Brack Logo

Von wegen ungesund: Lebensmittel mit unverdient schlechtem Ruf

Popcorn ist Junkfood, Eier sind schlecht fürs Herz und Nüsse machen dick? Da lohnt sich ein zweiter Blick. Denn manche Lebensmittel sind gar nicht ungesund, sondern haben vor allem ein Imageproblem.

Popcorn

Bei Popcorn denkst du vielleicht zuerst ans Kino, an einen riesigen Kübel mit ordentlich Butter und Salz. Und hier müssen wir dir die falsche Hoffnung gleich wieder nehmen. Kino-Popcorn ist nicht plötzlich gesund. Aber Popcorn ist eben nicht gleich Popcorn. Wenn du die Maiskörner in der Pfanne zubereitest und dabei nur wenig Salz und Öl verwendest, bekommst du einen überraschend nährstoffreichen Snack. 

Popcorn ist nämlich ein Vollkornprodukt und liefert wichtige Ballaststoffe, die unter anderem unsere Verdauung unterstützen und sich positiv auf die Herz-Kreislauf-Gesundheit auswirken können. Hinzu kommen Vitamine und Mineralstoffe wie Magnesium, Kalium und Phosphor. Sogar sekundäre Pflanzenstoffe stecken in den kleinen Körnern: Popcorn enthält Polyphenole mit antioxidativer Wirkung.

Das Problem ist also nicht das Popcorn, sondern das, was wir darüber giessen und streuen. 

Eier

Lange galten Eier als schlecht fürs Herz, denn sie enthalten viel Cholesterin. Eine umfangreiche Studie mit Daten von mehr als 215'000 Personen kam jedoch zum Schluss, dass der Verzehr von bis zu einem Ei pro Tag das langfristige Herz-Kreislauf-Risiko nicht erhöht. Das sind gute Nachrichten, denn in Eiern stecken viele wertvolle Nährstoffe. Sie liefern hochwertiges Protein, ungesättigte Fettsäuren und verschiedene Vitamine und Mineralstoffe

Aber Achtung, nicht jedes Eiergericht ist automatisch gesund. Ein in reichlich Butter gebratenes Omelett oder ein Spiegelei mit Speck bringt noch andere Zutaten ins Spiel. Entscheidend ist also einmal mehr nicht nur das Ei, sondern das ganze Drumherum.

blogbild-01-blog-2026-lebensmittel-schlechter-ruf.jpg
Das klassische Frühstücksei muss nicht ungesund sein. Quelle: Unsplash | Monika Grabkowska

Kaffee

Kaffee lässt den Blutdruck steigen, entzieht dem Körper Wasser und ist überhaupt mehr Laster als Lebensmittel? Ein längst überholter Mythos!

Studien bringen einen moderaten Konsum unter anderem mit einem geringeren Risiko für Typ-2-Diabetes, Herzerkrankungen und gewisse neurologische Erkrankungen in Verbindung. Eine italienische Langzeitstudie beobachtete zudem bei drei bis vier Tassen Kaffee pro Tag ein geringeres Sterberisiko insgesamt sowie durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Mehr ist jedoch nicht automatisch besser. Zu viel Koffein kann Nervosität, Herzklopfen und Schlafprobleme verursachen. Für einen erholsamen Schlaf spielt ausserdem der Zeitpunkt eine Rolle: Mindestens sechs Stunden vor dem Zubettgehen solltest du auf Kaffee verzichten.

Nüsse und Nussaufstrich

Nüsse enthalten viel Fett und reichlich Kalorien. Klassische Dickmacher also? Nicht unbedingt. Denn sie liefern vor allem ungesättigte Fettsäuren, dazu pflanzliche Proteine, Ballaststoffe sowie verschiedene Vitamine und Mineralstoffe. Studien zeigen, dass Nüsse durchaus zu einer ausgewogenen Ernährung gehören und sogar mit einem geringeren Risiko für Herzerkrankungen in Verbindung stehen. 

Das gilt auch für Nussaufstriche wie Mandel-, Cashew- oder Erdnussmus – allerdings nur, wenn diese ausschliesslich aus gemahlenen Nüssen bestehen. Deshalb Vorsicht beim Klick auf den Warenkorb: Nusscremes und Nussaufstriche enthalten oft zusätzlich Zucker, Salz oder weitere Fette. Ein Blick auf die Zutatenliste lohnt sich also.

Natürlich verschwinden die Kalorien nicht einfach. Auch hier kommt es auf das richtige Mass an. Die Schweizerische Gesellschaft für Ernährung empfiehlt täglich eine Handvoll Nüsse, also etwa 15 bis 30 Gramm.

blogbild-02-blog-2026-lebensmittel-schlechter-ruf.jpg
Nussmus liefert gesunde Fette. Quelle: Unsplash | Karolina Grabowska

Kakao

Bei Kakao denken viele zuerst an das süsse Instantpulver aus Kindheitstagen. Mit reinem Kakao haben solche Mischungen allerdings oft nur bedingt zu tun, denn sie enthalten meist vor allem Zucker und weitere Zusätze.

Ungesüsstes Kakaopulver kann hingegen einiges. Es liefert unter anderem Calcium und Magnesium und enthält Flavanole, also sekundäre Pflanzenstoffe mit antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften

Du kannst reines Kakaopulver in warme Milch oder eine pflanzliche Alternative rühren oder du gibst es ins Müesli, in den Porridge oder einen Smoothie. Zu bitter? Dann hilft etwas Zucker oder Honig. So entscheidest du selbst, wie süss es wird. 

Ein kleines Aber gibt es dennoch: Kakao kann je nach Herkunft und Verarbeitung mit dem Schwermetall Cadmium belastet sein. Deshalb lohnt es sich, zwischen verschiedenen Produkten abzuwechseln und Kakao nicht gleich löffelweise zu verwenden.

Gesund oder ungesund?

Lebensmittel klar in «gesund» und «ungesund» einzuteilen, ist oft schwieriger, als es scheint. Denn wie so oft kommt es auf die Menge an. Ebenso wichtig sind die Kombination, die Zubereitung und die Häufigkeit, mit der ein Lebensmittel auf unserem Teller landet.

Einzelne Lebensmittel müssen deshalb nicht gleich vom Speiseplan verbannt werden. Viel wichtiger ist ein ausgewogenes Verhältnis: Mal Popcorn mit wenig Öl, mal ein Ei zum Frühstück und selbstverständlich darf es zwischendurch auch süsse Schokolade oder ein grosszügig belegtes Brunch-Omelett sein.

Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

Alle Beiträge der Autorin anzeigen
,

Gesund geniessen

FacebookLinkedinRedditXWhatsapp