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Osterbräuche aus der ganzen Welt

26.02.2026

Bunte Eier, Schokolade und ein süsser Hase – das verbinden viele von uns mit Ostern. Dazu kommen vielleicht ein gemütlicher Brunch und ein paar freie Tage im Frühling. Das höchste christliche Fest wird oft auch unabhängig von religiösen Überzeugungen gefeiert, und das längst nicht überall gleich. In vielen Ländern haben sich über Jahrhunderte individuelle Bräuche entwickelt, die religiöse Traditionen mit lokalen Besonderheiten verbinden.

Australien: Easter Bilby statt Osterhase

In Australien bringt nicht der Osterhase die Eier, sondern der Easter Bilby, denn die Australier haben's nicht so mit den Hasen. Der Grund dafür liegt in der Geschichte des Kontinents: In Australien gab es keine Hasen, bis diese von europäischen Siedlern eingeschleppt wurden und sich rasend schnell vermehrten – wie die Karnickel eben. Sie wurden schnell zur Plage, richteten grosse Schäden an, da sie einheimischen Tierarten Nahrung und Lebensraum streitig machten. Besonders betroffen war der Bilby, ein kleiner Beutler mit langer Nase, auch bekannt als Kaninchennasenbeutler.

Um auf den Schutz dieses bedrohten Tieres aufmerksam zu machen, wurde der Osterhase symbolisch durch den Bilby ersetzt. Heute findet man in australischen Läden statt «Schoggi-Hasen» oft Schoko-Bilbys. Ein Teil der Einnahmen fliesst häufig in Artenschutzprojekte.

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Der australische Easter-Bilby. Quelle: Adobe Stock | 191926647

 

Irland: Die Heeringsbeerdigung

Während der Fastenzeit ab Aschermittwoch verzichten gläubige Christen unter anderem auf Fleisch. So tat man dies auch in Irland, und so wurde Fisch zum Hauptnahrungsmittel dieser Zeit. Besonders der gesalzene Hering wurde häufig gegessen, da er günstig und lange haltbar ist. Nach mehreren Wochen mit Hering auf dem Speiseplan kam er den Iren aber so langsam aus den Ohren heraus.

Am Ende der Fastenzeit entstand deshalb die sogenannte «Heeringsbeerdigung». Bei dieser Tradition wurde ein Hering an eine Stange gebunden, mit Stöcken geschlagen («Whipping the Herring») und lautstark beschimpft. Anschliessend wurde er entweder begraben oder zum Fluss getragen und ins Wasser geworfen. Symbolisch verabschiedete man sich damit vom Fastenessen. Danach wurde der Hering durch eine Lammkeule ersetzt – als Zeichen für den Übergang zurück zur fleischhaltigen Ernährung und als traditionelles Ostergericht. 

Heute wird dieser Brauch allerdings kaum noch praktiziert und gilt grösstenteils als historische Tradition.

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Nachdem der Hering die Iren durch die Fastenzeit gebracht hat, wird er von ihnen beschimpft und beerdigt. Quelle: Natalia Blauth | Unsplash

 

Finnland: Niedliche Hexen zu pääsiäinen

Zu pääsiäinen, wie Ostern auf Finnisch heisst, verkleiden sich Kinder am Palmsonntag als Hexen oder Tiere. Mit geschmückten Weidenzweigen ziehen sie von Haus zu Haus, vertreiben symbolisch böse Geister und wünschen den Bewohner:innen Glück und Gesundheit.

Als Dank erhalten die kleinen Hexen Schokolade, Süssigkeiten oder etwas Geld. Dieser Brauch nennt sich Virpominen und erinnert ein wenig an Halloween, allerdings mit deutlich fröhlicherem, frühlingshaftem Charakter. Kulinarisch gehört in Finnland ausserdem Mämmi zu Ostern dazu. Dabei handelt es sich um ein traditionelles Osterdessert aus Roggenmalz und Roggenmehl. Der dunkelbraune, klebrige Malzpudding wird meist mit Sahne, Milch, Zucker oder auch Eis serviert.

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Kinder verkleiden sich in Finnland an Ostern als Hexen. Quelle: Adobe Stock | 80919795

 

Tschechien: Pomlázka – eine ungewöhnliche Ostertradition

Eine der wohl kuriosesten Ostertraditionen Europas findet sich in Tschechien. Bei der Pomlázka «hauen»  Jungen und Männer vorsichtig die Frauen und Mädchen mit einer geflochtenen Osterrute. Dieser Brauch soll den Tschechinnen Fruchtbarkeit und Jugend bringen und dafür sorgen, dass sie lange gesund bleiben.

Die Tschechen werden für diese vermeintliche Wohltat sogar noch belohnt: Als Dank für die «Segnung» durch die Lebensrute, erhalten die Männer Eier, Süssigkeiten oder Schnaps. Aber wieso klopfen die Frauen nicht auch auf den Allerwertesten des Mannes? In einigen Regionen haben Frauen den Brauch inzwischen umgekehrt oder angepasst, da er als überholt empfunden wird. Mancherorts verschwindet die Tradition auch ganz.

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Die «Lebensrute», mit der die Lebenskraft der Pflanzen auf die Frau übertragen werden soll. Quelle: Adobe Stock | 587303358

 

Polen: Wasserschlachten am Ostermontag

In Polen wird der Ostermontag alles andere als trocken gefeiert. Beim sogenannten Śmigus-dyngus, dem «nassen Montag», bespritzen sich die Menschen gegenseitig mit Wasser.

Die Wurzeln dieser Wasserschlacht reichen weit zurück. Schon in vorchristlicher Zeit war das Übergiessen mit Wasser Teil slawischer Frühlingsrituale. Damit verabschiedete man den Winter und begrüsste den Neubeginn der warmen Jahreszeit. Das Wasser galt als lebensspendend: Es sollte reinigen, Gesundheit bringen und Fruchtbarkeit fördern. Diese symbolische Bedeutung hat sich bis heute erhalten, auch wenn der Brauch inzwischen vor allem als ausgelassener Spass wahrgenommen wird.

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Der «Nasse Montag» in Polen. Quelle: Adobe Stock | 205380404

 

Bunte Bermuda-Achtecke

Auf Bermuda gehören zu Ostern nicht nur bunte Eier, sondern auch farbenfrohe Drachen. Diese werden meist achteckig gebastelt und mit sogenannten hummers versehen, um ein charakteristisches «Summen» (humming) zu erzeugen. Die Drachen sollen die Auferstehung Jesu symbolisieren und sind fester Bestandteil der Osterfeierlichkeiten. Während dieser Zeit füllt sich der Himmel über Bermuda mit leuchtenden Farben und eindrucksvollen Mustern.

 

Ein Fest voller Vielfalt

Ostern präsentiert sich als buntes Mosaik aus Traditionen, Kreativität und Lebensfreude. Sei es der österliche Bilby in Australien, die Hexenkinder in Finnland, die Pomlázka in Tschechien oder die bunten Drachen auf Bermuda – jede Feier erzählt ihre eigene Geschichte und spiegelt lokale Kultur, Geschichte und Glauben wider.

 

Quelle Titelbild: Unsplash | Sigmund

Marius Bachmann

Marketing Manager Editorial Content

Mein erstes Wort war "Ball" – und auch heute noch dreht sich in meinem Leben fast alles um Fussball. Wenn ich nicht gerade selbst auf dem Rasen stehe, schreibe ich hier über die neuesten Entwicklungen im Schweizer und internationalen Fussball und teile meine Gedanken rund um die Brack Super League. Doch meine Leidenschaft für das Schreiben geht darüber hinaus. Ob Sport, Gesellschaft oder Kultur – ich schreibe, weil Sprache für mich mehr ist als Mittel zum Zweck: Sie ist Werkzeug, Spielplatz und Zuhause zugleich.

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