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Ich übernehme. Wie immer.

09.03.2026

Wieder einmal bin ich Opfer meines Genies geworden. Was soll ich sagen? Kompetenz ist ein Fluch, und jemand muss ihn tragen.

Manch eine kennt mich als schwarzer Schatten im Lager Willisau, manch anderer als die überdimensionale grimmige Katzenvisage auf den Fahndungsbildern – oder wie ihr Zweibeiner sie nennt: «Werbeanzeigen» – von Brack. Wahrlich ein Ritterschlag, wie er im Buche steht. Wer hätte auch ahnen können, dass sie eine Werbekampagne aus meinem rebellischen, zweifelsohne rein künstlerisch-motivierten und überhaupt nicht eigennützigen (!!!1!!11!) Einbruch zimmern?

Aber ich muss zugeben … ja, doch, ich fand es eindrücklich. Minimal. Nicht nur, weil die Bahnhöfe mit meinem missvergnügten Antlitz gesegnet wurden, sondern auch, weil ich nun Teil der Familie bin. Genau genommen das Oberhaupt. Sie wissen es nur noch nicht.

Zurück zum Thema.

Jedenfalls haben die Unterta… Zweibeiner aus meinem Imperi… äh, ich meine, aus meiner Familie vergessen, den Osterhasen zu buchen. Das war der Punkt, an dem ich urplötzlich, wie ein Schauerregen aus heiterem Himmel, realisiert habe, dass ich nicht nur unvergleichlich brillant, nicht nur ausnahmslos überlegen, nicht nur unwiderstehlich charmant – sondern auch beispiellos gütig bin. Ich habe mich zur Retterin in der Not erklärt, zur Ritterin in strahlend pechschwarzer Rüstung. Es war meine Pflicht als offizielles inoffizielles Oberhaupt, und ich, die schon immer ein unvergleichlich reines Herz hatte, habe sie bereitwillig entgegengenommen.

Aber um nochmal zum Kern dieser kuriosen, durch und durch glorreichen Heldengeschichte zu kommen: Ich bin jetzt ein Hase. Vorübergehend.

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Nein, ich wurde nicht bestochen. Quelle: brinkertlück

«Aber Grossmutter, was hast du für spitze Zähne!»

Damit ich die Eier und Schokolade besser verteidigen kann, Kind. Ja. Ja, ich weiss. Unwürdig, diese Ohren. Aber Opfer müssen gebracht werden, wenn man Geschichte schreiben will. Dabei begann diese ganz harmlos: Ein bisschen Familie, ein bisschen Ostern, ein bisschen kollektives Versagen. Und ich? Ich war bloss zur falschen Zeit am falschen Ort. (Oder doch eher zur richtigen Zeit am richtigen Ort? Ich bin schliesslich zu Grossem bestimmt.) Und was den Höhepunkt dieser Buchungstragödie angeht – die der Tragik der Werke von Shakespeare in nichts nachsteht, wenn ich mal anmerken darf – so lässt er sich in einem Satz zusammenfassen:

Was tut man nicht alles für die Familie.

Blut ist eben dicker als Schokolade, und ich war noch nie ein Hasenfuss. Zugegeben würde ich ihnen am liebsten die Ohren dafür langziehen; wer plant schon Ostern und vergisst dabei, den Osterhasen zu organisieren? Doch dann entsinne ich mich wieder ihrer ratlosen, hilfesuchenden Blicke im Meeting – wie sich ihre Köpfe synchron wie beim Olympiaschwimmen zu mir drehten, wie sie mich ansahen: hoffnungsvoll, erwartungsvoll, nahezu flehend. Da wurde mir bewusst, dass sie keine Schuld trifft. Sie sind eben nicht ich; nicht fehlerfrei, nicht makellos. Nicht allwissend. Nicht allmächtig. Nicht bis in die Fellwurzeln perfekt. Und so lag es an mir, ein Machtwort zu sprechen.

Ich kam ihnen entgegen. Innerlich seufzend, äusserlich protzend. «Gut. Ich erbarme mich.» 

Es gab nur ein Problem: Ich bin kein Hase.

Ich mag Grosshändler in Angst und Schrecken versetzen, ich mag Preise mit meinen Krallen zerteilen und Zweibeiner gefügig machen – aber mir über Nacht Hasenohren wachsen lassen … dazu ist selbst ein solch vollkommenes Wesen wie ich nicht imstande. Es war ein Fall von akuter Hasenlosigkeit, doch auch dieses Problem konnten wir souverän lösen. Ich brauchte bloss Hasenohren zu tragen und dabei umwerfend auszusehen. Wie gut, dass ich ein Naturtalent darin bin. Im umwerfend aussehen, versteht sich. Nicht der Teil mit den Hasenohren.

So schluckte ich also meinen Stolz herunter – es war ein grosser Schluck – und präsentierte mich meiner hilflosen Anhängerschaft erstmals als Osterhase. Würdevoll. Majestätisch. Bedrohlich. Zumindest, bis mir eins der Ohren ins Gesicht knickte und ich mich für einen kurzen, aber historisch bedeutsamen Moment beinahe selbst übers Ohr gehauen hätte. Wortwörtlich.

Ich, eine geachtete Künstlerin, ein angsteinflössendes Genie, ein wiederkehrender Albtraum … bin nun ein Hoppelhäschen. Doch mir blieb keine Wahl, denn wie heisst es so schön? Wenn man etwas richtig machen will, muss man es eben selbst machen.


Ich zeig euch, wie der Hase läuft.

Eins steht fest: Ich mache keine halben Sachen. Wenn ich schon dabei bin, werde ich zum besten Osterhasen überhaupt. Ich werde mit meinen Ohren glänzen, begeistern, triumphieren. Zumindest, bis Ostern vorbei ist. Meine Grosszügigkeit mag zwar grenzenlos sein, hat aber Öffnungszeiten.

Doch keine Sorge, die Zeit reicht mir, um mich als überragenden Osterhasen zu beweisen: Ich weiss schliesslich, was ihr wirklich wollt. Und so sind es keine Eier oder Schokolade, die ich für euch eingepackt habe … sondern Deals. Viele Deals. Gute Deals. Oh ja.

Wer sich bedanken will, kann sich hinter Brack anstellen.


Quelle Titelbild: brinkertlück

Blacky

Katzensturz

Ich bin, wie ich bin. Lieb mich oder tu uns beiden einen Gefallen und lieb mich nicht. Halte mir aber ja hohe Preise vom Leib – ganz egal, wie gerechtfertigt sie sein sollen.

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