
Wenn der Halbmarathon ruft: Der Running-Hype und wie der Einstieg gelingt
Hast du auch das Gefühl, dass gerade jeder Zweite für einen Halbmarathon trainiert? Auf Social Media scrollt man sich durch Lauf-Selfies, im Freundeskreis fallen plötzlich Wörter wie Long Run und selbst die Kollegin, die früher beim Treppensteigen protestiert hat, spricht jetzt von ihrem Trainingsplan. Was ist da los?
Warum rennen plötzlich alle?
Vielleicht, weil Laufen ziemlich gut in unsere Zeit passt. Vor allem Gen Z lebt bewusster, achtet stärker auf physische und mentale Gesundheit und sucht nach Dingen, die im Alltag guttun. Für viele ist Laufen nicht nur Training, sondern auch eine Möglichkeit, abzuschalten, Gedanken zu sortieren und für einen Moment offline zu sein.
Hinzu kommt, dass es für den Einstieg nur wenig braucht. Weder teure Ausrüstung noch lange Anreise. Ein Paar Laufschuhe, Sportkleidung, Haustür auf und du kannst loslaufen. Zwar entsteht online auch ein Hype um Gadgets, Uhren, Trinkwesten und Outfits, aber im Grunde ist Laufen unkompliziert, flexibel und vergleichsweise günstig. Angefressene Marathonläufer:innen mal ausgenommen. Wer plötzlich Startplätze bucht und «nur schnell» neue Carbon-Laufschuhe anschaut, greift dann doch ein bisschen tiefer in die Tasche.
Motivierend ist auch, dass man gerade am Anfang schnell Fortschritte spürt. Die erste Runde fühlt sich vielleicht noch fast wie eine Nahtoderfahrung an, doch plötzlich geht dieselbe Strecke ein bisschen leichter. Das macht Lust auf mehr.
Vom Sport zum Lifestyle
Nicht zu unterschätzen ist natürlich auch Social Media. Wenn Influencer:innen ihre Marathonerfahrungen teilen, steckt das an. Wenn andere das schaffen, warum du nicht auch?
Laufen ist massentauglicher geworden. Es geht nicht mehr nur um Bestzeiten und verbissene Wettkampflogik. Laufen wird heute zunehmend auch als Lifestyle und Gemeinschaftserlebnis inszeniert. Der 10-Kilometer-Lauf, der Firmenlauf oder eben der Halbmarathon klingt plötzlich nicht mehr nach Spitzensport, sondern nach einem Ziel, das man sich tatsächlich zutrauen könnte.
Allerdings sieht der Running-Hype online oft eleganter aus, als er sich in der Realität anfühlt. Selten wird der Moment festgehalten, in dem man nach acht Minuten denkt: Wer hatte denn diese dumme Idee? Und genau deshalb ist der nächste Punkt wichtig: Wenn dich der Hype gepackt hat, solltest du nämlich nicht Hals über Kopf losrennen.
So gelingt der Einstieg
Keine Angst, du brauchst keine jahrelange Sporterfahrung, um mit Laufen anzufangen. Sinnvoll ist aber, sich vorher über ein paar Basics Gedanken zu machen.
Für den Einstieg eignet sich die Run-Walk-Methode. Dabei wechselst du Laufen und Gehen ab. Zum Beispiel eine Minute locker joggen, zwei Minuten gehen, wieder eine Minute joggen. Wenn du schon länger keinen Sport gemacht hast, kannst du auch mit zügigem Gehen starten und nach und nach kurze Laufphasen einbauen. Mit der Zeit werden diese länger als die Gehpausen und du spürst deinen Fortschritt.
Trotzdem solltest du nichts überstürzen. Distanz und Zeit sind am Anfang weniger wichtig als das richtige Tempo. Du solltest dich beim Laufen noch unterhalten können, ohne ausser Atem zu geraten. Auch ein kurzes Aufwärmen lohnt sich: fünf bis zehn Minuten gehen oder leicht mobilisieren reichen oft schon.
Trainingspausen sind ebenfalls wichtig. Sehnen, Gelenke und Muskeln brauchen Zeit, um sich an die neue Belastung zu gewöhnen. Wer am Anfang zu viel will, riskiert Überlastungen und verliert so schnell wieder die Freude.
Und die Atmung? Nicht zu kompliziert machen. Versuche, möglichst natürlich und dem Tempo entsprechend zu atmen. Wenn Seitenstechen kommt: Tempo rausnehmen, tief ausatmen, kurz gehen.
Was du wirklich brauchst
Wie gesagt, braucht es zum Joggen nicht viel. Der wichtigste Punkt sind gute Laufschuhe. Hier lohnt es sich, genauer hinzuschauen und sich beraten zu lassen. Ein passender Schuh gibt Halt, federt Bewegungen ab und kann helfen, Gelenke und Muskeln zu entlasten. Kleiner Tipp: Laufschuhe am besten gegen Abend kaufen, weil die Füsse über den Tag leicht anschwellen.
Bei der Kleidung gilt: leicht, bequem und atmungsaktiv. Funktionskleidung transportiert Schweiss von der Haut weg und hilft gegen Auskühlen und Scheuern. Im Sommer gehören Sonnenschutz und genug Flüssigkeit dazu, im Winter funktioniert das Zwiebelprinzip: mehrere dünne Schichten, je nach Temperatur Mütze, Handschuhe und eine winddichte Jacke. Aber nicht zu warm einpacken. Wer nach fünf Minuten schwitzt, friert später umso schneller.
Alles weitere ist Nice-to-have. Anti-Chafing-Produkte, Trinkweste, Laufgurt oder Wasserflasche können praktisch sein – vor allem bei längeren Läufen.
Und wie bleibt man dran?
Am Anfang ist die Motivation oft riesig. Neue Schuhe, neues Ziel, neues Ich. Dann kommt aber ganz schnell der Alltag. Hier helfen realistische Ziele. Es muss nicht direkt der Halbmarathon sein. Vielleicht ist dein erstes Ziel, zweimal pro Woche zehn Minuten rauszugehen. Oder fünf Kilometer am Stück zu schaffen. Routine hilft, aber sie darf flexibel bleiben.
Überleg dir ausserdem, warum du überhaupt laufen willst. Für mehr Energie? Für den Kopf? Für deine Gesundheit? Für dieses gute Gefühl danach? Wenn der Grund zu dir passt, ist die Chance grösser, dass du dranbleibst.
Wenn du es nicht alleine durchziehst, such dir Laufpartner:innen, schliess dich einem Laufclub an oder teile deine Fortschritte mit Freund:innen. Und sorg für Abwechslung: neue Strecke, Musik, Podcast, Laufdate oder Wald statt Quartier.
Zusätzlich kann es motivieren, Fortschritte festzuhalten. Ob mit Fitnessuhr, App oder ganz klassisch im Lauftagebuch spielt keine grosse Rolle. Schön ist, wenn du siehst, dass du regelmässiger rausgehst, länger durchhältst und dich schneller erholst. Und plötzlich wirkt selbst der Halbmarathon gar nicht mehr so weit weg.
Quelle Titelbild: Unsplash | Miguel A Amutio
Marketing Manager Editorial Content
Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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