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Wenn Tastaturen cremig klingen

Suppen können cremig sein, genauso wie Saucen, Pürees, Eis, Tiramisu – oder auch Tastaturen. Ja. Tastaturen. Nur geht es dabei nicht um ihre Beschaffenheit, sondern um ihre Tippgeräusche: creamy, thocky, clacky, clicky, poppy und marbly sollen sie klingen können.

Es ist nicht lange her, dass mir diese Videos in den Feed gespült wurden. Schicke, mechanische Tastaturen in verschiedenen Farben und Designs, ausgepackt, zusammengesetzt, und immer mit einem Tippgeräusche-Test im Anschluss. «A smooth creamy sound», würde beschrieben werden. Oder: «This one sounds rather deep and thocky.»

Als ich das zum ersten Mal hörte, runzelte ich die Stirn. «Die Tastatur soll … cremig klingen?» Cremig ist für mich schliesslich, na ja, mehr Konsistenz als Geräusch. Sowas, zum Beispiel:

Unüblich ist das aber nicht

Tatsächlich begegnen uns solche Übertragungen ständig. Wein schmeckt holzig, Kälte ist klirrend, Farben können schrill und warm sein. Wir leihen uns Begriffe aus anderen Sinnesbereichen, um Eindrücke greifbar zu machen. In der Sprachwissenschaft ist dabei von synästhetischen Metaphern, beziehungsweise Synästhesie als Stilmittel die Rede: Ein Sinneseindruck wird mit Wörtern beschrieben, die ursprünglich zu einem anderen Sinn gehören.

So ähnlich ist das auch hier. Gerade bei Gerüchen und Geräuschen kommen wir schnell an einen Punkt, an dem wir uns mit Metaphern behelfen müssen. Aber, nun, darum geht es ja gerade nicht.

Jedenfalls muss es sich bei «cremig» nicht zwangsläufig um so etwas hier handeln:

Tippgeräusche im Trend

Um den roten Faden wieder aufzugreifen: cremige Tippgeräusche. Es gibt sie. Und wer sich in diese nischige Nische der unendlich langen Reel-Schleife verirrt, merkt schnell, wie ernst es der Community damit ist. Die Frage aller Fragen lautet aber immer noch: Wie genau hört sich eine «cremige Tastatur» an?

Nachdem ich mich etwas zu weit in dieses Gefilde hinausgewagt habe, kann ich feierlich bestätigen: «Creamy» ist im wahrsten Sinne des Wortes die Crème de la Crème der Tippgeräusche. Wer dabei jedoch an das Geräusch denkt, das entsteht, wenn beispielsweise eine Vanillecreme umgerührt wird, oder wenn sich die Kollegin im Büro die Hände mit einer Nivea- oder Weleda-Creme eincremt, irrt sich gewaltig.

Cremig klingt «creamy» nämlich erst, wenn es in Relation zu anderen Tippgeräuschen gesetzt wird.



Das Geräusch wird weitgehend als «soft and buttery» beschrieben, und im Vergleich zu anderen Tippgeräuschen soll es geschmeidiger und sanfter klingen. Ob man das nun genauso sieht (hört?) oder nicht … bleibt der eigenen Wahrnehmung überlassen. Oder der Fantasie. Oder beidem. Ich für meinen Teil verstehe jetzt etwas besser, weshalb ich manche Tippgeräusche als störend empfinde (hust hust clicky hust) und andere nicht.

Dann gibt es da natürlich noch das Lager, das Tippgeräusche generell abgrundtief verachtet. Einer der Gründe, weshalb sich für das Grossraumbüro Silent-Tastaturen anbieten – die zwar oft nicht so still sind, wie sie sich anpreisen, aber eben so leise, wie es uns der Markt unter den physikalischen Begebenheiten anbieten kann.

Creamy, thocky, clacky, clicky oder poppy?

Es ist witzig, wie mir die Tippgeräusche meiner Tastatur immer bewusster geworden sind, während ich diesen Artikel verfasst habe. Ich würde sagen … ja, ich würde sagen, meine Tastatur klingt clacky. Und deine?

Duygu Özdemir

Marketing Manager Editorial Content

Wenn ich mal nicht gerade damit beschäftigt bin, meiner literarisch-kreativen Ader freien Lauf zu lassen, stecke ich höchstwahrscheinlich in einem Netflix-Marathon fest («Nur noch eine Folge!»), unterhalte ich mich angeregt über die verschiedensten Themen, lese ein gutes Buch oder fordere mich selbst mit einem neuen Hobby heraus. Meine Wissbegierde kennt keine Grenzen, und hier habe ich die Möglichkeit, sie auszuleben und mit anderen zu teilen.

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