
…und auf einmal liebst du Fussball!
Fussball ist so viel mehr als 90 Minuten Ballkontakt auf dem Rasen: Serien wie «Ted Lasso», «Welcome to Wrexham» und «Sunderland ’Til I Die» zeigen dir, warum der Sport Menschen weltweit berührt. Selbst, wenn du keine Ahnung von der Offside-Regel hast.
Fussball ist nicht nur ein Spiel, nicht bloss eine Sportart. Man kann ihn sich eher wie ein Netz vorstellen, gewoben aus unzähligen Geschichten von Hoffnung und Herzblut, von kleinen und grossen Träumen, von Menschen, die alles geben – auf dem Platz und daneben. Wer noch nie ein Match live gesehen hat, spürt diese Magie vielleicht nicht sofort. Doch es gibt Serien, die einen mitten in dieses Netz ziehen und Fussball auf einmal «greifbar» machen.
Die Faszination entsteht dabei weniger durch Tore und Tabellen als durch die Menschen, die dahinterstehen. Trainer, die ihr ganzes Leben dem Spiel verschreiben. Fans, deren Stimmung vom Wochenende ihres Clubs abhängt. Städte, die in kollektiven Jubel ausbrechen oder verstummen; je nachdem, wie ihre Mannschaft spielt. Drei Formate haben es in den vergangenen Jahren besonders gut geschafft, das abzubilden:
«Welcome to Wrexham»: Hollywood rettet einen Traditionsclub
Stell dir vor, zwei Hollywood-Stars kaufen einen traditionsreichen, walisischen Fussballclub, der eindeutig schon bessere Tage gesehen hat. Genau das passiert in «Welcome to Wrexham». Ryan Reynolds – der Deadpool-Darsteller (und jüngst, das muss man zugeben, in eine PR-Krise rund um den neuen Film seiner Ehefrau Blake Lively verwickelt) – und Rob McElhenney, bekannt aus «It’s Always Sunny in Philadelphia», übernehmen 2020 den walisischen Club Wrexham AFC.
Die Serie ist ein liebevoller Blick auf die Menschen rund um den Verein. Wir lernen Fans kennen, die seit Jahrzehnten zu jedem Heimspiel kommen, egal bei welchem Wetter. Spieler:innen, die neben dem Rasen fast «unsichtbar» sind, weil die englische Fünfte Liga kein glamouröses Geschäft ist. Und eine ganze Stadt, die plötzlich Hoffnung schöpft, als die neuen Besitzer den Aufstieg anpeilen.
«Welcome to Wrexham» zeigt, wie Fussball ein Ort werden kann, an dem Gemeinschaft entsteht. Dass Hollywood dabei eine zentrale Rolle spielt, macht die Geschichte nur noch faszinierender – weil die grosse, globale Aufmerksamkeit auf einmal auf ein kleines Stadion in Wales fällt.
«Ted Lasso»: Feelgood-Märchen mit Herz und Humor
Wer Fussball mit einem Lächeln erleben will, sollte «Ted Lasso» einschalten. Die Apple-TV+-Serie erzählt die Geschichte eines amerikanischen Football-Trainers, der ein englisches Fussballteam übernehmen soll – ohne jede Erfahrung in diesem Sport.
Ted Lasso, gespielt von Jason Sudeikis, ist ein Charakter, den man einfach mögen muss. Er ist optimistisch und im Umgang mit Mitmenschen etwas naiv. Auf dem Platz ist er jedoch enorm clever und kämpft gegen Zynismus, Misstrauen und die Zweifel seiner Spieler. Die Serie zeigt, dass Fussball weit mehr ist als Taktik: Es geht um Teamgeist, um Vertrauen, um die Fähigkeit, Menschen zusammenzubringen.
Besonders stark ist «Ted Lasso» dort, wo die Serie hinter die Kulissen blickt: Wir sehen Spieler, die unter psychischem Druck leiden, Fans, die mitfiebern und Manager:innen, die lernen, dass Erfolg nicht nur auf der Anzeigetafel gemessen wird. Selbst wer sonst keine Sportserien schaut, wird hier abgeholt – und merkt irgendwann, dass er wissen will, ob (fiktive) AFC Richmond den Klassenerhalt schafft.
«Sunderland ’Til I Die»: Die harte Realität des Profifussballs
Während «Ted Lasso» warme Gefühle weckt, liefert «Sunderland ’Til I Die» pure Realität. Die Netflix-Doku begleitet den englischen Traditionsverein Sunderland AFC durch einige seiner schwierigsten Jahre. Aus der Premier League abgestürzt, kämpft der Club plötzlich in der zweiten Liga um den Klassenerhalt … und fällt bald noch eine Stufe tiefer.
Diese Serie lässt nichts aus: Sie zeigt Fans, die im Stadion Tränen vergiessen, Spieler, die um ihre Zukunft bangen und eine Stadt, deren Selbstbewusstsein eng mit dem Schicksal ihrer Mannschaft verbunden ist. Die Kameras sind nah dran, wenn Entscheidungen hinter den Kulissen fallen, wenn Transfers scheitern oder Hoffnungen zerplatzen.
«Sunderland ’Til I Die» ist ein eindrucksvolles Beispiel dafür, dass Fussball nicht nur ein Spiel, sondern für viele Menschen ein Stück Identität ist. Wer diese Dokumentation schaut, begreift unweigerlich, warum Siege und Niederlagen weit über den Rasen hinauswirken.
Warum die Serien «funktionieren»
Was alle drei Formate verbindet, ist ihr Blick auf die Menschen hinter dem Sport. Fussball wird hier zur Bühne für Geschichten über Zusammenhalt, Hoffnung, Rückschläge und kleine Wunder. Wie einleitend gesagt: Selbst wenn du noch nie ein Spiel verfolgt hast, lassen dich diese Serien verstehen, warum der Sport weltweit so viele Herzen erobert. Das ist zumindest die (zugegeben subjektive) Meinung des Autors.
Und noch etwas macht sie besonders: Sie erzählen Geschichten, die «weitergehen». Wrexham AFC ist inzwischen tatsächlich aufgestiegen, die Erfolgsstory läuft in Echtzeit weiter. Und Sunderland, das lange am Boden lag, hat den Weg zurück in die Premier League gefunden. Fussball ist eben voller Höhen und Tiefen – und genau das macht ihn so faszinierend.
Quelle Hauptbild: Apple.
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Einmal Journalist, immer Journalist: Neben meiner strategischen Arbeit in der erweiterten Geschäftsleitung von Brack.Alltron habe ich die Leidenschaft für grosse Themen – und gute Geschichten – nicht verloren. Wenn sich Gelegenheit und Zeit bieten, schreibe ich hier über Transformation, Business, Zukunft und unser Unternehmen; freue mich aber auch, hin und wieder einen Beitrag mit kulturellem Background beisteuern zu dürfen. Dabei helfen mir meine Leidenschaft für Netflix, Kino, Theater … und meine viel zu hohe, tägliche Bildschirmzeit bei TikTok.
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