
Diese Horrorfilme wären heute nach fünf Minuten vorbei
Horrorfilme leben von leeren Akkus, Funklöchern und Menschen, die ihre Haustür grundsätzlich nicht abschliessen. Blöd nur, dass unser Alltag inzwischen deutlich schlauer geworden ist. Viele Horrorklassiker wären heute vorbei, bevor Ghostface überhaupt «Hallo?» sagen könnte.
Denn heute übernimmt oft das Haus selbst die Hauptrolle. Wer mitten in der Nacht ein verdächtiges Geräusch hört, greift selten zuerst zum Lichtschalter. Der erste Griff gilt stattdessen dem Smartphone. Ein Blick auf die Überwachungskamera, kurz die Videotürklingel prüfen oder nachsehen, ob das Smart Lock wirklich verriegelt ist.
Zeit für ein kleines Gedankenexperiment: Was wäre, wenn die grössten Horrorfilm-Ikonen plötzlich in einem modernen Smart Home landen würden?
The Ring: Samara verliert ihr Markenzeichen
Nachdem man das mysteriöse Videoband angeschaut hat, klingelt das Telefon. Eine Stimme sagt nur zwei Worte: «Sieben Tage». Wobei – heute würde dieser ominöse Anruf vermutlich schon im Spamfilter landen. Für unser Gedankenexperiment drücken wir aber einmal beide Augen zu.
Genau eine Woche später flackert der Fernseher. Samara kriecht langsam aus dem Bildschirm. Die langen schwarzen Haare verdecken ihr Gesicht. Mit jeder Bewegung kommt sie näher.
Bis hierhin läuft alles wie im Film. Dann funkt das Smart Home dazwischen.
Kaum setzt Samara einen Fuss ins Wohnzimmer, erkennt das Smart Home eine unbekannte Person im Haus. Die Sicherheitsroutine startet automatisch. Das Wohnzimmer wird taghell. Auf dem Smartphone erscheint die Meldung: «Unbekannte Person im Wohnzimmer erkannt.» Gleichzeitig springt der Luftreiniger an. Samara kriecht weiter. Langsam. Unbeeindruckt. Mit jedem Meter bläst der Luftreiniger ihr die Haare aus dem Gesicht. Samara schiebt sie zurück. Der Luftstrom gewinnt. Wieder. Und wieder. Irgendwann bleiben ihre Haare einfach nicht mehr vor dem Gesicht hängen.
Das Smart Home stuft die Situation inzwischen als Einbruch ein. Die Türen verriegeln sich automatisch. Gleichzeitig geht ein Alarm bei der Polizei ein. Wenige Minuten später klingelt es an der Haustür. Samara öffnet die Tür. Die Polizisten schauen sie kurz an. «Guten Abend. Wir haben einen Einbruchsalarm erhalten. Ist bei Ihnen alles in Ordnung?»
Von Samaras Gruselfrisur bleibt nicht mehr viel übrig.
Scream: Ghostface verliert die Verfolgungsjagd
Ghostface lebt vom perfekten Timing. Erst beobachten. Dann zuschlagen. Und anschliessend das Opfer möglichst dramatisch durch mehrere Stockwerke jagen. Seit Jahrzehnten geht dieser Plan auf. Diesmal hat er allerdings ein modernes Smart Home als Gegner.
Mitten in der Nacht schleicht Ghostface über das Grundstück. Kaum setzt er den ersten Fuss auf den Rasen, springt die Aussenbeleuchtung an. Taghell. Ghostface bleibt wie angewurzelt stehen. Nach ein paar Sekunden wird es wieder dunkel. Er atmet auf und schleicht weiter. Zwei Schritte. Licht an. Er bleibt stehen. Licht aus. Noch zwei Schritte. Licht an. Wieder stehen bleiben. Licht aus. Nach einer Minute sieht der berüchtigte Serienkiller aus, als würde er an einem sehr schlechten Tanzkurs für Einsteiger teilnehmen.
Endlich erreicht er die grosse Fensterfront. Vorsichtig greift er nach dem Fenstergriff. Surr ... Die Storen fahren herunter. Er geht zum nächsten Fenster. Surr ... Auch zu. Nächstes Fenster. Surr ... Zu. Noch eins. Surr... Ebenfalls zu.
Währenddessen verfolgt ihn die Sicherheitskamera ununterbrochen. Egal ob er nach links rennt, nach rechts schleicht oder versucht, sich hinter einem Blumentopf zu verstecken. Die Kamera folgt jeder Bewegung und liefert gestochen scharfe Aufnahmen direkt in die Cloud. Drinnen vibriert ein Smartphone. «Unbekannte Person auf dem Grundstück erkannt.»
Frustriert entdeckt Ghostface seine letzte Chance: die riesige Fensterfront zum Wohnzimmer. Jetzt oder nie. Er nimmt Anlauf. Mit jedem Schritt wächst seine Zuversicht. Noch zehn Meter. Noch fünf. Noch drei. Er springt. Genau in diesem Augenblick fahren auch die letzten Storen herunter. Surr... KLONG! Ghostface kracht mitten hinein und bleibt zwischen den Lamellen stecken. Er zieht. Nichts. Er reisst. Nichts. Er zappelt. Immer noch nichts.
Das Opfer erhält die nächste Benachrichtigung: «Bewegung vor dem Wohnzimmerfenster erkannt. Möchten Sie die Storen wieder hochfahren?» Das Opfer überlegt kurz. Tippt auf «Später erinnern».
Ghostface übt unfreiwillig neue Tanzschritte. Zwei Schritte, Licht an. Stehen bleiben. Licht aus.
Weitere Horrorfilme hätten es mittlerweile ebenfalls schwer
Zugegeben: Zwei Horrorfilm-Klassiker sind noch keine wissenschaftliche Studie. Das Muster ist aber deutlich erkennbar. Viele Horrorikonen scheitern mittlerweile nicht an mutigen Helden oder der Polizei, sondern an Bewegungsmeldern, Push-Nachrichten und Sicherheitsroutinen. Werfen wir einen Blick auf weitere Kandidaten, die gegen ein modernes Smart Home überraschend schlechte Karten hätten.
Es: Pennywise verliert den Überraschungsmoment
Pennywise lebt davon, plötzlich aufzutauchen. Mal lugt er aus einem Gully, mal steht er unvermittelt im Nebel oder wartet am Ende einer dunklen Strasse. In einem Smart Home läuft das allerdings weniger spektakulär. Kaum betritt er das Grundstück, springt die Aussenbeleuchtung an. Kurz darauf erscheint auf dem Smartphone die Meldung: «Bewegung im Vorgarten erkannt.» Pennywise steht zwar immer noch gruselig vor dem Haus, aber der Überraschungseffekt ist dahin, wenn das Haus ihn bereits angekündigt hat.
Nightmare on Elm Street: Freddy wird ausgebremst
Freddy Krueger greift seine Opfer bevorzugt im Schlaf an. Das funktionierte in den 80ern hervorragend. Heute tragen seine Opfer Smartwatches. Kaum schiessen Puls und Stresslevel im Albtraum nach oben, beginnt das Handgelenk zu vibrieren. «Erhöhte Herzfrequenz erkannt. Möchten Sie eine Atemübung starten?» Das Opfer wacht auf. Freddy verschwindet. Und darf seinen gesamten Albtraum für die nächste Nacht neu vorbereiten.
Chucky: Heimlich war gestern
Für Chucky gibt es nur eine Regel: Bewegen, wenn niemand hinsieht. In einem modernen Smart Home wäre das deutlich schwieriger. Kaum läuft er nachts durchs Wohnzimmer, schalten Bewegungsmelder das Licht ein. Heimlich durchs Wohnzimmer schleichen ist schwierig, wenn das Haus einen jedes Mal wie einen Ehrengast ins Rampenlicht stellt.
Eines ist sicher: Horrorfiguren werden künftig genauer recherchieren, bevor sie ein Haus betreten. Baujahr, Grundriss und Fluchtwege sind nebensächlich. Die entscheidende Frage lautet heute: Ist das Haus smart?
Quelle: Giphy
Alle Bilder in diesem Beitrag: ChatGPT (KI-generiert)
Marketing Manager Editorial Content
Mit einer Leidenschaft für Kreativität, Reisen, Fotografie und das ständige Erweitern meines Wissens, gehe ich voller Neugier durchs Leben. Wo ich meine Kreativität ausleben kann, fühle ich mich am wohlsten. Wenn ich nicht gerade die Welt erkunde, besondere Momente festhalte oder Neues lerne, liebe ich es, die Natur zu geniessen, mich in gemütlichen Cafés zu entspannen oder meine künstlerische Ader bei meinem nächsten Acrylgemälde auszuleben.
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