden Statements oder eben einer tiefgründigen Trivialität ist alles dabei.
«Ich sag ja, Eier. Wir brauchen Eier!»
Erfrischende Ehrlichkeit und wahre Worte wie sie ein Oliver Kahn von sich zu geben wusste, das vermisse ich wirklich. PRofi-Fussball lässt grüssen. «Weil wir kein Tor geschossen haben» konstatiert Kahn trocken nach dem 2003er Hinrundenspiel gegen Schalke auf die Frage, weshalb sie denn nicht gewonnen hätten. Grossartig, weswegen denn auch sonst? «Was soll ich hier jedes Mal in die Kamera quatschen, das ist doch völlig sinnlos!» – true, da scheint er die inhaltliche Natur vieler Sportinterviews erkannt zu haben. Und die bekannteste Aussage ist natürlich diejenige aus dem Titel; Ein Blick ins einminütige Video ist durchaus amüsant, denn Kahns Antworten sind von einer herrlichen Direktheit.
Trapattonis Rant
Schon über ein Vierteljahrhundert her und immer noch unvergessen, zumindest bei den schon etwas Mittleren und Älteren unter uns. Der kürzlich 86 Jahre alt gewordene Giovanni Trapattoni steigerte sich im Verlauf seines rund dreiminütigen Rants anlässlich einer Pressekonferenz am 10. März 1998 ganz schön rein und zieht insbesondere über Thomas Strunz, Mario Basler und Mehmet Scholl sowie weitere Spieler seiner FC Bayern Mannschaft her. Die Geburt von Meme-Aussagen wie «Was erlauben Strunz?!», «Schwach wie eine Flasche leer!» und «Ein Trainer ist nicht ein Idiot!». Lies die Aussagen am besten nochmals, diesmal mit kantigem italienischem Akzent – oder gib dir seine Wutrede im Video.
Per Sie, bis der Tod sie scheidet
Günter Netzer war nicht nur ein ikonischer deutscher Fussballer, sondern auch ein Fernseh-Experte ebendieses Formats. Im dynamischen Duo mit Gerhard Delling unterhielten die beiden ihr Publikum über Jahre hinweg exzellent. Was immer zusätzlich für ein gewisses Amüsement sorgte: Die beiden blieben stets per Sie, über die gesamte gemeinsame Karriere hinweg. Zudem hauten sich die zwei Frienemies regelmässig und ordentlich in die Pfanne. Legendär: Netzer war sogar Trauzeuge auf Dellings Hochzeit, aber «die Chance, dass ich ihm das Du anbiete, ist gleich null.» Grund genug, sich ein kleines Best-Of der beiden alten Gauner zu Gemüte zu führen.
Was hast du noch so auf Lager?
Weitere Anwärter für die besten Fussballphilosophen sind: Toni Polster, Jürgen Klopp und... wer ist dein Favorit? Apropos: Wir haben übrigens auch noch ein bisschen was für Fussballfans auf Lager.
Fazit: Fussball ist einfach, rein das Ding – und ab nach Hause
Der Kenner und die Kennerin wird bemerkt haben, dass ich mich auf ein oder auch zwei Sprüche von Lukas Podolski beziehe. Wie ich finde, trifft er den schmalen Grat aus Banalität und tieferliegenden Wahrheiten – und das ist, meiner Meinung nach, ein sehr schönes Talent. Natürlich bleiben auch Aussagen wie «Das Runde muss ins Eckige.» oder «Damals hat die halbe Nation hinter dem Fernseher gestanden.» unvergessen. Abseits davon (pun intended) finden sich natürlich noch viele weitere schöne Schmankerl, Rants und Sprüche, getroffen von den grössten zeitgemässen Philosophen, die wir halt so haben. Der Ball ist schliesslich immer noch rund und ein Spiel dauert nach wie vor 90 Minuten. Plus: Fussball ist ein einfaches Spiel; 22 Männer (Anm. der Redaktion: oder Frauen) jagen 90 Minuten lang einem Ball hinterher und am Ende gewinnen die Deutschen. What more can I say? Ich habe fertig.
Bonus: Wie viele Alliterationen zählst du?
Content Marketing Manager
Irgendwo zwischen Old Soul und Kindskopf begeistere ich mich seit je her für alles Digitale, aber auch so manch Analoges. Ich schraube regelmässig an Beats in meiner DAW, führe mein Volk in Strategiespielen zu Ruhm und Ehre oder geistere wie ein Schatten durch einen Stealth Shooter. Zudem höre ich gerne schlauen Menschen zu, die über Philosophie, Technologie oder gesellschaftliche Themen sprechen. Selbstverständlich alles mithilfe (m)eines Computers, dem wahrscheinlich mächtigsten und zugänglichsten Werkzeug der Menschheitsgeschichte. Viel zu lernen ich noch habe!
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