Brack Logo

Welche Elektroheizung braucht am wenigsten Strom? Die ehrliche Antwort

Der erste kalte Morgen ist da. Die Füsse frieren, das Badezimmer fühlt sich wie ein Kühlschrank an und bis die Heizung reagiert, ist man längst aus dem Haus. Ein elektrisches Heizgerät verspricht schnelle Abhilfe. Doch ist eine Infrarotheizung, ein Heizlüfter, ein Konvektor oder ein Ölradiator die beste Wahl? Zeit für eine ehrliche Einordnung.

Die kurze Antwort: Der Stromzähler kennt keinen Favoriten

Heizlüfter, Infrarotpaneel, Konvektor oder Ölradiator – einen Stromspar-Sieger gibt es nicht. Bei allen handelt es sich um Widerstandsheizungen, die Strom unmittelbar in Wärme umwandeln. Energie Schweiz bringt es mit einer einfachen Rechnung auf den Punkt: Für 10 Kilowattstunden (kWh) Wärme braucht eine Elektroheizung 10 kWh Strom, egal in welcher Form sie daherkommt. 

Auch ein vermeintliches Spargerät holt aus einer Kilowattstunde nicht mehr Wärme heraus als ein anderes. Die Geräte unterscheiden sich nicht darin, wie viel Wärme grundsätzlich aus dem Strom entsteht, sondern darin, wie schnell, wie gezielt und wie gleichmässig sie diese abgeben. Genau das entscheidet darüber, welches Gerät sich wann eignet.

Was kostet eine Elektroheizung pro Stunde?

Wie teuer ein elektrisches Heizgerät im Betrieb ist, kannst du leicht selbst berechnen:

Leistung in Kilowatt × Betriebsdauer in Stunden × Strompreis pro Kilowattstunde = Stromkosten

Ein typischer Schweizer Haushalt bezahlt 2026 im Median 27.7 Rappen pro Kilowattstunde. Dein eigener Tarif kann jedoch deutlich davon abweichen, denn die Tarife unterscheiden sich innerhalb der Schweiz zwischen den Netzbetreibern zum Teil erheblich. Du findest deinen konkreten Betrag auf der Strompreis-Webseite der ElCom.

Nehmen wir als Beispiel ein Gerät mit 2000 Watt, also 2 Kilowatt. Läuft es eine Stunde lang auf höchster Stufe, ergibt sich folgende Rechnung:

2 kW × 1 Stunde × 27.7 Rp./kWh = 55.4 Rappen

Eine Stunde Wärme kostet beim Schweizer Medianpreis also rund 55 Rappen. Läuft das Gerät während eines Monats jeden Tag zwei Stunden, kommen 120 kWh und rund CHF 33 zusammen. 

Ein Gerät mit 1000 Watt kostet pro Stunde halb so viel, gibt in dieser Zeit aber auch nur halb so viel Wärme ab. Ob es am Ende tatsächlich weniger Strom verbraucht, hängt deshalb davon ab, wie lange es laufen muss, bis die gewünschte Temperatur erreicht ist.

Die Rechnung zeigt: Entscheidend sind vor allem die Leistung und die Laufzeit, nicht die Bauart des Geräts. Trotzdem heizen ein Heizlüfter, eine Infrarotheizung, ein Konvektor und ein Ölradiator nicht gleich. Sie bringen die Wärme  auf verschiedene Weise und unterschiedlich schnell dorthin, wo du sie brauchst. Schauen wir uns deshalb an, welches Gerät zu welchem Einsatz passt.

Heizlüfter: Schnell warm, schnell auf der Stromrechnung

Der elektrische Heizlüfter ist der Sprinter unter den Elektroheizungen. Er erwärmt die Raumluft und verteilt sie mit einem Gebläse. Damit wird es in einem kleinen Bad oder Arbeitszimmer schnell spürbar wärmer. Nach dem Ausschalten verfliegt die Wärme allerdings rasch, denn das Gerät speichert kaum Energie. Heizlüfter eignen sich deshalb für kurze, gezielte Einsätze, nicht als dauerhafte Raumheizung.

 

Infrarotheizung: Angenehme Wärme, aber kein Stromspartrick

Infrarotheizungen kommen häufig als Plug-in-Geräte zum Einsatz, beispielsweise im Badezimmer. Sie erwärmen nicht primär die Raumluft, sondern Personen und Oberflächen in ihrem Strahlungsbereich. Das kann sich besonders angenehm anfühlen und macht sie interessant, um einen bestimmten Platz gezielt zu wärmen, etwa den Schreibtisch oder eine Sitzecke. Es bedeutet aber nicht automatisch einen tieferen Stromverbrauch. Entscheidend bleiben Leistung und Laufzeit. 

Konvektor: Gleichmässig warm, aber nicht sparsamer

Ein Konvektor erwärmt die Raumluft und lässt sie ohne Gebläse zirkulieren. So verteilt sich die Wärme gleichmässig im Raum. Er eignet sich für geschlossene Räume, die vorübergehend beheizt werden sollen. In zugigen oder schlecht isolierten Räumen geht die Wärme schneller verloren.

Ölradiator: Längere Restwärme, gleicher Stromverbrauch 

Ein Ölradiator braucht etwas Anlauf, gibt die gespeicherte Wärme nach dem Ausschalten aber noch eine Weile ab. Er eignet sich für kleine bis mittelgrosse Räume, die über mehrere Stunden beheizt werden sollen, etwa ein Arbeits- oder Gästezimmer. Sparsamer macht ihn die Restwärme allerdings nicht: Die dafür benötigte Energie hat er zuvor aus der Steckdose bezogen.

Was ist in der Schweiz erlaubt?

Mobile Heizgeräte mit Stecker sind von den kantonalen Vorschriften für fest installierte Elektroheizungen nicht betroffen. Anders sieht es aus, wenn ein elektrisches Heizgerät fest eingebaut werden soll. Solche Neuinstallationen sind je nach Kanton verboten oder zumindest stark eingeschränkt. 

Der grössere Hebel liegt woanders

Am meisten sparst du nicht mit der Wahl des Geräts, sondern mit der Raumtemperatur. Bereits ein Grad weniger senkt die Heizkosten um bis zu zehn Prozent. Als Richtwert für Wohnräume empfiehlt beispielsweise der Kanton Zürich höchstens 20 Grad Celsius. Statt die Fenster dauerhaft gekippt zu lassen, solltest du zudem drei- bis fünfmal täglich während fünf bis zehn Minuten stosslüften.

Kurz gesagt: Gegen kalte Füsse am Morgen im Bad kann ein elektrisches Heizgerät durchaus helfen. Als Hauptheizung benötigt es jedoch viel Strom. Welches Gerät passt, entscheidet deshalb nicht ein vermeintlicher Effizienzvorteil, sondern die Frage, wo, wie schnell und wie lange du Wärme brauchst.

Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

Alle Beiträge der Autorin anzeigen
,

FAQ

Weitere Beiträge entdecken

Luftfeuchtigkeit in der Wohnung: Wann wird sie zum Problem?

Morgens sind die Fenster beschlagen, obwohl du gestern noch gelüftet hast? Willkommen im Herbst! Doch wie viel Luftfeuchtigkeit ist normal und wann wird es kritisch?

20.10.2026

Mehr lesen

Neue Apple-Home-Produkte: Was kommt in die Schweiz?

Apple ist bei vielen bereits zuhause eingezogen. Die Pressemeldungen vom 13. Oktober jedoch versprechen ein ganz neues Mass: Nebst der nächsten Generation des HomePod mini und Apple TV 4K präsentiert der kalifornische Grosskonzern eine ganze Reihe an neuen Smart-Home-Produkten.

14.10.2026

Mehr lesen

Neu kaufen oder reparieren? Wann sich was lohnt

Ein Smartphone, das am Nachmittag schon wieder nach dem Ladekabel verlangt. Ein Notebook, das beim Starten klingt, als würde gleich ein Helikopter abheben. Oder eine Waschmaschine, die nur noch im Zeitlupentempo schleudert. Der Impuls ist oft derselbe: Zeit, etwas Neues zu kaufen. Aber ist das immer die beste Lösung?

30.09.2026

Mehr lesen

Wie Smart Home unseren inneren Höhlenmenschen glücklich macht

Kaum zeigt die Uhr 17.15 Uhr und draussen ist es stockdunkel, passiert jedes Jahr dasselbe: Menschen, die den ganzen Sommer jede freie Minute draussen verbringen wollten, verwandeln sich plötzlich in professionelle Sofa-Bewohner. Duftkerzen werden gekauft, Kuscheldecken aus dem Sommerschlaf geweckt und Tee wird nicht mehr einfach getrunken, sondern zelebriert.

28.09.2026

Mehr lesen

Smart Home für Faule: Was sich wirklich lohnt und was nur nervt

Wenn du fünf Klicks brauchst, um eine Lampe einzuschalten, ist dein Zuhause vielleicht smart, aber sicher nicht faulenzertauglich. Denn eigentlich sollte Smart Home genau das Gegenteil bedeuten: weniger Handgriffe, weniger Nachdenken und sicher kein «Warum verbindet sich das Ding schon wieder nicht?».

28.09.2026

Mehr lesen

Warum unser Alltag immer grauer wird und wie Farbe zurückkommt

Welche Farbe hat dein Auto? Ich tippe auf Grau, Schwarz oder Weiss. Und die Chancen stehen gut, dass ich richtig liege – fast 80 Prozent aller Neuwagen werden heute in diesen Farbtönen verkauft. Doch nicht nur auf unseren Strassen dominieren sogenannte Nichtfarben. Warum eigentlich? Und wie finden wir den Weg aus dem «Millennial Grey»?

24.09.2026

Mehr lesen
FacebookLinkedinRedditXWhatsapp