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Adventskalender immer früher: Warum Weihnachten nicht warten kann

Längst stehen sie in den Regalen, werden online beworben und auf Social Media präsentiert: Adventskalender in allen möglichen Varianten. Für die einen beginnt damit die Vorfreude auf Weihnachten. Für die anderen stellt sich vor allem eine Frage: Warum denken wir eigentlich so früh an Weihnachten?

Vor einigen Jahren gehörten Adventskalender für mich ganz klar in die Vorweihnachtszeit. Heute begegnen sie mir oft schon, während draussen noch spätsommerliche Temperaturen herrschen. Menschen sitzen noch im T-Shirt draussen, geniessen die letzten warmen Tage und trotzdem hört man plötzlich:

«Bald ist Weihnachten.»

Und schon sind sie wieder da : Adventskalender mit Schokolade, Gewürzen, Kaffee, Spielzeug und vielem mehr. Obwohl bis Dezember noch einige Wochen vergehen, beginnt für viele bereits die Suche nach dem passenden Kalender.

Warum Adventskalender immer früher in den Verkauf kommen 

Ursprünglich verkürzten Adventskalender die Zeit bis Weihnachten. Heute beginnt die Suche häufig deutlich früher. Viele Kalender erscheinen bereits im Frühherbst in den Onlineshops oder Läden und einige beliebte Varianten sind lange vor dem ersten Advent ausverkauft.

Auch viele  Detailhändler begründen den frühen Verkaufsstart von Adventskalendern und Weihnachtsguetsli mit der Nachfrage. Denn wer einen Adventskalender sucht, entscheidet sich oft nicht erst spontan Ende November. Aus einem klassischen Vorweihnachtsprodukt ist damit für viele ein Herbstprodukt geworden. 

Adventskalender sind längst mehr als Schokolade

Die Zeiten, in denen hinter jedem Türchen ein Stück Schokolade wartete, sind längst vorbei. Heute gibt es Adventskalender für Gamer:innen, Beauty-Fans, Kaffee-Liebhaber:innen, Foodies, Haustierbesitzer:innen oder Kreative. Der Adventskalender hat sich von einer kleinen Tradition zu einer eigenen Produktkategorie entwickelt.

Warum wir Adventskalender so früh kaufen

Die Türchen werden erst im Dezember geöffnet. Gekauft werden Adventskalender oft bereits Wochen oder Monate vorher.

Der Grund liegt weniger im Kalender selbst als in dem, wofür er steht. Ein Adventskalender gehört für viele Menschen zu den ersten sichtbaren Zeichen, dass Weihnachten näher rückt. Er markiert den Start einer Zeit, auf die man sich freut.

Der Kauf eines Adventskalenders ist damit häufig mehr als ein einfacher Einkauf. Er ist der erste Schritt Richtung Weihnachtszeit. Doch Adventskalender sind längst nicht die einzigen Hinweise darauf, dass die Festtage näher rücken.

Lebkuchen, Mandarinen und die ersten Weihnachtszeichen

Jedes Jahr gibt es Produkte, die Weihnachten gefühlt früher ankündigen als jeder Adventskalender.

Da wären natürlich die Lebkuchen. Kaum kann man sie kaufen, beginnt die jährliche Diskussion darüber, ob es dafür nicht noch viel zu früh sei. Und trotzdem landen genau diese Produkte schneller im Warenkorb, als man denkt. Viele Menschen behaupten zwar, Weihnachten beginne immer früher. Zugreifen tun sie trotzdem. Die Läden würden Weihnachtsgebäck schliesslich kaum bereits Ende August oder Anfang September anbieten, wenn es niemand kaufen würde. 

Auch Mandarinen und Clementinen gehören für viele fest zur Vorweihnachtszeit. Ihre Saison beginnt im Herbst und reicht bis in den Winter, weshalb sie seit Generationen eng mit Advent und Weihnachten verbunden werden. Für viele gehören sie genauso selbstverständlich in die Adventszeit wie Guetzli oder Weihnachtsmusik. 

Und dann gibt es noch die Adventskalender. Während Lebkuchen meist sofort gegessen werden und Mandarinen direkt auf dem Küchentisch landen, erfüllen Adventskalender eine andere Aufgabe. Sie verkürzen die Wartezeit bis Weihnachten und markieren für viele den offiziellen Beginn der Vorfreude.

Wann beginnt die Weihnachtszeit  eigentlich?

Für manche beginnt die Weihnachtszeit mit dem ersten Advent. Andere nennen den ersten Weihnachtsmarkt als Startschuss. Wieder andere warten auf den ersten Schnee.  Und dann gibt es die Menschen, die bereits im Oktober ihren Adventskalender auswählen und gedanklich längst beim Dezember angekommen sind.

Auch auf Social Media zeigt sich jedes Jahr, wie stark die Vorfreude auf Weihnachten ist. Videos wie «life in two months» zeigen, wie schnell der Wechsel vom Sommer zur Weihnachtszeit stattfindet. Während draussen noch spätsommerliche Temperaturen herrschen, dreht sich online bereits alles um Lichterketten, Weihnachtsfilme und Adventskalender.

Wann die Weihnachtszeit beginnt, beantwortet vermutlich jede Person etwas anders.

All I need for Weihnachten

Wer Weihnachten schon im September einläutet , darf das natürlich tun. Wer bereits im Oktober den perfekten Adventskalender sucht, ebenfalls. Ich bin da etwas einfacher gestrickt.

Für mich beginnt Weihnachten genau in dem Moment, in dem Mariah Carey wieder aus ihrem Sommerschlaf  erwacht und «All I Want for Christmas Is You» in den Lautsprechern erklingt.

Ab dann sind Adventskalender, Weihnachtsfilme und Geschenkideen offiziell erlaubt. Vorher ist für mich noch Herbst. Und solange Mariah Carey noch nicht aus den Lautsprechern tönt, darf Weihnachten gerne noch etwas warten.

Ashley Schibler

Lernende Mediamatikerin

Wahrscheinlich plane ich gerade meine nächste Reise oder mache mir Gedanken darüber, wo mein Weg mich noch hinführt. Ich beschäftige mich gerne mit Ernährung, dem weiblichen Zyklus und Persönlichkeitsentwicklung, weil ich es spannend finde, Zusammenhänge zu verstehen und Neues dazuzulernen. Gleichzeitig liebe ich es, die kleinen Dinge im Alltag zu geniessen, neue Restaurants auszuprobieren und Inspiration in den unterschiedlichsten Momenten zu finden.

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