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IT-Beschaffung in Behörden: Was sich in der Praxis bewährt hat

Ein IT-Beschaffungsprojekt bringt schnell viele Fragen mit sich: Wie genau beschreiben wir unseren Bedarf? Wer sollte eingebunden werden? Und welche Lösung passt wirklich? Ein strukturierter Blick auf die wesentlichen Punkte hilft – wir zeigen die wichtigsten.

Den Bedarf richtig beschreiben

Eine der grössten Herausforderungen ist die präzise Definition des Bedarfs. Häufig wird dieser zu früh als konkrete Lösung formuliert. Ein bestimmtes Tool, ein spezifischer Hersteller oder ein fertiges Zielbild stehen bereits im Raum. Das mag auf den ersten Blick effizient erscheinen, schränkt jedoch den Wettbewerb unnötig ein und erhöht das Risiko von Nachbesserungen oder suboptimalen Entscheidungen. 

Umgekehrt führen zu allgemein formulierte Anforderungen ebenfalls zu Problemen. Wenn Ziele und Kriterien zu vage bleiben, werden Angebote schwer vergleichbar. Das führt zu Mehraufwand in der Auswertung und erschwert eine transparente, nachvollziehbare Entscheidung.

Was sich bewährt hat

Ein strukturierter, funktional ausgerichteter und ergebnisorientierter Ansatz schafft hier eine gute Balance. Statt die Lösung vorzugeben, wird beschrieben, was konkret erreicht werden soll. Ergänzend helfen Muss- und Soll-Kriterien, klare Mindestanforderungen und vordefinierte Prioritäten. Das schafft Vergleichbarkeit zwischen Angeboten, Raum für innovative Lösungsansätze und eine bessere Passung zum tatsächlichen Bedarf. 

Typische Leitfragen bei IT-Beschaffungen sind:

  • Welches konkrete Problem soll gelöst werden?
  • Welche Prozesse sollen unterstützt oder verbessert werden?
  • Welche Daten, Schnittstellen und Systeme sind betroffen?
  • Welche Anforderungen bestehen an Sicherheit, Datenschutz und Verfügbarkeit?
  • Welche Wirkung oder welchen Mehrwert erwarten wir? 

Gerade bei komplexen Vorhaben und knappen internen Ressourcen kann es sinnvoll sein, frühzeitig externe Expertise beizuziehen. Ein Blick von aussen kann helfen, den Bedarf zu schärfen, unrealistische Vorstellungen zu hinterfragen und Anforderungen so zu formulieren, dass sie sowohl verständlich als auch belastbar sind. 

Zusammenarbeit stärken

IT-Beschaffungen bringen unterschiedliche Perspektiven zusammen: Fachbereiche denken in Prozessen und Anwendungsszenarien; die IT-Abteilungen fokussieren auf Integration, Betrieb und Sicherheit; und die Beschaffung stellt die Einhaltung der Verfahren und Kriterien sicher. Diese drei Bereiche sind oft organisatorisch getrennt und folgen unterschiedlichen Logiken. 

Ohne abgestimmte Zusammenarbeit entstehen schnell Reibungsverluste, Missverständnisse oder unvollständige Anforderungen. Das erschwert nicht nur den Beschaffungsprozess, sondern wirkt sich oft auch auf die spätere Umsetzung aus. 

Was sich bewährt hat

Eine frühzeitige gemeinsame Zusammenarbeit aller Beteiligten ist zentral. Anforderungen sollten nicht isoliert entstehen, sondern in einem gemeinsamen Prozess zusammengeführt werden. 

Wichtige Erfolgsfaktoren:

  • Klare Rollen und Verantwortlichkeiten
  • Gemeinsames Verständnis der Ziele
  • Abstimmung zu Bewertungskriterien
  • Regelmässiger Austausch zu Projektverlauf

So entsteht ein konsistentes Gesamtbild, das sowohl fachliche Anforderungen als auch technische und rechtliche Aspekte berücksichtigt. 

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Gute Zusammenarbeit ist zentral. Quelle: Unsplash | Yunus Tuğ

Nachhaltig entscheiden

Der Anschaffungspreis ist oft das Erste, was ins Auge fällt. Für eine nachhaltige Entscheidung reicht er jedoch nicht aus. IT-Lösungen verursachen Kosten über ihren gesamten Lebenszyklus: Von Betrieb und Wartung über Support und Weiterentwicklung bis zu internen Schulungen. Zudem spielen Faktoren wie Energieverbrauch, Lebensdauer oder Skalierbarkeit eine zunehmend wichtige Rolle. 

Was sich bewährt hat

Der Fokus sollte auf der langfristigen Wirtschaftlichkeit statt auf kurzfristigen Kosten liegen. Der tatsächliche Aufwand zeigt sich oft erst im Betrieb. Das Konzept der Total Cost of Ownership (TCO) hilft, die Kosten über den gesamten Lebenszyklus hinweg realistisch einzuschätzen. 

Ein umfassender Blick berücksichtigt:

  • Laufende Betriebs- und Wartungskosten
  • Abhängigkeiten von Anbietern
  • Erweiterbarkeit und Zukunftsfähigkeit
  • Nachhaltigkeitsaspekte wie Energieeffizienz und Reparierbarkeit

Zunehmend wichtig ist zudem der Mehrwert über den Preis hinaus. Aspekte wie Qualität, Stabilität und Langlebigkeit fliessen stärker in die Bewertung ein. Auch ökologische und gesellschaftliche Kriterien gewinnen an Gewicht und werden vielerorts bereits systematisch berücksichtigt.

Insellösungen vermeiden

Viele kennen die Situation: Kleinere IT-Beschaffungen werden ohne umfassende Abstimmung schnell und pragmatisch umgesetzt. Was kurzfristig effizient erscheint, führt langfristig häufig zu Herausforderungen: doppelte Systeme oder Lizenzen, fehlende Integration und erhöhte Kosten und Risiken. 

Diese sogenannten Insellösungen entstehen insbesondere dann, wenn die Beschaffung losgelöst von der bestehenden IT-Landschaft erfolgt. 

Was sich bewährt hat 

Beschaffungen sollten konsequent in den Kontext der Gesamt-IT gestellt werden. Ein Abgleich mit bestehenden Strukturen und Vereinbarungen lohnt sich in vielerlei Hinsicht – nicht zuletzt auch finanziell.

Konkret sind diese Schritte sinnvoll:

  • Abgleich mit bestehenden Systemen, Strategien und laufenden Vorhaben
  • Nutzung bestehender Rahmenverträge und Anbieter, wo sinnvoll 
  • Einbindung der IT‑Architektur und Betriebsverantwortlichen 
  • Berücksichtigung von Integrationsanforderungen von Anfang an

So lässt sich Doppelspurigkeit vermeiden und Lösungen besser in die bestehende Umgebung einbetten. Zusätzlich hilft oft ein strukturierter Blick von aussen – etwa durch eine gezielte Beratung. 

Gute Entscheidungen brauchen Planung

IT‑Beschaffung in Behörden ist anspruchsvoll, aber gut strukturierbar. Wer den Bedarf klar formuliert, die richtigen Stellen frühzeitig einbindet und Entscheidungen ganzheitlich trifft, schafft die Grundlage für nachhaltige und tragfähige Lösungen.

Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

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