
Apple Keynote 2026: iPhone Duo, iPhone 18 Pro und der erste Auftritt von CEO John Ternus
Apple hat sein erstes faltbares iPhone vorgestellt – und ihm einen Namen gegeben, den vorher kaum jemand auf der Rechnung hatte: iPhone Duo. Es war zugleich die erste grosse Keynote unter dem neuen CEO John Ternus, der Tim Cook vor acht Tagen abgelöst hat.
Die Keynote fand am Mittwoch, 9. September 2026, um 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit im Steve Jobs Theater in Cupertino statt, unter dem Motto «Surprise and shine». Tim Cook moderiert inzwischen als Executive Chairman im Hintergrund, während Ternus als bisheriger Hardware-Chef durch die wichtigsten Produkte führte. Wer die Hintergründe zum Führungswechsel nachlesen will, findet sie in unserem Beitrag vom April.
iPhone Duo: Apples erstes Foldable
Das iPhone kann sich jetzt also falten. Samsung, Google und diverse chinesische Hersteller verkaufen faltbare Smartphones bereits seit rund sieben Jahren. Für Apple selbst ist es trotzdem ein Wendepunkt: das erste komplett neue iPhone-Format seit dem iPhone X.
Der Name war die zweite Überraschung des Abends: weder «iPhone Fold» noch «iPhone Ultra», sondern iPhone Duo. Das Gerät klappt wie ein Buch auf, mit einem 5,4 Zoll grossen Aussendisplay und einem 7,6 Zoll grossen Innendisplay – etwas kleiner als zuletzt kolportiert, aber laut Apple das grösste Display, das je in einem iPhone steckte: 50 Prozent grösser als beim iPhone 18 Pro Max.
iPhone Duo auf einen Blick
| Display aussen | 5,4" |
| Display innen | 7,6" |
| Chip | A20 Pro |
| Entsperrung | Touch ID, integriert im Seitenknopf |
| Kamera aussen | 48 MP Fusion Main + 48 MP Fusion Ultra Wide, kein Tele, keine variable Blende |
| Kamera vorne | 12 MP Center Stage (aussen) + Under-Display-Kamera (innen) |
| Material | Titan-Rahmen und -Scharnierabdeckung, Ceramic Shield vorne/hinten, IP68 |
| Farben | Star White, Night Sky |
| Speicher | 256 GB – 2 TB |
| Preis (USA) | ab USD 1'999 |
| Vorbestellung / Verkauf | 16. Oktober / 23. Oktober |
Wichtig für die Schweiz: iPhone Duo startet rund fünf Wochen später als iPhone 18 Pro und die neuen Watch-Modelle. Wer am 18. September ins Geschäft geht, bekommt vorerst nur die «normalen» Neuheiten – das Foldable folgt erst am 23. Oktober, weltweit gleichzeitig, nicht als regionale US-Exklusivität wie zwischenzeitlich spekuliert.
Bei der Displayfalte setzt Apple auf ein mehrschichtiges Display mit Nano-Textur-Beschichtung und frei gleitenden Klebeschichten, die die Spannung beim Falten reduzieren. Ganz unsichtbar wird der Falz laut Herstellerangaben nicht, aber deutlich minimiert.
Auffällig: iPhone Duo hat weder Teleobjektiv noch variable Blende – beides bleibt den Pro-Modellen vorbehalten. Dafür punktet es mit exklusiven Kamerafunktionen wie Duo Preview (Vorschau fürs Gegenüber auf dem Aussendisplay), Kid Cue (Animationen, um Kinderaugen einzufangen) und Duo FaceTime (weitere Personen klinken sich über das Aussendisplay in einen Videoanruf ein).
iPhone 18 Pro & Pro Max: gleiche Hülle, neue Power
Optisch bleibt vieles vertraut, sichtbarstes Update ist die verkleinerte Dynamic Island mit Platz für bis zu drei Live-Activities gleichzeitig. Die eigentliche Neuerung war die variable Blende – und sie kommt, anders als lange spekuliert, in beiden Modellen.
Pro vs. Pro Max
|
18 Pro |
18 Pro Max | |
| Display | 6,3" | 6,9" |
| Chip | A20 Pro | A20 Pro |
| Variable Blende | ja (ƒ/1.48–ƒ/4.0) | ja (ƒ/1.48–ƒ/4.0) |
| Zoom | bis 8x optisch | bis 8x optisch |
| Farben | Silber, Schwarz, Glacier, Burgundy | Silber, Schwarz, Glacier, Burgundy |
| Preis (USA) | ab USD 1'199 | ab USD 1'299 |
Die vier Blendenstufen (ƒ/1.48, ƒ/1.8, ƒ/2.8, ƒ/4.0) lassen sich automatisch oder manuell über die neuen Pro Controls steuern – ƒ/1.48 holt laut Apple rund 50 Prozent mehr Licht in dunkle Szenen, ƒ/4.0 ermöglicht kreative Effekte wie Sternstrahlen aus hellen Lichtquellen.
Der A20 Pro liefert dank neuer Gehäusetechnik und einer drei Mal grösseren Vapor Chamber laut Apple bis zu 40 Prozent mehr Dauerleistung als das iPhone 17 Pro – eine Zahl aus eigenen Tests, die sich unabhängig noch nicht überprüfen lässt. Beim Preis hat sich die Prognose von rund 100 Dollar Aufpreis pro Modell bestätigt: iPhone 18 Pro startet neu bei 1'199 statt 1'099 US-Dollar, das Pro Max bei 1'299 statt 1'199 US-Dollar.
Zur Apple-Intelligence-Frage für Europa: Siri AI startet gemäss Apples eigenen Angaben vorerst nur auf Englisch – und ausdrücklich noch nicht in der EU. Für die Schweiz als Nicht-EU-Land ist offen, ob das eine frühere Verfügbarkeit bedeutet oder ob Apple die Schweiz regulatorisch trotzdem zur «EU-Gruppe» zählt. Vorbestellung ist ab Samstag, 12. September, Verkaufsstart am 18. September.
Apple Watch Series 12 & Ultra 4: neuer Chip, und die Keramik ist zurück
Die Apple Watch Series 12 in Light-Gold-Alumium. Quelle: Apple Newsroom (Apple Inc., Sept. 2026)
Apple Watch auf einen Blick
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Series 12 |
Ultra 4 | |
| Chip | S11 | S11 |
| Farben | Space Gray, Schwarz, Light Gold, Dark Bronze (Alu); Radiant Gold, Natur (Titan); Pearl White, Night Blue (Keramik) | Schwarz, Natur (Titan) |
| Neu | Health-Sensing-System, Keramikversion zurück im Sortiment | über 2 Tage Akkulaufzeit, bis 45 h im Max-Workout-Modus |
| Preis (USA) | ab USD 399 (unverändert) | USD 799 (unverändert) |
Ambient Listening am Handgelenk ist praktisch, wirft aber die Frage auf, die bei jeder Always-on-Funktion ansteht: Apple betont, dass Rohaudio nie gespeichert oder für Apple einsehbar wird – trotzdem entscheidet am Ende jede:r selbst, ob eine Uhr im Hintergrund mithören soll, und dafür muss man die Einstellungen erst einmal finden und verstehen.
Anders als beim iPhone bleiben die Watch-Preise unverändert. Wer einen grossen Sprung erwartet hat, wird trotzdem enttäuscht – eigentlich das falsche Wort, denn eine ausgereifte Plattform muss sich nicht neu erfinden, nur weil ein Kalenderjahr vorbei ist. Vorbestellung ab sofort, Verkaufsstart 18. September.
AirPods 5: ANC wird zum Standard
Die zwei AirPods-5-Varianten unterscheiden sich nicht mehr durch aktive Geräuschunterdrückung – ANC ist jetzt in beiden Modellen serienmässig. Der Unterschied liegt stattdessen bei Zusatzfunktionen.
Das Basismodell kostet 129 US-Dollar – gleich viel, wie zuvor die Version ganz ohne ANC kostete – und bietet laut Apple die beste Geräuschunterdrückung, die es je in einem offenen Design gab. Die Version für 149 US-Dollar (30 Dollar günstiger als die bisherige vergleichbare Ausstattungsstufe) ergänzt Lautstärkeregelung per Wischgeste am Bügel, längere Akkulaufzeit mit ANC sowie ein kabelloses Ladecase. Ob 20 Dollar Aufpreis für eine Wischgeste und ein etwas komfortableres Ladecase den Unterschied wert sind, dürfte für die meisten eine Nebensache sein – der eigentliche Fortschritt liegt darin, dass ANC nicht mehr das Kaufargument ist, das die günstigere Variante ausschliesst.
Ternus' erste Bühne: Apples grösster Umbau seit dem iPhone X
Ternus hat sich für seinen ersten grossen Auftritt nicht das einfachste Jahr ausgesucht: neue Gerätekategorie, höhere Preise, ein umgebautes Line-up. Technisch ist iPhone Duo genau das überengineerte Produkt geworden, das man von Apple erwarten durfte – Titan-Rahmen, eigens entwickeltes Scharnier und Nano-Textur-Display. Ob sich Aufpreis und fünf Wochen Wartezeit für Schweizer Kund:innen lohnen, entscheidet sich im Alltag, nicht auf der Bühne.
Ein Scharnier lässt sich exakt timen. Eine KI-Strategie nicht – dazu gab es heute vor allem Ankündigungen (Siri AI, Apple Intelligence, Audio Intelligence auf der Watch), während Siri AI selbst vorerst nur auf Englisch und ausdrücklich noch nicht in der EU startet.
Beide Modelle bekommen den neuen S11-Chip, der neu auch «Audio Intelligence» ermöglicht: Die Watch erkennt Alarmsignale, Türklingeln oder weinende Babys, hält per Live Rewind die letzten 15 Sekunden eines Gesprächs fest und fasst ganze Meetings automatisch zusammen (Siri Recap).
Quelle Titelbild: Apple Newsroom (Apple Inc., Sept. 2026)
Lead Editorial Content
Ehemaliger Kulturjournalist, heute Unternehmenskommunikator mit B2B-Hintergrund in öffentlichen Institutionen und der Softwareindustrie. In meiner Freizeit dreht sich vieles um Technik in allen Facetten: eine zu grosse Gitarrensammlung, jede Menge Audio-Equipment und ungebrochene Musikleidenschaft. Dazu kommt das Fotografenauge – mit Schwäche für (leider) viel zu teure Kameras – und meine nostalgische Liebe zu PC-Spielen: von taktischen Shootern über Rollenspiele bis hin zu Strategie-Klassikern. Bei Brack darf ich über all das schreiben, was mich schon immer fasziniert hat.
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