
Die Kunst, das falsche Kopierpapier zu wählen
Nachdem mein Drucker beinahe an «glattem, dickem» Papier erstickt ist, bin ich zur Erkenntnis gelangt: Nicht jeder Drucker verträgt jede Papiersorte. Da bringt auch das richtige Format nichts. Tragisch, aber wahr. Daher setzt dieser Beitrag alles daran, deinem (Büro-)Drucker solche traumatischen Erlebnisse zu ersparen.
«Papier ist doch Papier»
Auf den ersten Blick wirkt es wie eine einfache Entscheidung – was sollte denn auch schiefgehen? Kopierpapier ist schliesslich Kopierpapier: weiss, rechteckig, dünn. Papier eben. Das, was sich im Einzugsfach des Bürodruckers befindet. Und sofern du universelles, normales Kopierpapier im passenden Format wählst, stimmt das sogar. Die Probleme beginnen da, wo du sagst: «Dieses Zertifikat ist wichtig, das drucke ich auf schön dickem Papier.» Oder: «Glänzendes Papier sieht bestimmt besser aus.»
Nicht jeder Drucker kann damit umgehen. Manche sind dafür schlichtweg nicht konzipiert – ein Umstand, der selbst vielen Büroangestellten nicht bewusst ist, bis die Wahrheit ihnen ins Gesicht lacht.
Die Tücken der Grammatur
Im Chemieunterricht wird gelehrt: «Die Dosis macht das Gift.» Für Drucker ist das mit Papier nicht anders, nur leider funktioniert das da in beide Richtungen. Das Papier kann sowohl zu dick als auch zu dünn sein. In diesen Fällen kann der Drucker das Papier nicht richtig greifen oder durchschleusen. Die möglichen Folgen? Von einem Papierstau über ein beschädigtes Originaldokument (falls Einzug) bis hin zu einem Reparaturfall (wenn auch glücklicherweise selten). Woher jedoch wissen wir, welche Grammatur der Drucker verträgt?
Die geeigneten Grammaturen für jedes Fach stehen auf dem Datenblatt oder im Handbuch des Druckers. Bei Laserdruckern verhält es sich in der Regel etwa so:
- Unter 60 g/m² → Papierstau-Gefahr, Datenblatt prüfen
- 60 g/m² → meist problemlos
- 80-105 g/m² → Standard, bei regulären Druckern sicher
- 110-160 g/m² → meist abhängig von Einzugsstelle, Datenblatt prüfen
- Über 160 g/m² → Papierstau-Gefahr, Datenblatt prüfen
Die Information findet sich meist unter der Rubrik «Papiermanagement» oder «Gewicht/Grammatur» auf dem Datenblatt:
Tintenstrahldrucker kommen mit dickem Papier meist besser zurecht als Laserdrucker. Zum einen, da dickeres und beschichtetes Papier sich gut für den Tintendruck eignen, zum anderen, da der Tintenstrahldruck dank besserem Farbergebnis gerne für den Fotodruck eingesetzt wird.
Daher kann die Verträglichkeit bei Tintenstrahldruckern auch ganz anders aussehen:
Oberflächliches Papier?
Bei Papier kommt es nicht nur auf die inneren Werte an, sondern auch auf die Oberfläche. So könnte eine zu glatte Oberfläche beispielsweise dafür sorgen, dass der Drucker das Papier nicht gut greifen kann, während eine falsche Beschichtung verschmieren könnte. Welche Arten von Papier für den Drucker vorgesehen sind, steht meist im Datenblatt vermerkt.
Ansonsten haben jedoch auch Drucker so ihre Tendenzen, wenn es um die Oberfläche und Beschichtung geht.
Auch der Drucker hat seinen Typ
Vielleicht hast du dich schon einmal gefragt, weshalb sich nebst «universellem» Papier auch speziell welches für Laserdrucker und Tintenstrahldrucker findet. Hier wären wir dann wieder bei Chemie und Physik. Es mag sich bei beiden Geräten unmissverständlich um Drucker handeln, sie drucken jedoch auf verschiedene Arten, sodass sie sich in Sachen Papier nicht immer einig sind.
Mögliche, aber teilweise variable Faustregeln wären da:
- Laserdrucker brauchen hitzebeständiges Papier mit dichter, möglichst gleichmässiger Oberfläche, das unbeschichtet ist – oder zumindest nicht wie Inkjet-Papier beschichtet. Klassisches Kopierpapier und Recyclingpapier sind hier oft besser aufgehoben als beim Tintenstrahldrucker, insbesondere bei dünneren Grammaturen. Auch leicht strukturierte oder weniger saugfähige Papiere machen dem Laserdruck wenig aus, da der Toner auf der Oberfläche fixiert wird.
- Tintenstrahldrucker benötigen Papier mit saugfähiger oder speziell beschichteter Oberfläche, damit die flüssige Tinte nicht verläuft. Für hochwertige Ergebnisse wird meist Papier mit höherer Grammatur verwendet. Besonders mattes oder glänzendes Fotopapier ist in der Regel klar für Tintenstrahldrucker optimiert und dort besser aufgehoben als im Laserdrucker.
Zudem gilt:
- Universalpapier (z. B. 80 g/m² Kopierpapier) stellt einen Kompromiss dar: Es funktioniert in beiden Druckertypen zuverlässig, erreicht aber weder die Farbbrillanz eines Inkjet-Fotopapiers noch die maximale Effizienz eines speziell für Laser optimierten Papiers.
- Beschichtete Spezialpapiere (z. B. Inkjet-Fotopapier) sollten nur dann im Laserdrucker verwendet werden, wenn sie ausdrücklich als laserkompatibel gekennzeichnet sind. Andernfalls kann die Beschichtung unter Hitze leiden oder das Druckbild beeinträchtigen.
Kein unbeschriebenes Blatt sein
Bei Druckerpapier geht studieren über probieren. Versuchen kannst du es natürlich immer – aber ob die Konsequenzen auch wirklich ausbleiben, steht auf einem anderen Blatt geschrieben. Hochglänzendes und dickes Inkjet-Fotopapier durch einen Laserdrucker zu jagen, wäre und bliebe schliesslich ein gewagtes Unterfangen. Informiere dich mithilfe des Datenblatts und/oder Handbuchs, ehe du von Standard-Papier abweichst – der Drucker wird es dir danken, und zwischen euch wird kein Blatt Papier mehr passen.
Quelle Titelbild: Unsplash | Getty Images
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Wenn ich mal nicht gerade damit beschäftigt bin, meiner literarisch-kreativen Ader freien Lauf zu lassen, stecke ich höchstwahrscheinlich in einem Netflix-Marathon fest («Nur noch eine Folge!»), unterhalte ich mich angeregt über die verschiedensten Themen, lese ein gutes Buch oder fordere mich selbst mit einem neuen Hobby heraus. Meine Wissbegierde kennt keine Grenzen, und hier habe ich die Möglichkeit, sie auszuleben und mit anderen zu teilen.
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