
Hoch hinaus: Vertical Gardening im Trend
Der Traum vom eigenen Garten beginnt oft mit einem Problem: zu wenig Platz. Statt Rasen gibt es Balkonplatten, statt Beeten vielleicht nur eine freie Wand. Doch genau diese könnte der Anfang von etwas Grün sein. Manchmal muss man statt in die Breite einfach nach oben denken.
Warum wir plötzlich nach oben gärtnern
Beim Vertical Gardening ist der Name Programm: Kräuter, Blumen und Gemüse wachsen in die Höhe statt in die Breite – an Wänden, in hängenden Töpfen oder in mehrstöckigen Pflanzenkästen. Das Prinzip ist simpel und die Möglichkeiten überraschend vielseitig. Hauptsache, das Grün strebt nach oben.
Ganz neu ist die Idee nicht. Eines der sieben Weltwunder der Antike sind schliesslich die Hängenden Gärten von Babylon. Doch erst mit der Verdichtung unserer Städte wurde das vertikale Gärtnern wirklich zum Trend. In der Schweiz leben heute drei Viertel der Bevölkerung im urbanen Raum und gerade dort ist ein eigener Garten oft Luxus.
Gleichzeitig wächst die Sehnsucht nach Natur. Ein paar Kräuter für die Pasta, Erdbeeren vom Balkon, ein Blick ins Grüne vom Wohnzimmer – genau davon träumen viele. Wenn der Platz knapp ist, braucht es Kreativität. Hier zeigt Vertical Gardening seine Stärke. Selbst ein Mini-Balkon, Hinterhof oder Hauseingang kann zur grünen Oase werden.
Vom Wunsch zur grünen Wand
Die Idee steht, die Vorfreude ist da, jetzt geht's an die Planung. Denn wie dein vertikaler Garten aussehen kann, hängt vor allem von den Voraussetzungen ab: Balkon oder Innenhof, Sonnenseite oder Nordwand, Mietwohnung oder eigenes Haus?
In grossen Gärten dürfen sich Rosenbögen und Pflanzengerüste in die Höhe ranken. Auf kleinem Raum kommen vor allem hängende Töpfe, Pflanzentreppen oder mehrstöckige Kästen zum Einsatz. Wer es unkompliziert mag, greift zu fixfertigen Systemen fürs Vertical Gardening. Sie ragen wie kleine Pflanztürme in die Höhe und machen selbst auf wenigen Quadratmetern viel Grün möglich.
In die Planung sollte neben den Platzverhältnissen auch die Lage einfliessen. Bekommen die Pflanzen genug Licht? Wie stark sind sie der Witterung ausgesetzt? Ein sonniger bis halbschattiger Standort ist für viele Blumen und Pflanzen ideal. Nach dem Standort richtet sich auch die Pflanzenwahl – und oft auch der Giessplan.
Mini-Checkliste vor dem Start
- Lichtverhältnisse prüfen – Schatten, Halbschatten oder Sonne?
- Tragfähigkeit von Wand, Geländer und Balkon klären – gefüllte Pflanzenkäste können ganz schön ins Gewicht fallen.
- Bewässerung planen – Giesskanne, Schlauch oder Bewässerungssystem?
Was wächst wo?
Generell gilt: Was horizontal wächst, kann meist auch vertikal gedeihen. Allerdings haben Pflanzen in Töpfen und Blumenkästen weniger Wurzelraum, weshalb sich beim Vertical Gardening vor allem Flachwurzler eignen. Salate, Kräuter und viele Blumen kommen mit wenig Erde aus.
Entscheidend sind ausserdem die Lichtverhältnisse. Knallt die Mittagssonne auf deinen Balkon oder kämpfst du um jede Sonnenstunde? Geranien oder Thymian lieben zum Beispiel die Sonne, während Chrysanthemen oder Minze im Halbschatten gedeihen. Ein kurzer Blick auf den Standort spart später viel Frust.
Die eigenen Wünsche und Vorlieben spielen natürlich auch eine entscheidende Rolle: Soll das Gartengut später auf dem Teller landen oder geht's dir vor allem um eine bunte Blumenpracht? Für essbares Grün eignen sich etwa Salat, Spinat oder Kräuter wie Basilikum, Minze oder Thymian. Für Farbtupfer sorgen blühende Pflanzen wie Kapuzinerkresse, Zinnien oder Tagetes. Wer etwas mehr Platz hat, kann Kletterpflanzen wie Gurken oder Bohnen an Rankhilfen nach oben ziehen.
Beim vertikalen Gärtnern befinden sich Pflanzen oft übereinander. Das will geplant sein. Pflanzen, die mehr Licht brauchen, gehören nach oben, schattenverträgliche Sorten nach unten. Auch der Wasserbedarf spielt eine Rolle: Bei offenen Systemen tropft überschüssiges Giesswasser nach unten, sodass die unteren Töpfe und Kästen mehr Feuchtigkeit abbekommen.
Hier kommt ganz viel Inspiration
Vertical Gardening kennt keine feste Form – deiner Kreativität sind also kaum Grenzen gesetzt. Pflanztürme, hängende Töpfe, Blumentreppen, Gitter oder Wandregale: Alles, was Höhe schafft, wird zum Zuhause für Blumen, Kräuter und Gemüse. Wer noch Ideen sucht, klickt sich am besten durch unsere Bildgalerie.
Ein bisschen Inspiration für deine grüne Oase. Quelle: Unsplash | Cherry Laithang
Beliebt sind ausserdem DIY-Lösungen. Aus einer alten Palette wird ein mehrstöckiges Kräuterregal, aus PET-Flaschen und Schnur entsteht ein schwebender Minigarten. Selbst ausgediente Leitern oder Fensterläden bekommen beim vertikalen Gärtnern ein zweites Leben.
Einfaches aber schönes DIY-Projekt: Makramee-Aufhänger. Quelle: Unsplash | Charlotte Cowell
Mehr Grün pro Quadratmeter
Manchmal braucht es erstaunlich wenig Platz, um sich ein Stück Natur zurückzuholen. Ein paar Töpfe, eine freie Wand und ein bisschen Kreativität – schon fühlen sich selbst ein paar Quadratmeter wie ein Garten an.
Quelle Titelbild: Adobe Stock | 368416017
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Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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