
Wie deine Pflanzen deine Ferien überleben
Vor den Sommerferien stellt sich immer wieder die gleiche Frage: Wer kümmert sich um die Pflanzen? Die einfachste Lösung ist natürlich, Familie, Freund:innen oder die Nachbarschaft einzuspannen. Aber mit ein paar einfachen Tricks überstehen viele Pflanzen eine Ferienabwesenheit auch ohne Pflanzensitter.
Bevor du gehst
Vor den Ferien steht viel an: Reise planen, Koffer packen, die Wohnung auf Vordermann bringen. Da rutschen die Pflanzen schnell ans Ende der Liste. Wer aber zu schönem, saftigem Grün zurückkehren möchte, sollte sich ein bisschen Zeit nehmen. Denn mit ein paar Handgriffen lässt sich der Wasserbedarf deiner Pflanzen deutlich senken.
Ein guter Anfang ist ein Rückschnitt. Entferne lange Triebe und Verblühtes – das spart Energie und damit auch Wasser. Auch Zimmerpflanzen profitieren davon. Wenn du ihre Blätter zusätzlich vom Staub befreist, können sie das Licht wieder besser nutzen.
Und dann machst du es den Pflanzen möglichst gemütlich. Kübel- und Topfpflanzen stellst du am besten an einen schattigen Ort, wo sie weniger Wasser verlieren. Zimmerpflanzen darfst du etwas enger zusammenrücken. So entsteht mehr Luftfeuchtigkeit, fast wie im Regenwald, aus dem viele von ihnen ursprünglich stammen.
Im Beet lohnt es sich, dem Boden Aufmerksamkeit zu schenken. Lockern und anschliessend mulchen hilft, die Feuchtigkeit länger zu speichern und Verdunstung zu reduzieren. Gerade im Gemüsebeet kann das einen wichtigen Unterschied machen.
Dünger kannst du dir hingegen sparen. Er kurbelt das Wachstum an, wodurch der Wasserverbrauch steigt. Vor den Ferien ist das also eher kontraproduktiv.
Bevor es losgeht, solltest du deine Pflanzen natürlich nochmals gründlich giessen. Idealerweise bereitest du sie aber schon einige Wochen vorher auf die neuen Bedingungen vor. Im Garten solltest du seltener, dafür intensiv und möglichst bodennah giessen. So bilden die Pflanzen tiefere Wurzeln und kommen besser an Wasser.
Damit hast du alles getan, um den Wasserbedarf zu senken. Ganz ohne Wasser geht es aber natürlich nicht.
Wer giesst, wenn du weg bist?
Ob du zu simplen Tricks greifst oder auf smarte Technik setzt, hängt vor allem von deiner Pflanzensammlung ab. Ein paar Kakteen verzeihen viel, ein Gemüsebeet eher weniger. Und natürlich spielt auch eine Rolle, wie viel Aufwand du vor deinen Ferien investieren möchtest.
Wir starten ganz unkompliziert und steigern uns bis zur Hightech-Lösung.
Die Improvisierten
Manchmal braucht es glücklicherweise gar nicht viel. Für gewisse Zimmerpflanzen kann die Badewanne oder Küchenspüle zum Urlaubsquartier werden. Wichtig ist, dass die Pflanzen Staunässe vertragen und nicht zu viel Licht brauchen. Ein paar Zentimeter Wasser in die Wanne füllen, Handtuch hineinlegen, Pflanzen ohne Übertopf hineinstellen – fertig.
Ebenfalls ganz simpel: Küchenpapier. Rolle dafür ein paar Küchenrollenblätter zu einer langen Schlange zusammen, mach sie nass und lege sie anschliessend um den Wurzelballen der Pflanze direkt auf die Erde. Das andere Ende kommt in einen Wasserbehälter. Nicht besonders elegant, aber effektiv.
Die schnellen Helfer
Ähnlich wie die Küchenrolle funktioniert die Giessschnur. Ein Stück Baumwolle oder Wolle verbindet Topf und Wasserbehälter und transportiert die Feuchtigkeit langsam zur Pflanze. Wichtig dabei: Schnurende nahe der Wurzeln eingraben und den Wasserbehälter etwas höher platzieren, damit alles zuverlässig funktioniert.
Ein Klassiker unter den DIY-Lösungen ist die PET-Flasche. Dazu einfach ein paar Löcher in den Flaschendeckel bohren, Flasche befüllen, Deckel drauf und kopfüber in die Erde stecken. Vorab gut giessen, damit das Wasser nur langsam in die Erde tröpfelt.
Wer es etwas eleganter mag, greift zu Tonaufsätzen. Damit sparst du dir das Löcher bohren. Stattdessen steckst du den Aufsatz auf die Flasche und setzt sie mit dem Aufsatz nach unten in die Erde. Ist die Erde trocken, gibt der Ton Wasser ab; ist sie feucht, stoppt der Fluss automatisch.
Die Komfortlösungen
Wenn du langfristig denkst, lohnt sich ein Blick auf etwas ausgeklügeltere Systeme. Ollas sind poröse Tongefässe, die direkt ins Beet eingegraben werden und kontinuierlich Wasser an den Boden abgeben. Einmal eingesetzt, sorgen sie nicht nur während der Ferien für konstante Feuchtigkeit.
Ähnlich praktisch sind Pflanzgefässe mit integriertem Reservoir oder Wasserspeichermatten. Sie speichern überschüssiges Wasser und geben es nach Bedarf wieder ab. Eine ideale Lösung für alle, die auch im Alltag gerne etwas weniger giessen möchten.
Für grössere Pläne
Spätestens auf grösseren Flächen stossen improvisierte Lösungen an ihre Grenzen. Hier sind Tropfbewässerungssysteme eine interessante Option. Über Schläuche mit kleinen Öffnungen gelangt das Wasser direkt ins Beet – idealerweise an die Wurzeln der Pflanzen. Häufig braucht es dafür einen Wasseranschluss. Es gibt aber auch Varianten, die mit einer Regentonne funktionieren.
Wer die Bewässerung genau steuern will, ergänzt das System mit einem Bewässerungscomputer. Er steuert Zeitpunkte und Mengen automatisch oder nutzt Sensoren, die Bodenfeuchte und Temperatur messen. Einige Modelle lassen sich sogar per App überwachen. So weisst du auch vom Liegestuhl aus, dass zuhause alles im grünen Bereich ist.
Und jetzt: Ferien geniessen
Nicht jede Methode eignet sich für jede Abwesenheit. Einfache Lösungen wie Küchenpapier, Giessschnur oder PET-Flaschen funktionieren eher für kürzere Ferien. Für längere Zeit oder maximale Sicherheit sind Tropfbewässerungssysteme die zuverlässigste Wahl. Und manchmal ist die einfachste Lösung immer noch die beste: jemand, der zwischendurch nach deinen Pflanzen schaut.
Viele dieser Hilfsmittel lohnen sich aber auch über die Ferien hinaus und erleichtern die Pflege über die ganze Gartensaison. Du profitierst also gleich mehrfach: du reist beruhigt ab, kommst entspannt zurück und bleibst es auch danach.
Quelle Titelbild: Adobe Stock | 442434091
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Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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