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Zwischen Weite und Workation: eine bildhafte Reise durch Südafrika und Namibia

Open Road, keine Menschenseele, kilometerweit Schotter, Savanne, traumhafte Dünen und ein scheinbar endloser Horizont. Das kann Teil eines Arbeitsalltags sein – zumindest nach Feierabend im Workation-Paradies. Für drei Monate verbindet Selim Käser seine Arbeit als Product Manager bei Brack.Alltron mit einer Reise durch Südafrika und Namibia. Dazwischen liegen Meetings mit Atlantikblick, fesselnde Begegnungen und Landschaften, bei denen selbst 102 Megapixel kaum die Dimensionen fassen.

Südafrika ist für Selim Käser und seine Frau Sara längst mehr als ein Reiseziel. Ihre erste gemeinsame Reise führte dorthin, bei einem späteren Aufenthalt machte Selim ihr dort den Heiratsantrag. Über die Jahre wurde Kapstadt zur zweiten Heimat – ein vertrauter Wohlfühlort am anderen Ende der Welt, an dem selbst das Eislokal die Bestellung der beiden im Voraus kennt.

 

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«Das Lebensgefühl ist so anders. Du triffst Menschen im Alltag, begegnest ihnen, hast eine gute Zeit zusammen – und dann geht jeder wieder seinen Weg.»

Ende Januar 2026 packen die beiden erneut die Koffer. Diesmal für rund drei Monate. Im Gepäck: Selims Job, passende Fotoausrüstung und ein Plan, den die Reise mehr als einmal umschreibt. Zuerst Kapstadt und die Weinregion, später 4’300 Kilometer Namibia im Toyota Hilux mit Dachzelt.

Wie lassen sich Meetings, Berufsalltag und afrikanisches Fernweh vereinen?

Zwischen Weinberg und Wartezimmer 

Über Doha geht es nach Kapstadt. Die erste Woche verbringen Sara und Selim mit Freunden in Stellenbosch und Paarl: Weinberge ziehen sich durch die Landschaft, Wanderwege beginnen fast vor der Haustür, und bei L’Avenir wird der lokale Wein verkostet – jedem Tropfen wird bei einer Degustation so sorgfältig auf den Grund gegangen wie dem Glas selbst.

Dann schreibt die Reise ihren eigenen Terminplan.

Wenige Tage nach Ankunft schwillt Selims Gesicht stark an. Kauen, Lachen, selbst Blinzeln wird schwierig. In einer Klinik in Stellenbosch folgen Ultraschall, Tests, und schliesslich die Diagnose: Parotitis, eine Entzündung der Ohrspeicheldrüse und eine daraus resultierender Gesichtslähmung. Mit Antibiotika und Schmerzmitteln geht es weiter Richtung Scarborough.

Der Klinikbesuch war weder geplant noch speziell fotofreundlich – aber er liefert die erste Erkenntnis der Reise ziemlich früh: Drei Monate lassen sich nicht genauestens bis ins letzte Detail durchtakten. Manchmal führt der Weg vom Weingut direkt ins Wartezimmer und es braucht Flexibilität.

Arbeit und Alltag in Kapstadt 

Nach diesen turbulenten Starttagen findet sich ein regelmässiger Rhythmus für den neuen Alltag: Morgens joggen, am Tidal Pool vorbeischauen, dann im Homeoffice den Laptop aufklappen. Die gleiche Zeitzone wie in der Schweiz macht es einfach: kein nächtliches Kalender-Tetris und keine Calls im Morgengrauen. Kommunikation und Zusammenarbeit laufen zu denselben Zeiten wie zuhause.

Die grössere Herausforderung liegt verführerisch vor dem Fenster: eine spektakuläre Natur und so viele Möglichkeiten.

«In so einer Kulisse zu arbeiten, braucht etwas Selbstbeherrschung», erzählt Selim schmunzelnd.

Denn wenn Sonne, Meer und Wanderwege warten, werden E-Mails nicht unbedingt anziehender. Aber sie verschwinden deshalb auch nicht magisch.

Sara und Selim kombinieren deshalb bewusst Arbeits- und Ferienwochen. An Arbeitstagen bleibt Arbeit der Fixpunkt. Wenn der Laptop zuklappt, beginnt der Ortswechsel erst richtig: Strand, Joggingrunde, Wanderung oder ein Abendessen mit Menschen, die wenige Stunden zuvor noch Fremde waren.

Die Möglichkeit zur Workation versteht Selim als Vertrauensbeweis. Termine bleiben Termine, Resultate zählen auch mit Atlantik vor der Tür – der Arbeitsort wird beweglicher, aber die Verbindlichkeit bleibt.

«Zwischen Meeting und Meer» – Kapstadt, Tidal Pools, Stellenbosch, Arbeitsplatz und Feierabende am Strand.

Menschen, Meer und die Extra Mile  

In seinen Bildern zeigt Selim die landschaftliche Schönheit Südafrikas: goldenes Licht, harte Kontraste, steile Küsten, imposante Berge und schillernde Farben. In Erinnerung bleiben ihm aber meistens die Begegnungen.

Er erzählt von Menschen, die spontan helfen, sich Zeit nehmen und die sprichwörtliche Extra-Meile gehen, ohne daraus eine Abrechnung zu machen. Aus einem Gespräch entsteht eine Einladung zum Braai – dem südafrikanischen Grillabend. Plötzlich stehen Wein, Essen, ein Geburtstag und eine Torte auf dem Tisch. Die Gespräche dauern bis tief in die Abenddämmerung.

Kulinarik ist dabei mehr als Verpflegung: Seafood, Lamm, Wein und traditionelle Gerichte bringen Menschen zusammen. Das Essen wird geteilt, genau wie Geschichten und manchmal ganze Abende, obwohl am Morgen niemand die spontane Zusammenkunft erahnte.

Zur Realität Südafrikas gehören auch sichtbare soziale Gegensätze: Landschaftliche Schönheit und grosse Armut liegen mancherorts nahe beieinander. Selim nimmt das wahr – richtet die Kamera aber nicht beiläufig darauf. Manche Geschichten verlangen mehr Kontext, Nähe und Vertrauen, als ein flüchtiger Blick gewährleisten kann.

Kapstadt bleibt für die beiden trotzdem ein vertrauter Ort. Sie kennen die Wege zum Lion’s Head, die Märkte, Restaurants und Tidal Pools. Während der letzten Reisephase kehrt mehr Ruhe ein: Zeit mit Freunden, Sport und Kulinarik. Sara läuft beim Two Oceans Half Marathon unter zwei Stunden. Dazwischen gibt es Walsichtungen, Delfine und Roadtrips zum Kap der Guten Hoffnung.

Zwischen Feriengefühl und Feierabend

Eine Workation klingt schnell nach Ferien mit Laptop-Dekoration. Selims Alltag sieht nüchterner aus: morgens Bewegung, danach konzentriertes Arbeiten und abends die einzigartigen Erlebnisse Afrikas. Die Verlockungen vor Ort bleiben – doch die Deadlines von Projekten im Job warten ebenso.

«Arbeit bleibt Arbeit. Aber wenn der Laptop zugeht, dann wartet Afrika – wandern, Meer, joggen und ein Gefühl weit weg vom Alltag.»

Nach einigen Wochen verändert sich der innere Takt. Die ersten Tage dienen noch dem Umschalten. Danach entsteht mehr Gelassenheit – Selim nimmt die Umgebung bewusster wahr und lässt spontanen Begegnungen mehr Raum.

Diese Offenheit wird in Namibia nochmals auf die Probe gestellt. Dort wartet weniger Alltag – und deutlich mehr «dem Horizont entgegen».

Namibia: Der Weite auf der Spur 

Der Namibia-Teil beginnt mit einem Toyota Hilux, einem Dachzelt und rund 4’300 Kilometern vor der Motorhaube. Die Strassen ziehen sich durch Landschaften, die auf der Karte näher aussehen als durch die Windschutzscheibe.

Die erste Wüste wartet in der Kalahari. Danach folgen der Quiver Tree Forest und Giant’s Playground, wo Felsen wie übereinandergestapelte Bausteine in der Landschaft liegen. Am Fish River Canyon fällt das Land plötzlich in die Tiefe. Die verlassene Siedlung Kolmanskop erzählt die Geschichte einer verlassenen Stadt, durch deren Türen und Fenster der Sand längst gezogen ist.

In Sossusvlei und Deadvlei werden die Dünen zur Hauptfigur: rot, monumental und je nach Sonnenstand ständig in Bewegung mit den Kontrasten des Lichts. In Swakopmund und Sandwich Harbour trifft die Wüste direkt auf das Meer. Später folgen Spitzkoppe, Brandberg und die weiten Landschaften des Etosha-Nationalparks.

Dort wechseln die Motive nochmals. Zebras ziehen durch die Ebene, Giraffen stehen zwischen Bäumen, Geparden halten Abstand. Elefanten werden zum Höhepunkt – und gleichzeitig zum Beweis, dass selbst grosse Tiere in dieser Landschaft plötzlich klein wirken können.

Der Alltag wird einfacher. Camp aufbauen, kochen, draussen sitzen, am nächsten Morgen weiterfahren. Das Dachzelt wird Schlafzimmer, Aussichtspunkt und gelegentlich Schutz vor Wind und Sand. Das nächste Highlight ist nicht zu erwarten. Es ist der Ausblick während einer spektakulären Reise durch die Savanne.

«Dünen, Dachzelt, Distanz» – Kalahari, Fish River Canyon, Kolmanskop, Sossusvlei, Sandwich Harbour, Spitzkoppe und Etosha.

102 Megapixel gegen den Horizont

Selims Fotoziele liegen vor allem in Namibia. Manche Orte plant er im Voraus, die Route richtet sich teilweise nach Dünen, Licht und Landschaft. Mit dabei ist eine FUJIFILM GFX100 II – das Mittelformat-Flaggschiff mit 102 Megapixeln.

Die hohe Auflösung zeigt ihre Stärke in feinen Strukturen: Sandlinien, Felsen, Wolken, Tiere in der Ferne. Und doch kann selbst eine solche Kamera die Dimensionen Namibias nur andeuten. Die Weite lässt sich nicht vollständig auf einen Sensor falten.

Selim sucht deshalb nicht nur Sehenswürdigkeiten – er sucht Licht, Stimmung, Kontraste und Geschichten. Oft ist die Golden Hour wichtiger als das Motiv selbst. Ein später Sonnenstrahl zieht plötzlich Linien durch eine Düne. Eine Wolkendecke gibt einer Ebene Tiefe. Ein Mensch oder Auto im Bild zeigt erst, wie gross die Landschaft wirklich ist.

Das FUJIFILM GF 32–64 mm begleitet ihn bei Landschaften und Alltagsszenen, das 100–200-mm-Teleobjektiv holt Details und Tiere nah heran. Der Wechsel der Brennweite verändert den Blick: Das Weitwinkel öffnet die Landschaft, das Tele zieht ihre Ebenen zusammen.

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Selims Fototipps: Licht, Linien, Landschaft

  • Lass das Licht den Tagesplan schreiben. Die Golden Hour am Morgen und Abend bringt lange Schatten, weichere Übergänge und mehr Tiefe.
  • Gib der Landschaft einen Massstab. Menschen, Tiere, Bäume oder Fahrzeuge zeigen, wie gross eine Düne oder Ebene wirklich ist.
  • Nutze Linien als Wegweiser. Strassen, Dünenkanten, Küsten und Schatten führen das Auge durchs Bild.
  • Beobachte den Himmel. Dramatische Wolken können ein Motiv tragen. Ein klarer Himmel lässt Formen und Farben der Landschaft stärker wirken.
  • Wechsle die Brennweite bewusst. Weitwinkel zeigt Raum und Umgebung. Ein Teleobjektiv verdichtet Perspektiven und holt entfernte Details ins Bild.
  • Plane den Ort, nicht das fertige Bild. Wetter und Licht dürfen die ursprüngliche Idee verändern. Manchmal entsteht genau dann die stärkere Aufnahme.

Was nach 90 Tagen Workation bleibt 

Nach Namibia führt die Reise zurück nach Südafrika: über Robertson, Barrydale und die Klein Karoo zur Garden Route. Wilderness, Plettenberg Bay, Tsitsikamma und Knysna bringen wieder Küste, Wanderwege und Begegnungen. Gleichzeitig wirkt Namibia nach. Nach Wochen voller Bewegung wächst die Lust auf weniger Route und mehr Alltag.

 

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Die letzten zweieinhalb Wochen verbringen Sara und Selim wieder in Kapstadt. Freunde treffen, Sport, Food und Wine. Irgendwann kommen Regen, Packen und Abschied. Die Vorfreude auf zuhause reist bereits mit. Was bleibt, sind Bilder, Begegnungen und ein anderer Blick auf den Arbeitsalltag. Eine Workation kann Arbeit nicht in Ferien verwandeln, doch sie kann einen neuen Rahmen für den Alltag bieten. Die Eindrücke einer solchen Reise bleiben dauerhaft in Erinnerung – und die Bilder ermöglichen auch nach Jahren einen Blick zurück auf eine einzigartige Gelegenheit. Morgens Tidal Pool, tagsüber Meetings und abends die wilde Atlantikküste. Gefolgt von Etappen mit Dachzelt, Dünen und freien Pfaden bis zum Horizont. Möglich wird das durch Vertrauen, Eigenverantwortung und Flexibilität.

Welches Foto gefällt euch am besten? Lasst es uns in den Kommentaren wissen. 😊

Maximilian Bauer

Lead Editorial Content

Ehemaliger Kulturjournalist, heute Unternehmenskommunikator mit B2B-Hintergrund in öffentlichen Institutionen und der Softwareindustrie. In meiner Freizeit dreht sich vieles um Technik in allen Facetten: eine zu grosse Gitarrensammlung, jede Menge Audio-Equipment und ungebrochene Musikleidenschaft. Dazu kommt das Fotografenauge – mit Schwäche für (leider) viel zu teure Kameras – und meine nostalgische Liebe zu PC-Spielen: von taktischen Shootern über Rollenspiele bis hin zu Strategie-Klassikern. Bei Brack darf ich über all das schreiben, was mich schon immer fasziniert hat.

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