Brack Logo

JURA A8: Kompakt, komfortabel, mit Kompromissen?

Nur 19 cm breit – muss die JURA A8 dafür anderswo Kompromisse eingehen? Ich habe den Kaffeevollautomaten eine Woche lang getestet und die Antwort gefunden.

Erster Eindruck: kompakt, aber kein Winzling

Die A8 misst an ihrer breitesten Stelle gerade mal 19 cm – das ist wirklich schmal und passt auch in eine kleinere Küche. Aber schmal heisst nicht klein. Mit 19 × 37 × 44.5 cm hat sie weiterhin die Dimension eines Vollautomaten und das merkt man vor allem bei der Höhe. Wer sie unter einem Hängeschrank platzieren will, sollte vorher nachmessen, denn man braucht oben Platz, um Bohnen nachzufüllen und den Wassertank herauszunehmen. Der Hersteller rät ausdrücklich davon ab, direkt am Gerät nachzufüllen, da Wasser ins Innere gelangen und Schäden verursachen könnte.

Das Display: keine Ausreden mehr

Das Display führt durch jeden Schritt, es steht immer klar da, was gerade Sache ist – auch wenn eine Reinigung ansteht. Kein Rätselraten, kein «was drücke ich jetzt nochmal».

Richtig gut gefällt mir, dass man Kaffeestärke und Menge nicht jedes Mal neu in den Grundeinstellungen festlegen muss, sondern bei jedem einzelnen Bezug direkt anpassen kann. Praktisch, wenn Besuch da ist, der den Kaffee anders mag, oder wenn man selbst mal Lust auf einen kräftigeren bzw. schwächeren Espresso hat.

Im Menü wählst du zwischen den verschiedenen Kaffeevariationen aus.

Geschmackstest und Kaffeevariationen

Klar, der Geschmack hängt vor allem von den Bohnen ab. Aber der Unterschied zu Kapselmaschinen ist sofort spürbar. Mein erster Espresso hat mir richtig gut geschmeckt. Kleiner Praxistipp: Die Tasse nicht sofort unter den Auslauf stellen, die Maschine spült zu Beginn kurz durch.

blogbild-04-blog-2026-jura.jpg
Der erste Espresso überzeugt.

Der zweite Test war ein Cappuccino. Weil ich kein separates Milchsystem hatte, habe ich einfach Milch in ein Glas gefüllt, den Ansaugschlauch reingesteckt, Cappuccino ausgewählt, und fertig. Perfekter, cremiger Schaum, ganz ohne Aufpreis-Zubehör. Die zweite Tasse liess nicht lange auf sich warten.

Auch der Cappuccino war lecker. Die Milch schäumt die Maschine gleich selbst.

Wer es etwas eleganter mag: Ab November haben wir im Shop ein passendes Anhänge-Milchsystem für die A8, optisch abgestimmt auf die Maschine. Man kann sogar zwei nebeneinander betreiben – zum Beispiel eines mit Kuh-, eines mit Hafermilch. Bis dahin tut's auch ein Glas-Milchbehälter als günstige Übergangslösung.

Unabhängig vom Milchgefäss überzeugt aber vor allem eins: der Ansaugschlauch direkt an der Maschine. Der Komfort ist kaum zu schlagen. Auf meinen Milchschäumer könnte ich somit verzichten. Ausserdem geht es damit deutlich schneller. Wer also früh morgens einen Cappuccino, Latte Macchiato oder Cortado geniessen will, ohne viel Zeit aufzuwenden, hat hier einen klaren Vorteil.

Die Milchmenge lässt sich übrigens auch feintunen: Beim jeweiligen Getränk – zum Beispiel Cappuccino – die Taste lange gedrückt halten, um das Menü zu öffnen, wo sich Kaffee- und Milchanteil separat einstellen lassen. Ab Werk waren bei mir 18 Sekunden Milchschaum hinterlegt, das war mir zu wenig – einfach die Sekundenzahl erhöhen und ausprobieren, bis die Menge an Schaum passt. Der Latte Macchiato mit 30 Sekunden Milchschaum war neben dem gewöhnlichen Espresso mein Favorit!

Neben den Klassikern macht die A8 auch Flat White, Latte Macchiato, Cortado, Hot Brew, Light Brew und liefert auf Knopfdruck Heisswasser für Tee. Für den Alltag deckt das so ziemlich alles ab, was man sich wünschen könnte.

Zwischendurch entkoffeiniert oder eine andere Sorte? Kein Problem

Das war für mich lange einer der Gründe, wieso ich nie einen Vollautomaten gekauft habe: Ich trinke oft entkoffeinierten Kaffee und will dafür nicht jedes Mal die Bohnen wechseln – zumal immer noch Bohnen im Mahlwerk und im System bleiben. Die A8 hat dafür eine Lösung – man kann gemahlenen Kaffee direkt in das runde Fach neben dem Bohnenbehälter einfüllen  und so problemlos auf entkoffeiniert umsteigen, ohne die ganze Maschine umzustellen. Für mich ehrlich gesagt ein kleiner Wendepunkt bei der Frage, ob ein Vollautomat überhaupt infrage kommt. Das Fach eignet sich auch, wenn man zwischendurch eine andere Kaffeesorte probieren möchte.

Die Kaffeebohnen werden oben reingegeben. Links davon das runde Fach für den gemahlenen Kaffee.

Design – modern und unaufdringlich

Die A8 kommt im klassischen, eleganten JURA-Design daher: schlicht, aber schön und modern. Wer es zeitgemäss, unkompliziert und bedienerfreundlich mag, ist damit bestens bedient. Am Ende hängt es auch davon ab, wie die eigene Küche eingerichtet ist und wie wichtig einem die Optik ist. Am Geschmack ändert sich durch das Design schliesslich nichts.

blogbild-09-blog-2026-jura.jpg
Das klassische JURA-Design. Bei der A8 im kompakteren Format.

Alltagstauglichkeit

Die Maschine heizt erfreulich schnell  auf, da gibt es keine lange Wartezeit am Morgen. Weniger als eine Minute nach dem Einschalten kann bereits der erste Kaffee zubereitet werden. Der Wassertank ist zwar klein – eine Füllung reicht für rund 5-6 Kaffees – aber das ist bei einer kompakten Maschine kein Wunder. Wer viel Kaffee trinkt, füllt halt öfter nach.

Eine Woche und 47 Espressi später: überzeugt?

Ja, die A8 hat mich überzeugt. Nicht, weil die A8 perfekt ist – das Design ist nicht meins, und der Wassertank könnte grösser sein. Aber die Kombination aus Qualität, einfacher Bedienung, der Möglichkeit, jeden Kaffee individuell anzupassen, und der Option auf entkoffeinierten Kaffee mit gemahlenen Bohnen hat mich ehrlich überzeugt. Wer schon immer einen Vollautomaten von JURA wollte, aber bisher am Platzbedarf gescheitert ist, kommt mit der A8 definitiv auf seine Kosten.

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

Alle Beiträge des Autors anzeigen
,
FacebookLinkedinRedditXWhatsapp