
Vorsätze schon dahin? Hier kommt das Ausreden-Bullshit-Bingo
Anfangs ist die Motivation gross, doch mit jedem Tag schleicht sich der innere Schweinehund ein bisschen mehr zurück ins Leben – und der hat Ausreden im Gepäck. Zeit für unser Ausreden-Bullshit-Bingo.
Kaum ist der Weihnachtsbraten verspeist und die letzten Guetzli-Resten verputzt, steht das neue Jahr schon vor der Tür. Spätestens beim Anstossen an Silvester sind die Neujahrsvorsätze gefasst. 2026 soll das Jahr werden: gesünder essen, mehr Sport treiben, weniger Alkohol trinken, organisierter durchs Leben gehen und das Handy öfters weglegen. Klingt doch eigentlich machbar, oder?
Am nächsten Morgen sieht die Sache oft schon etwas anders aus. Die Vorsätze wirken plötzlich leichtsinnig, vielleicht sogar ein bisschen überambitioniert. Der erste Tag im neuen Jahr wird kurzerhand zum Cheatday erklärt; morgen ist schliesslich auch noch ein Tag. Und spätestens nach ein paar Wochen, in denen man sich tapfer an Sportpläne, Ernährungsregeln und Bildschirmzeit gehalten hat, beginnt die Motivation langsam zu bröckeln. Und schon feilt man an den besten Ausreden…
Die häufigsten Ausreden
Kaum geraten die guten Vorsätze ins Wanken, stehen sie bereit: Hochkreativ, erstaunlich überzeugend und immer mit einem guten Grund, warum jetzt gerade leider wirklich kein guter Zeitpunkt ist.
Damit diese Klassiker nicht länger unerkannt ihr Unwesen treiben, haben wir sie gesammelt und in ein Bullshit-Bingo gepackt. Wenn du mindestens drei davon schon gedacht oder gesagt hast, gilt: nochmals Anlauf nehmen und an den eigenen Vorsätzen festhalten. Deal?
«Ich fange morgen an. Wirklich.»
Der absolute Klassiker unter den Ausreden. Aus morgen wird schnell übermorgen und plötzlich klingt auch nächste Woche wieder erstaunlich vernünftig.
«Ohne das richtige Equipment lohnt es sich nicht.»
Bevor du dich überhaupt in den Sattel schwingst, wird zuerst einmal in eine neue Velo-Ausrüstung investiert. Und auch die Ernährungsumstellung wird erst in Angriff genommen, wenn Entsafter, Fermentationsglas und Meal-Prep-Behälter bereitstehen. Dass man auch ohne all das starten könnte, blendest du grosszügig aus.
«Ich muss zuerst nochmal recherchieren, wie das richtig geht.»
Statt anzufangen, wird analysiert, verglichen und vertieft. Wie viele Ballaststoffe sind optimal? Was braucht es wirklich für den Muskelaufbau? Und wie schafft man es endlich, das Handy wegzulegen? Lieber ein weiterer Deep Dive als der erste Schritt.
«Bei mir ist gerade viel zu viel los.»
Dein Vorsatz rutscht irgendwo zwischen Arbeit, Sozialleben und Erschöpfung in der To-Do-Liste nach unten. Vielleicht ist gerade wirklich viel los. Vielleicht ist der Vorsatz aber auch einfach keine Priorität mehr.
«Das Wetter ist schuld.»
Der Vorsatz ist gefasst, die Tracking-App heruntergeladen, die Joggingschuhe gekauft. Doch die Regenjacke ist unauffindbar. Und das Wetter macht nicht mit. Wirklich schade, aber da lässt sich leider nichts machen. Wirklich gar nichts.
«Aber es ist gerade sooo gemütlich.»
Mehr ins Gym gehen, öfter spazieren und an deiner Beweglichkeit wolltest du auch arbeiten. Doch jetzt liegst du auf dem Sofa, warm eingekuschelt, und die Schwerkraft fühlt sich ungewöhnlich stark an.
«Jetzt ist es eh egal.»
Einmal schwach geworden und schon scheint alles verloren. Jetzt kommt's eh nicht mehr drauf an, oder? Also her mit den Chips, die du in deiner voreiligen «Neues Jahr, neues Ich»-Euphorie eigentlich verschenken wolltest.
«Wie weit bist du eigentlich mit deinen Vorsätzen?»
Wenn die eigenen Vorsätze ins Wanken geraten, ist es Zeit, den Fokus aufs Gegenüber zu lenken. Schliesslich erinnerst du dich noch genau an die grossen Pläne, die an Silvester euphorisch von deinen Freund:innen verkündet wurden. Und wer im Glashaus sitzt, sollte bekanntlich nicht mit Steinen werfen.
«Nächstes Jahr klappt's bestimmt.»
Die Worte von jemandem, der innerlich bereits abgeschlossen hat. Aber halt, noch ist nichts verloren. Es ist nie zu spät, um wieder einzusteigen. Und genau deshalb kommen jetzt handfeste Tipps, wie es mit deinen Vorsätzen wirklich klappt.
So bleibst du dran
- Setze dir messbare Ziele: «Gesünder ernähren» oder «fitter werden» klingt gut, ist aber schwer umzusetzen. Konkreter wird es mit fünf Portionen Obst und Gemüse pro Tag und drei Fitnessstudio-Besuchen pro Woche.
- Mache konkrete Pläne: Überlege dir, wann und wie deine Vorsätze in deinem Alltag Platz finden. Je genauer der Plan, desto weniger überzeugen die Ausreden.
- Stecke Zwischenziele: Kleine Etappen helfen, dranzubleiben. Eine Liste zum Abhaken hilft oft Wunder, denn sie aktiviert das Belohnungssystem im Hirn.
- Finde Gleichgesinnte: Gemeinsam fällt vieles leichter. Ihr könnt euch gegenseitig motivieren und über Fortschritte austauschen.
- Formuliere positiv: Definiere, was du tun willst, statt was du vermeiden möchtest. Wenn dir deine Vorsätze Spass machen oder sich zumindest sinnvoll anfühlen, ist Dranbleiben deutlich einfacher.
- Akzeptiere Rückschläge: Nur weil du einmal gegen deinen Vorsatz verstossen hast, ist nicht gleich alles verloren.
Viel gewollt, wenig geplant
Viele Neujahrsvorsätze scheitern nicht am Willen, sondern an zu hohen Erwartungen und zu vagen Zielen. Statt dir an Silvester halbherzig etwas vorzunehmen, lohnt es sich, bewusst Zeit in konkrete Ziele und Pläne zu investieren.
Und falls du mit deinen Vorsätzen doch schon abgeschlossen hast: Der 17. Januar ist offiziell der Wirf-Deine-Neujahrsvorsätze-über-Bord-Tag. Als hättest du noch eine weitere Ausrede gebraucht…
Quelle Titelbild: Meg Aghamyan
Marketing Manager Editorial Content
Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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