
Sonos Beam Ultra im Test: Reicht die Soundbar allein für echten Heimkino-Sound?
Schlechter Fernsehton fällt oft erst dann auf, wenn man besseren gehört hat. Die Sonos Beam Ultra soll Stimmen verständlicher machen, Filme grösser klingen lassen und sogar Dolby Atmos ins Wohnzimmer bringen. Die Frage ist nur: Reicht eine einzelne Soundbar aus oder beginnt das Sonos-Erlebnis erst mit zusätzlichen Lautsprechern?
Fernbedienungen haben viele Aufgaben. Eine davon besteht darin, während eines Films ständig zwischen «zu leise» und «viel zu laut» hin und her zu wechseln.
Genau hier setzt die Sonos Beam Ultra an. Sie soll Dialoge verständlicher machen, für mehr Klangvolumen sorgen und Heimkino-Feeling schaffen, ohne dass das Wohnzimmer gleich mit Lautsprechern gefüllt werden muss. Doch wie schlägt sie sich im Alltag?
Testumgebung
Getestet habe ich die Sonos Beam Ultra in einem rund 25 m² grossen Schlafzimmer mit Dachschrägen. Die Soundbar stand direkt im TV-Möbel unter dem Fernseher. Die Hördistanz variierte zwischen wenigen Metern und rund 5 Metern. Zum Einsatz kamen Filme, reguläres Fernsehen, Musik sowie Inhalte mit Dolby Atmos.
Reicht die Sonos Beam Ultra allein aus?
Die Sonos Beam Ultra klingt deutlich grösser, als ihre kompakte Bauweise vermuten lässt. Mit ihren 75 cm Breite, 6,3 cm Höhe und 10,5 cm Tiefe findet sie unter den meisten Fernsehern problemlos Platz.
Dialoge wirken klar, Musik klingt ausgewogen und Filme gewinnen spürbar an Atmosphäre. Gerade bei Serien und Streaming-Inhalten fällt der Unterschied zu den integrierten TV-Lautsprechern schnell auf.
Besonders interessant fand ich, dass mir während des Tests kaum etwas gefehlt hat. Der Bass ist präsent, ohne aufdringlich zu wirken, und das Klangbild bleibt auch bei höheren Lautstärken angenehm.
Erst bei besonders basslastigen Filmen oder Musikstücken merkt man, weshalb Sonos zusätzlich einen Subwoofer anbietet.
Die Einrichtung: Einfacher als mein WLAN-Passwort
Bei Technikprodukten gibt es oft zwei Möglichkeiten. Entweder man ist nach wenigen Minuten fertig oder man verbringt den ganzen Tag mit Anleitungen, Support und diversen Neustarts.
Zum Glück gehört die Sonos Beam Ultra zur ersten Kategorie.
Die Einrichtung erfolgt über die Sonos App, die Schritt für Schritt durch den Prozess führt. Ich würde mich selbst nicht als Technikprofi bezeichnen, trotzdem war die Soundbar innerhalb weniger Minuten einsatzbereit.
Das grösste Hindernis war nicht die Technik, sondern mein Gedächtnis.
Das WLAN-Passwort sollte man bereithalten. In meinem Fall führte das zu einer kurzen Suchaktion, bevor die Einrichtung weitergehen konnte. Anschliessend funktionierte die Verbindung mit der App problemlos.
Klare Stimmen statt Lautstärke-Pingpong
Wer regelmässig Filme oder Serien schaut, kennt die Situation: Die wichtigen Dialoge werden geflüstert, die Actionszenen dafür in voller Lautstärke abgespielt.
Die Funktion Sprachverbesserung in der Sonos App versucht genau dieses Problem zu lösen.
Aktiviert man sie, werden Stimmen gezielt hervorgehoben. Im Test machte sich das besonders bei Filmen, Serien und Dokumentationen bemerkbar. Gespräche wirkten klarer und gingen weniger zwischen Musik und Soundeffekten unter.
Für Musik oder Gaming würde ich die Funktion allerdings eher deaktivieren. Dort bevorzuge ich den natürlicheren Klang ohne zusätzliche Betonung der Stimmen.
Die Sonos Beam Ultra hat drei Persönlichkeiten
Allein zuhause
Bereits ohne zusätzliche Lautsprecher macht die Beam Ultra einen überzeugenden Job. Dialoge sind verständlich, Filme wirken räumlicher und Musik klingt ausgewogen. F ür viele Wohnzimmer dürfte die Soundbar bereits allein ausreichen.
Mit Verstärkung
Für meinen Test durfte die Beam Ultra gemeinsam mit zwei Sonos Plays antreten.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich überzeugt, die Soundbar hätte bereits alles gezeigt . Dann wurde ich eines Besseren belehrt.
Plötzlich kommen Umgebungsgeräusche von hinten. Regen fällt nicht mehr gefühlt vor dem Fernseher, sondern mitten im Raum. Schritte scheinen sich durchs Wohnzimmer zu bewegen und Actionfilme erhalten deutlich mehr Atmosphäre.
Die Beam Ultra funktioniert alleine hervorragend. Mit Verstärkung wird daraus allerdings ein Heimkino.
Nach 22 Uhr
Und dann gibt es noch die dritte Persönlichkeit. Tagsüber macht die Beam Ultra auf Actionheld. Abends wird sie rücksichtsvoll.
Während die Lautsprecher bereit wären, jede Explosion bis ins Nachbardorf zu transportieren, genügt ein Fingertipp auf Nachtsound.
Laute Effekte werden reduziert, Dialoge bleiben verständlich und die nächste Folge kann geschaut werden, ohne dass am nächsten Morgen eine Beschwerde im Briefkasten liegt.
Die Sonos App: Mehr als eine Fernbedienung
Ich verstehe die Dialoge nicht → Sprachverbesserung
Es ist Mitternacht und die Verfolgungsjagd beginnt → Nachtsound
Ich möchte den Klang an mein Wohnzimmer anpassen → Trueplay
Gerade Trueplay gehört zu den Funktionen, die man gerne unterschätzt. Die Soundbar analysiert die Raumakustik und passt den Klang automatisch an die Umgebung an. Nach der Einrichtung arbeitet die Funktion unauffällig im Hintergrund.
Musik ist mehr als eine Nebenaufgabe
Bei einer Soundbar steht für mich zunächst der Film- und Fernsehton im Vordergrund. Die Beam Ultra hat mich allerdings auch bei Musik überzeugt.
Musik lässt sich über verschiedene Streaming-Dienste sowie per AirPlay wiedergeben. Dadurch wird die Soundbar schnell zum täglichen Lautsprecher und nicht nur zur TV-Erweiterung.
Ebenfalls spannend fand ich die Sprachsteuerung.
"Hey Sonos, play music."
Zwar unterstützt der Sonos Voice Assistant aktuell nur ausgewählte Sprachen (US-Englisch und Französisch). Erstaunlich war dennoch, wie zuverlässig die Musikerkennung funktionierte. Ob deutscher Rap oder ruhige Pianomusik: Die gewünschten Inhalte wurden meist direkt verstanden.
Eine charmante Zusatzfunktion ist übrigens der integrierte Wecker. Uhrzeit, Musik, Wiederholungen und Lautstärke lassen sich individuell festlegen. Von einem Lieblingssong geweckt zu werden, fühlt sich jedenfalls angenehmer an als vom Standard-Klingelton des Smartphones.
Sonos 27: Das System hinter dem System
Sonos beschreibt dieses Zusammenspiel neuerdings mit dem Begriff Sonos 27.
Gemeint ist nicht ein einzelnes Produkt, sondern das gesamte Erlebnis dahinter. Lautsprecher, Streaming-Dienste, Sprachsteuerung und verschiedene Räume arbeiten als gemeinsames System zusammen.
Es ist der Teil, den man nie sieht, aber ständig nutzt. Keine Magie. Aber manchmal fühlt es sich ein wenig so an.
Für wen lohnt sich die Sonos Beam Ultra?
Geeignet für
- Film- und Serienfans
- Personen, die Dialoge besser verstehen möchten
- Nutzer:innen kleiner bis mittelgrosser Wohnzimmer
- Bestehende Sonos-Nutzer:innen
- Alle, die eine hochwertige All-in-One-Lösung suchen
Weniger geeignet für
- Personen mit Fokus auf maximalen Tiefbass
- Nutzer:innen, die bewusst kein Lautsprecher-Ökosystem möchten
- Sehr grosse Heimkinoräume
Technische Daten auf einen Blick
- Weitere Anschlüsse: Bluetooth, HDMI, USB Typ-C, WLAN/Wi-Fi
- Audioformate: Dolby Atmos, Dolby Digital, Dolby Digital Plus, DTS Digital Surround, PCM
- Stromversorgung: 100-240 V, internes Netzteil
- System-Kompatibilität: Android, Apple AirPlay 2, iOS
- Schnittstellen: Bluetooth, HDMI eARC, USB Typ C, WLAN
- Bluetooth-Version: 5.3
- Gewicht: 2.88 kg
- Streaming-Formate: Airplay 2
- Herstellergarantie: 24 Monate
Mein grösstes Fragezeichen vor dem Test
Reicht die Sonos Beam Ultra alleine aus?
Diese Frage stand für mich vor dem Test im Mittelpunkt. Nach der Nutzung lautet meine Antwort: Ja. Zusätzliche Lautsprecher machen das Erlebnis noch immersiver, notwendig sind sie aber nicht. Die Beam Ultra funktioniert bereits alleine als überzeugende Lösung für Filme, Serien und Musik.
Quelle Titelbild: Sonos
Lernende Mediamatikerin
Wahrscheinlich plane ich gerade meine nächste Reise oder mache mir Gedanken darüber, wo mein Weg mich noch hinführt. Ich beschäftige mich gerne mit Ernährung, dem weiblichen Zyklus und Persönlichkeitsentwicklung, weil ich es spannend finde, Zusammenhänge zu verstehen und Neues dazuzulernen. Gleichzeitig liebe ich es, die kleinen Dinge im Alltag zu geniessen, neue Restaurants auszuprobieren und Inspiration in den unterschiedlichsten Momenten zu finden.
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