
Geschenke, die das Leben verändern
Als Kind bekam ich zu Weihnachten oft Bücher geschenkt. «Ein neues Playstation-Spiel oder ein cooles Fussball-Trikot wäre jetzt auch nicht schlecht gewesen», dachte ich mir damals. Dennoch las ich die meisten Bücher dann ziemlich gerne und schon bald versuchte ich mich auch selbst im Schreiben. Vermutlich hatten diese Geschenke damals einen Einfluss auf mich, der bis ins Heute reicht. Denn heute schreibe ich diesen Beitrag, weil Schreiben mein Beruf geworden ist. Geschenke können mehr sein als nur ein Moment der Freude. Sie können Interessen wecken, ein unentdecktes Talent zum Vorschein bringen und uns helfen, das auszupacken, was wirklich in uns steckt. Vielleicht öffnen sie eine Tür zu einem Traum, den man selbst nicht zu träumen wagte.
Geschenke, die Türen öffnen
Weihnachten, oder das Schenken im Allgemeinen, ist mehr als ein Akt der Grosszügigkeit. Es ist eine Einladung, ein Zeichen der Aufmerksamkeit: Ich glaube an dich. Ich denke, da steckt etwas in dir. Manchmal ist ein Geschenk keine Belohnung, sondern ein Impuls. Etwas, das den ersten Funken zündet. Das Feuer muss man selbst entfachen.
Eine Mutter, die ihrem Kind die ersten Fussballschuhe oder ein Instrument schenkt, schenkt nicht nur Leder und Schnürsenkel. Sie schenkt Vertrauen: Mir ist es wert, dir das zu schenken, weil ich weiss, dass du damit etwas Besonderes anstellen wirst.
Vielleicht ist das der schönste Gedanke an Weihnachten: Türen zu öffnen, die sonst verschlossen geblieben wären, und die uns helfen, zu entdecken, wer wir sein könnten.
Ein Geschenk, das den Takt vorgab
Elvis Presley war elf Jahre alt, als er sich zum Geburtstag ein Gewehr wünschte – oder ein Fahrrad, je nach Quelle. Jedenfalls war es keine Gitarre. Seine Mutter bestand jedoch darauf, ihm stattdessen eine Gitarre zu schenken. Dieses Geschenk, das anfangs wie eine Enttäuschung wirkte, wurde zum Startschuss einer Karriere, die Musikgeschichte schreiben sollte.
Seine Mutter schenkte ihm einen Gegenstand, Elvis aber packte nicht nur das Geschenk, sondern auch sein Potential aus, und liess die Welt tanzen. Vielleicht hätte ein anderes Geschenk ihn auf einen völlig anderen Weg geführt. Doch manchmal ist es genau diese eine Abzweigung, das scheinbar unspektakuläre Geschenk, das das Leben leise in eine neue Richtung lenkt. Elvis wusste es damals nicht, doch er hielt ein Stück seiner Zukunft in den Händen.
Der Klang der Neugier
Stevie Wonder kam mit einer Sehbehinderung zur Welt, doch sein Gehör war umso wacher. Schon als Kind trommelte er auf Töpfen, Gläsern und Tischplatten. Er spielte, um die Welt zu verstehen. Seine Mutter bemerkte dieses natürliche Gespür für Rhythmus und Klang. Sie besorgte ihm eine Mundharmonika, später ein kleines Keyboard, und meldete ihn im Kirchenchor an. Was als spielerisches Ausprobieren begann, wurde zu seiner Lebensaufgabe. «Little Stevie Wonder» nannten sie ihn – ein Kind, das die Welt mit Musik erfüllte, obwohl es sie nie sehen konnte.
Die Mundharmonika war vielleicht nur ein kleines Geschenk. Doch sie öffnete die Tür zu einer Stimme, die Generationen berührte. Ein leiser Anfang, der eine laute Spur hinterliess.
Das Unboxing des Lebens
Und manchmal, wenn man die Schleife löst und das Papier öffnet, findet man darin nicht nur ein Geschenk, sondern ein Stück von sich selbst. Vielleicht war es bei mir damals mit den Büchern genauso. Vielleicht war zwischen all den Seiten eine Einladung verborgen: zu lesen, zu schreiben, die Welt mit Worten zu verstehen.
Weihnachten ist damit weit mehr als ein Fest des Gebens, es ist ein Fest des Glaubens – nicht nur im religiösen Sinn. Wir glauben aneinander. Wir glauben daran, dass jede:r von uns etwas in sich trägt, das nur darauf wartet, ausgepackt zu werden. Jedes Geschenk kann Inspiration, neue Fähigkeiten oder gemeinsame Erlebnisse schenken. «Unboxing Potential» bedeutet, nicht nur Dinge, sondern Möglichkeiten auszupacken. Und wenn du dieses Jahr Geschenke auspackst, dann pack nicht nur Dinge aus, sondern auch das, was in dir steckt.
Quelle Titelbild: Kateryna Hliznitsova | Unsplash
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Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.
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