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Fünf gottlose Gartenarbeiten – ein Leidensbericht

26.02.2026

Es ist der dritte Tag in meiner Hecke, meine Kettenschere versagt und krächzt. Ich erinnere mich an all die guten Vorsätze, die mich einst angetrieben haben – all die inspirierenden Gärten im Internet. Doch langsam neigen sich meine Kräfte dem Ende, und die Wurzeln im Garten wollen nicht weichen. Lasst mich von den fünf gottlosesten Arbeiten berichten, die in meinem Garten auf mich warteten und wie ich ihnen Einhalt bieten konnte.

Die Todeswurzeln meines Vorgängers

In einer Zeit vor mir hat jemand auf diesem Stückchen Erde Bäume wuchern lassen. Dann beschloss er, die inzwischen mehrere Zentimeter dick gewachsenen Stämmchen kurz über dem Boden abzusägen. Diese hartnäckigen Wurzelreste zieren nun den Rasen, die Ecken der Beete und lassen meinen Rasenmäher lauthals aufschreien, wenn die Klingen sich in ihnen verbeissen. O, wie ich versuchte sie zu entfernen: Mit der Axt, mit dem Vorschlaghammer, mit meinem Fahrzeug und einer gespannten Kette. Doch das Einzige, was hier brechen sollte – wenn ich einigen Videos trauen darf – ist die Achse meines Wagens. Und dann mein Verstand.

 

Doch Spass beiseite, wenn diese Ungetüme aus dem Boden ausgetrieben werden sollen, brauchen sie schweres Geschütz. Eine Axt und ein schwerer Hammer können die Wurzeln so weit zerstören, dass sie zumindest nicht mehr an der Oberfläche des Bodens ihren elektrischen Rasenbutler ernsthaft gefährden können. Auch am Rande meines Gartens sehe ich einen jungen Wucher, den ich beherzt an der Wurzel herausreisse. So lässt sich dieses Übel fortan «von der Pike auf» vermeiden.

Die Hecke des Grauens

Es gibt eine Hecke am Rande meiner Einfahrt, die meinen Nachbarn erschaudern lässt. Er  sagte nur: «Eine Handkettenschere? Das ist hartes Holz, das könnte sportlich werden.» Doch all die Warnungen bereiteten mich nicht auf den Moment vor, an dem das zerbrechende Holz der Äste mir durch die kalte Luft in mein Gesicht schmetterte. Mich kostete diese Arbeit fast das Augenlicht (Schutzbrille nicht vergessen!) – und darüber hinaus die letzten Nerven. Am Ende fand ich meine Ruhe im Umsatteln von leichter Akku-Kettenschere zu einer mit Kabelstromanschluss und entsprechend mehr Leistung. Sie vermochte es die Ranken der Hecke zu bändigen – so wie ein heisses Messer Butter. Doch damit nicht genug – die Hecke erstreckt sich weiter an einen steilen Abhang, der am Rand meiner Verantwortung als getreuer Gartenpflegender liegt. Mit letzter Kraft stehe ich in der Schräge, arbeite mich durch Gestrüpp, erinnere mich an die Leidensgeschichten von Nachbarn, die diesem Hanghindernis zum Opfer «fielen» – im wahrsten Sinne des Wortes. O, um ein Haar wäre ich abgerutscht, doch der letzte Ast gab nach unter dem Druck meiner Säge, die sich durch das Material schnitt.

Doch inmitten der Äste bemerkte ich etwas, das mich vor eine neue Herausforderung stellen sollte …

Wuchernder Efeu und unheimliches Unkraut

Inmitten der Äste meiner verhassten Hecke wucherte ein Kraut, nun, genauer gesagt «Hedera helix», der «gemeine Efeu» – und gemein trifft es wohl sehr gut. Über einen maroden Pfeiler einstiger Umzäunungen konnte er in meine Hecke gelangen, rankt sich an den Ästen entlang, kriecht am Boden in die Blumenbeete. O, wie viele Stunden verbrachte ich damit, die Wurzel zu finden, riss Meter um Meter des verhassten Gewächses heraus. Doch den Ursprung dieser Pein konnte ich nicht finden. Aber: Ein gutes Messer hilft, und eine Handsäge, um die dickeren Wurzeln am Stamm zu entfernen. Ab dann liessen sich die Auswüchse einfach einsammeln und ziehen. Auch an dieser Stelle kann das richtige Werkzeug Wunder wirken.

Die Abfälle des Abgrunds

Nun, so langsame lichtet sich das Chaos und Licht bricht durch die Wolken am Himmel – während ich dahin maloche im ewigen Grün des Gartens. Doch wohin mit dem ganzen Unrat? Riesige Haufen Grünzeug sammeln sich an, versperren zunehmend meinen Weg, wollen mich geradezu einkesseln inmitten dieses Garten Elend. Wo ist nur meine Eva, wenn ich sie brauche? Und ihr Apfel wäre auch nicht schlecht, selbst angebissen.

Doch da ist sie – meine Erlösung – nicht in Form eines Snacks, sondern eines wahren Grünzeugbeseitigers: Ein solider Häcksler, der das ganze Kleinzeug zu einer einheitlichen Masse presst. Mit Genugtuung stopfe ich die verhassten Wurzeln in das Ungetüm, das gierig aufschreit und von Holz bis Ranke alles in sich verzehrt und als einheitliche Masse ausspuckt. Ernsthaft – dieses Teil ist ein Gamechanger. Aus mehreren Haufen sind plötzlich überschaubare Mengen geworden, die ich in grünen Gartenabfallsäcken für den Abtransport verstauen kann. Doch inmitten von all dieser einkehrenden Ordnung, bemerke ich am wieder sichtbaren Boden zwischen den Steinfliessen etwas, das mir einen kalten Schauer über den Rücken jagt.

Unzüchtiges Unkraut austreiben

In den tiefen meiner Fliesenfugen vermehren sie sich wie Ungeziefer: Unkraut und Gras spriesst empor – zwischen den Fugen, versteckt im Gestein, meine Arbeit verhöhnend. O, wie viele Stunden verbrachte ich knieend auf den Steinen, kratzte diesen immergrünen Albtraum heraus oder entzog die Wurzeln, wenn ich sie denn zu fassen bekam. Doch Unkraut bleibt flüchtig, unscheinbar und niederträchtig. Am Schluss half mir nur ein verlässliches Mittel – natürlich abbaubar, aber effizient. Und: ein Fugenkratzer. Praxistipp: Vorher ordentlich ausrupfen, am besten auch mit den Wurzeln, und dann mit einem ökologisch verträglichen Mittel begiessen. So kehrt Ruhe ein auf steinernem Gartenparkett.

Graswachsen hören

Frieden kehrt ein im Heim – und im Garten. So langsam sind all die unsäglichen Aufgaben getan, die ich immer vor mir herschob. In Ruhe sitze ich im Gartenstuhl – geschunden, aber nicht gebrochen. Doch da bemerke ich meine letzte Aufgabe – die sich die ganze Zeit vor mir befand, ohne dass ich sie bewusst wahrnahm. Mein Rasenmäher schrie einst auf wegen der nun vernichteten Baumwurzeln im Boden. Nun, in der Zwischenzeit meiner Arbeit nahm der Rasen überhand. Die verurteilenden Blicke meines Nachbarn für das zu hoch gewucherte Grün stechen. Ein letztes Mal will ich den Gartenschuppen öffnen, doch da kommt mir eine teuflische Idee. Was, wenn ein Roboter die unliebsame Aufgabe für mich erledigen könnte – vielleicht für die nächsten Jahre?

Gesagt, getan, bestellt: Einen Tag später schliesse ich meinen elektrischen Helfer an, kartiere die Fläche und los geht's. Anfänglich muss ich ihm bei einigen Arealen helfen, die einfach zu uneinsehbar für seine Kamera bei der Gelände-Erfassung waren. Doch schon bald tut er seine Pflicht, fährt genügsam über meinen Rasen und liefert die auf fünf Zentimeter getrimmte Erlösung. Endlich kann ich ruhen – bis zum nächsten Mal im Garten. Doch mit neuen Werkzeugen werde ich zukünftig gewappnet sein.

Wer kann so manche Erfahrung teilen? Was habt ihr für geheime Tipps und Tricks mit unliebsamen Gartenarbeiten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

 

 

Quelle Titelbild: KI-generiert (ChatGPT via Sora)

Maximilian Bauer

Marketing Manager Editorial Content

Ehemaliger Kulturjournalist, heute Unternehmenskommunikator mit B2B-Hintergrund in öffentlichen Institutionen und der Softwareindustrie. In meiner Freizeit dreht sich vieles um Technik in allen Facetten: eine zu grosse Gitarrensammlung, jede Menge Audio-Equipment und ungebrochene Musikleidenschaft. Dazu kommt das Fotografenauge – mit Schwäche für (leider) viel zu teure Kameras – und meine nostalgische Liebe zu PC-Spielen: von taktischen Shootern über Rollenspiele bis hin zu Strategie-Klassikern. Bei Brack darf ich über all das schreiben, was mich schon immer fasziniert hat.

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