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Eine Liebeserklärung an Noise Cancelling

Ich verliebe mich selten in Technik. Mein Handy? Zweckbeziehung. Mein Laptop? Wir sehen uns hauptsächlich beruflich. Mein Drucker? Wir sprechen nicht darüber. Aber Noise Cancelling? Das ist etwas Ernstes.

Seit Active Noise Cancelling, kurz ANC, in mein Leben getreten ist, hat sich meine Vorstellung von Reisen grundlegend verändert. Ich kann im Flugzeug schlafen. Im Zug existieren Schulklassen nur noch visuell. Und wenn irgendwo ein Kind schreit, weiss ich zwar, dass es da ist – aber emotional betrifft es mich deutlich weniger.

Ich weiss nicht, was mehr nach Liebe klingt.

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Kurz erklärt: Active Noise Cancelling (ANC)

Was ist ANC? Active Noise Cancelling ist eine aktive Geräuschunterdrückung. Mikrofone erfassen Umgebungsgeräusche und die Kopfhörer erzeugen einen passenden Gegenschall.

Wogegen hilft Noise Cancelling? Besonders effektiv ist ANC bei konstanten Geräuschen wie Flugzeugtriebwerken oder Fahrgeräuschen. Auch Stimmen und andere Geräusche können je nach Kopfhörer deutlich gedämpft werden.

Wo ist ANC besonders praktisch? Im Flugzeug, Zug, öffentlichen Verkehr oder beim konzentrierten Arbeiten.

Was ist der Transparenzmodus? Dabei lassen die Kopfhörer Umgebungsgeräusche bewusst durch – praktisch, wenn du mitbekommen solltest, was um dich herum passiert.

So. Genug Physik. Zurück zu meinen Gefühlen.

Wir lernten uns über den Wolken richtig kennen

Ich kannte Noise Cancelling natürlich schon vorher. Ich wusste, was es macht. Ich fand es praktisch. Dann nahm ich die Apple AirPods Max mit ins Flugzeug. ANC an. Und plötzlich: Was zur Hölle?

Das Flugzeug war natürlich noch da. Was beruhigend ist, wenn man gerade darin sitzt. Aber dieses permanente Dröhnen der Triebwerke war plötzlich so weit weg, dass mir erst in diesem Moment auffiel, wie unglaublich laut Fliegen eigentlich ist.

Und dann kam der Moment, der unsere Beziehung offiziell machte: Ich schlief ein.

Im Flugzeug.

Wer mich kennt, weiss: Das grenzt eigentlich an ein medizinisches Wunder. Aber da sass ich. Kopfhörer auf, Musik an, ANC aktiviert – und war weg. Seitdem ist Noise Cancelling im Flugzeug für mich kein nettes Extra mehr. Es ist Teil meiner Reiseplanung. Reisepass vergessen? Problematisch. Zahnbürste vergessen? Kauf ich neu. ANC-Kopfhörer vergessen? Wir fahren zurück.

Der wahre Beziehungstest: ein schreiendes Kind

Jede grosse Liebe muss irgendwann eine Krise überstehen. Unsere kam ein paar Sitzreihen weiter. Ein schreiendes Kind im Flugzeug ist schliesslich die Champions League der Geräuschunterdrückung. Und bevor sich jetzt jemand aufregt: Natürlich können Kinder nichts dafür. Fliegen ist anstrengend, der Druckausgleich unangenehm und die Eltern leiden vermutlich mehr als alle anderen zusammen.

Aber meine Ohren haben trotzdem Gefühle.

Gutes ANC kann auch solche Geräusche deutlich dämpfen. Kommt bei mir noch Musik dazu, wird aus «Live neben mir» plötzlich «irgendwo sehr, sehr weit hinten». 

Das Kind darf seine Gefühle haben. Ich muss sie einfach nicht in voller Lautstärke miterleben. Win-win.

Im Zug führen wir eine offene Beziehung

Denn meine Liebe zu ANC teilt sich den ersten Platz mit einer anderen: Musik. Und zusammen sind die beiden unschlagbar.

Noise Cancelling im Zug bedeutet für mich nämlich nicht Stille. Bei mir läuft praktisch immer Musik. Aber ohne den ganzen Lärm drumherum fühlt sie sich plötzlich viel intensiver an. Nicht wie Hintergrundmusik zur Zugfahrt, sondern wie der Soundtrack einer völlig überdramatisierten Szene aus meinem Leben.

Das funktioniert besonders gut, wenn morgens eine Schulklasse auf Wandertag geht. Ich sehe euch. Ich sehe eure kleinen Rucksäcke. Ich sehe eure Begeisterung um 7.24 Uhr. Ich verstehe sie nicht. Aber ich freue mich für euch.

ANC an.

Am Wochenende übernimmt dieselbe Rolle die Gruppe, die auf dem Heimweg noch einmal gemeinsam beweisen möchte, dass wirklich niemand schlafen muss. Musik an. Welt aus. Herrlich.

Leider ist die Beziehung manchmal toxisch

Denn natürlich gibt es eine Red Flag. Und möglicherweise bin ich sie. Lieblingssong + ANC + Lautstärke etwas zu hoch ist im Zug grossartig. Neben einer Strasse hingegen eine eher fragwürdige Lebensentscheidung. Ich habe schon gemerkt, dass ich mit Noise Cancelling Verkehr deutlich schlechter wahrnehme. Und plötzlich auftauchende Autos passen schlecht zu meiner Main-Character-Energy.

Deshalb: In der Nähe von Strassen Musik runter, Transparenzmodus rein oder ANC aus. Ich möchte schliesslich noch sehr lange Noise Cancelling hören können.

In-Ear, Over-Ear – ich bin nicht oberflächlich

Ob In-Ear- oder Over-Ear-Kopfhörer mit Noise Cancelling besser sind? Für mich ist das weniger wichtig als die Frage, ob sie bequem sitzen, gut klingen und genügend Akku haben.

Over-Ears schirmen durch ihre Bauweise zusätzlich ab, In-Ears sind dafür klein und praktisch für unterwegs. Denn manchmal möchte man sich eben nicht komplett von der Aussenwelt abschotten. Auch das gehört zu einer guten Beziehung. 

Bis dass der leere Akku uns scheidet

Ich könnte natürlich wieder ohne ANC reisen. Ich könnte im Flugzeug wach bleiben. Ich könnte um 7.24 Uhr akustisch am Wandertag teilnehmen. Ich könnte am Samstagabend erfahren, warum Kevin gestern wirklich komplett eskaliert ist.

Aber ich möchte nicht.

Noise Cancelling hat mein Leben nicht verändert. Dafür wäre selbst diese Liebeserklärung etwas zu dramatisch. Aber es macht einen grossen Teil meines Lebens, so viel angenehmer.

Es lässt mich schlafen, wenn es laut ist. Es lässt mich in meiner Musik verschwinden, wenn um mich herum Chaos herrscht. Und es gibt mir manchmal das Gefühl, für einen Moment den Lautstärkeregler der Welt gefunden zu haben.

Und deshalb sage ich es, wie es ist: Ich bin verliebt. Zumindest bis die Stimme «Battery low» sagt. Dann ist Krise.

Tamara Lenz

Marketing Manager Editorial Content

Beauty, Trends und kreative Inhalte haben mich schon immer begeistert – früher mit dem Traum, irgendwann mal Prinzessin zu werden, heute mit der Leidenschaft für Texte, die sich jung, spannend und nicht nach Standard anfühlen. Wenn ich nicht gerade schreibe oder auf TikTok im nächsten Trend-Rabbit-Hole verschwinde, findet man mich wahrscheinlich im Gym, irgendwo am See in der Sonne oder gedanklich schon auf der nächsten Reise. Und sobald ich am Meer bin, verliere ich sowieso komplett jedes Zeitgefühl.

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