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iRobot Roomba Plus 575 im Test: Putzt er besser als ich?

Nach einer ausgiebigen Saug- und Wischrunde und einem heldenhaften Überlebenskampf mit der Tischbeinschwelle stellte sich mir nur eine Frage: Muss … ich überhaupt noch selbst Hand anlegen? Und spricht das für den Roomba, oder eher gegen mich?

Wir gründlichen Menschen haben alle etwas gemeinsam: eine kleine Stauballergie, einen kleinen Putzfimmel und eine grundlegende Skepsis (ja, womöglich sogar Geringschätzung) gegenüber Saug- und Wischrobotern. Und so sehr das auch an meinem Stolz nagt und plagt … vielleicht, ja, vielleicht ist sie unbegründet.

Ich meine, ich bin beim Putzen sehr penibel, aber so geometrisch gezeichnet ist mein Vorgehen dabei dann doch wieder nicht:

Roomba Plus 575 – Kartendarstellung
Das war in den letzten Tagen spannender mitanzusehen als Netflix. Grün stellt die gesaugte und blau die gewischte Fläche dar. Quelle: Duygu Özdemir | Screenrecording Roomba-App

Und im Grunde wollte ich nur den Roboter testen und keine halbe Sinnkrise durchleben. Das Ding ist schliesslich aus dem mittleren Preissegment, es kann und darf nicht so gründlich wie ich, geschweige denn gründlicher als ich putzen.

Doch zurück zum Anfang

Am Anfang hatte ich nämlich noch gelacht. Ich hatte die Wohnung extra zwei Wochen lang weder gesaugt noch gewischt, ihn mit dem Standardprogramm gleichzeitig saugen und wischen geschickt und ihm schadenfroh dabei zugesehen, wie er hinter dem Sofa etwas Staub zurückliess.

«Ha! Das wäre mir nicht passiert. Von wegen, sie sollen mittlerweile gründlich sein.» Ich zeigte energisch mit dem Zeigefinger auf die Stelle mit drei Staubkörnern und schüttelte den Kopf. Oh ja, das war ein wahrlich genüssliches Gefühl der Überlegenheit. Und wie alle anderen genüsslichen Gefühle auch sollte es nicht lange anhalten.

Der Roomba hat nämlich drei Dinge, die ich nicht habe: Zeit, Geduld und eine Körpergrösse, die unter das Bett passt.

Und er war bei der Einrichtung sehr gnädig zu mir

Vor mir lagen die AutoWash-Ladestation, der Roomba Plus 575 selbst, eine Eckbürste, zwei Wischpads, zwei Ersatz-Wischpads, ein Staubbeutel und eine Reinigungslösung. So weit, so gut. Ich brauchte lediglich die Schutzverpackung zu entfernen, die Eckbürste und die zwei Wischpads beim Roboter einzustecken, die Reinigungslösung in die Ladestation einzusetzen und etwas Wasser in den Tank zu füllen.

Oder kurz: Das Gerät kam fast einsatzbereit an und ich musste lediglich den acht leicht verständlichen Schritten der Anleitung folgen.

Das Einstecken erfordert kaum Kraft, die Wischpads gleiten geradezu hinein. Quelle: Duygu Özdemir | Brack.Alltron

Beim Einsetzen der Wischpads bin ich kurz erschrocken. Da durfte ich feststellen, dass der Roboter nicht nur saugen, wischen und sich selbst reinigen, sondern auch sprechen kann. Er bestätigt akustisch, sobald etwas richtig eingesetzt wurde – und Sprache sowie Lautstärke konnte ich über App steuern.

Es dauerte nicht lange, da stand er schon bereit in der Ecke.

Bei der Platzierung wollte ich mich natürlich ganz genau an die Herstellervorgaben halten. Aber, na ja … Quelle: Duygu Özdemir | Brack.Alltron

Dabei begann die Einrichtung, wie bei jedem anderen smarten Gerät auch, mit etwas Herzklopfen. Denn wisst ihr, wenn man regelmässig technische Neuheiten testet, entwickelt man einen gewissen Stolz – und genau der stünde auf dem Spiel, würde ich schon zu Beginn nach Hilfe krähen.

Den Roomba Plus 575 hatte ich allerdings in gut fünfzehn Minuten betriebsbereit. Mitsamt der Einrichtung in der App. Es war unglaublich einfach.

Und genau wie damals in der Schule, wenn sich die Prüfung so schnell und flüssig lösen liess, dass ich in Zweifel verfiel und glaubte, etwas übersehen haben zu müssen, las ich mir die Betriebsanleitung dreimal durch. Doch anders als zu Schulzeiten gab es hier keinen Haken. Ich hatte nichts übersehen.

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Nachdem ich Roomba die Berechtigung gab, sich mit den Geräten in der Umgebung zu verbinden, war die Verbindung direkt hergestellt. Bei einem 2,4-GHz-WLAN soll der Prozess jedoch komplizierter sein. Quelle: Duygu Özdemir | Screenshots Roomba-App

Dann hat er einen Grundriss gezeichnet

Bevor er putzen konnte, brauchte er erstmal eine Karte der Wohnung. Die hat er sich in fünf Minuten selbst erstellt. Wenn er nicht meine Böden fegen müsste, hätte er seine Bestimmung womöglich in einem Architekturbüro gefunden.

Besonders faszinierend fand ich dabei, wie sich die Karte in der App Stück für Stück zusammensetzte – allein dadurch, dass er jeweils mittig in die Räume fuhr und sich um seine eigene Achse drehte. Aus dem anfänglichen Nichts kristallisierte sich langsam (oder eher überraschend schnell) eine Wohnung heraus. Mitsamt ihren Ecken, Kanten und den groben Silhouetten der Möbel.

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Bei Wunsch kann die Karte manuell angepasst und mit digitalen Möbeln bestückt werden. Quelle: Duygu Özdemir | Screenshots Roomba-App

Danach machte er sich ans Putzen

Und zwar öfter, als ich es freiwillig jemals getan hätte. Innerhalb der Testwoche habe ich ihn eine Fläche von rund 65 m² (exklusive der bodentiefen Möbel) um die zehnmal reinigen lassen. Das sind insgesamt rund 650 Quadratmeter geputzter Boden. Ich glaube, so viel Zuwendung hat der Boden in so kurzer Zeit noch nie erfahren.

Und ich? Ich habe ihm dabei zugesehen. Anfangs noch mit verschränkten Armen und kritischem Blick, später dann gemütlich vom Sofa aus. Dabei habe ich einige Beobachtungen gemacht:

  • Beim allerersten Sauggang ist seine Orientierung schlechter, da er sich erst an die Karte gewöhnen muss.
  • Ecken und Kanten werden zuverlässig gesaugt und gewischt. Dafür nutzt er die Eckbürste und spreizt ein Wischpad aus.
  • Seine Wischpads reinigt er regelmässig selbst, und das ohne Aufforderung.
  • Der Wassertank muss bei der Fläche von 65 m² nur nach drei- bis viermal Wischen wieder aufgefüllt werden. Immerhin eine Aufgabe, bei der man sich noch nützlich machen darf.
  • Staubbeutel und der Schmutzwassertank mussten während der Testphase nicht ersetzt oder geleert werden.
  • Beim Standard-Modus ist er auf Fliesen sehr leise, beim Teppich saugt er jedoch lauter.
  • Kleine Hindernisse wie eine Socke (die natürlich nur für diesen Test bewusst auf dem Boden im Schlafzimmer platziert wurde) werden zuverlässig umfahren.
  • Der Übergang von Fliesenboden zu Teppich erfolgt nahtlos – er erkennt den Teppich von selbst und hebt die Wischpads augenblicklich an.

Und zu guter Letzt …

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Im Light-Mode wirkt er … etwas betrunken. Quelle: Duygu Özdemir | Screenshots Roomba-App

Was mich neben seiner Gründlichkeit besonders interessierte, war allerdings die Dauer. Denn seien wir ehrlich: Wenn ein Roboter für einen einzigen Putzdurchgang einen halben Tag braucht, hätte ich in dieser Zeit die Wohnung vermutlich fünfmal selbst reinigen können. Also habe ich hier ein paar zuverlässige Daten aus der Historie der Roomba-App:

  • Saugen Standard-Modus: ca. 70 min
  • Saugen Intensiv-Modus: ca. 250 min
  • Saugen Light-Modus: ca. 70 min
  • Saugen und wischen Standard-Modus zusammen: ca. 110 min
  • Saugen und wischen Standard-Modus nacheinander: ca. 150 min 

Ja, ihr habt richtig gelesen: Im Intensiv-Modus saugt er über vier Stunden lang. Das liegt einerseits daran, dass er auf höherer Stufe saugt und zwischendurch eine Ladepause einlegen muss. Andererseits wohl auch daran, dass er es mit der Gründlichkeit etwas übertreibt. Anders kann ich mir jedenfalls nicht erklären, warum seine Route dabei so aussieht:

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Die Möbel hat er nach und nach selbst hinzugefügt, ich musste nur wenige Einzelheiten korrigieren. Quelle: Duygu Özdemir | Screenshots Roomba-App

Sein Erzfeind schlechthin

Vielleicht fallen die zwei roten Flächen auf der Karte ins Auge. Das sind Sperrzonen rund um die Bodenstreben des Wohnzimmertischs. Die sind etwa zwei Zentimeter hoch – hoch genug, dass der Roomba sich bereitwillig hochstösst, und der Tisch darüber zu niedrig, um ihm dabei freie Bahn zu lassen. Oder um es in drei Worten zu beschreiben: Er blieb stecken.

Der Roomba ruckelte und drehte sich. Er fuhr vor, zurück, nach links, nach rechts. Dann wieder vor. Dann wieder zurück. Das Ganze sah aus wie ein ziemlich missglückter Versuch, sich aus einer viel zu engen Parklücke zu befreien.

Roomba Plus 575 – Navigation um ein Tischbein
Szenen wie aus einer Tierdoku: Der Roomba kämpft in seinem natürlichen Lebensraum ums Überleben. Sein grösster Feind? Das Kufengestell. Duygu Özdemir | Brack.Alltron

Erst habe ich den Roomba gefilmt – wie eine Schaulustige, denn ich brauchte das Material für diesen Testbericht – und dann, als ich gerade zur Rettungsaktion antreten wollte, befreite er sich mit einem letzten Ruck selbst.

Damit er seine neu gewonnene Freiheit nicht gleich wieder aufs Spiel setzte, markierte ich die beiden Schwellen in der App als Sperrzonen. Seitdem macht er einen grossen Bogen darum. Eine weise Entscheidung, wie ich finde.

Und putzt er wirklich besser als ich?

Ich gebe mal das Fazit, das ich stammelnd meiner Kollegin gegenüber äusserte, als sie sich bei mir darüber erkundigte:

«Weisst du … ich glaube, so als Gesamtes, mit einmal alle zwei Tage saugen, einmal saugen und dann separat wischen in der Woche – du weisst schon, so mit der Regelmässigkeit und als Gesamtpaket, wie es auch immer unter die niedrigen Möbel geht und alles … so gesehen ist er, glaube ich, schon ein klein wenig, aber wirklich nur ein klein wenig (!), gründlicher als ich. Ja.»

Eine gute Nachricht für iRobot: Mit seiner neuen Robotergeneration hat das Unternehmen nach dem Eigentümerwechsel wieder Fuss gefasst. Gleichzeitig treibt iRobot Innovationen voran und plant für Frühjahr 2027 die Lancierung weiterer Roboterkategorien

Hinweis: Dieser Beitrag wurde im Rahmen einer Zusammenarbeit mit dem Hersteller finanziert.

Duygu Özdemir

Marketing Manager Editorial Content

Wenn ich mal nicht gerade damit beschäftigt bin, meiner literarisch-kreativen Ader freien Lauf zu lassen, stecke ich höchstwahrscheinlich in einem Netflix-Marathon fest («Nur noch eine Folge!»), unterhalte ich mich angeregt über die verschiedensten Themen, lese ein gutes Buch oder fordere mich selbst mit einem neuen Hobby heraus. Meine Wissbegierde kennt keine Grenzen, und hier habe ich die Möglichkeit, sie auszuleben und mit anderen zu teilen.

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