
Krimidinner: 8 Typen, die immer mit am Tisch sitzen
Der Nachtexpress aus Edinburgh schlängelt sich durch die dunkle Schneelandschaft. Doch das Idyll trügt. Wegen eines umgestürzten Baumes muss der Zug abrupt halten – und es kommt noch dicker: Der Schaffner liegt tot in seinem Abteil, mit einer Kugel im Schädel. Unruhe bricht unter den Fahrgästen aus. Wer hat den Mord begangen?
So oder so ähnlich beginnen die Fälle, die es bei einem Krimidinner zu lösen gilt. Beim etwas anderen Spieleabend schlüpfen die Anwesenden in die Rollen der Hauptverdächtigen eines spannenden Krimis. Nach der Tat sitzen sie gemeinsam am Tisch und versuchen, den Ablauf zu rekonstruieren. Zwischen Suppe und Dessert wird beschuldigt, kombiniert und improvisiert. Mit jeder Runde kommen neue Geheimnisse ans Licht, Alibis werden hinterfragt und wilde Diskussionen entstehen. Am Ende gibt es die grosse Abstimmung: Wer wird als tatverdächtige Person der Polizei übergeben?
So weit die Theorie. In der Praxis lebt ein Krimidinner weniger vom Plot als von den Menschen. Denn egal welchen Fall es zu lösen gilt, gewisse Persönlichkeiten sitzen immer mit am Tisch und prägen den Abend.
Die üblichen Verdächtigen beim Krimidinner
Die Hobby-Detektivin🔎
Noch vor dem ersten Bissen stehen Theorie, Verdacht und Beweis bereits fest. Die Hobby-Detektivin ist im Ermittlungsmodus, lange bevor andere ihre Rolle überhaupt richtig erfasst haben. Sie löchert alle mit Fragen, als hinge das Schicksal des gesamten Abends davon ab.
Notizen werden gemacht, Blickkontakte interpretiert und Widersprüche gnadenlos aufgedeckt. Innerlich ist die Pinnwand mit Fotos, roten Fäden und grossen Fragezeichen längst aufgebaut. Für Smalltalk bleibt keine Zeit, schliesslich gibt es einen Mord aufzuklären.
Der Method-Actor 🎭
Ein lockerer Abend unter Freunden? Von wegen! Hier geht's um Mord. Der Method-Actor blüht in seiner Rolle so richtig auf. Er erscheint im aufwendigsten Kostüm, spricht den ganzen Abend konsequent mit Akzent und trinkt nur, was seine Figur auch trinken würde. Selbst zwischen den Gängen bleibt er seiner Rolle treu, was bei den Mitspielenden Zweifel aufkommen lässt, ob das Ganze noch Spiel oder bereits Realität ist. Der Einsatz ist beeindruckend, aber irgendwie auch leicht beunruhigend.
Die Regelhüterin ☝️
Ihr Lieblingssatz: «Warte, das stand so nicht im Text.» Die Regelhüterin kennt jede Regel, jede Fussnote und jede Charakterkarte auswendig. Noch bevor jemand falsch beschuldigt oder zu früh redet, greift sie freundlich aber bestimmt ein. Auch das Timing hat sie fest im Griff. Ohne sie würde das Krimidinner vermutlich im Chaos versinken, aber ein kleines bisschen mehr Lockerheit wäre auch okay.
Der Impro-Künstler 💡
Das Wissen zur eigenen Figur sitzt eher halbpatzig, dafür wird der Rest kurzerhand dazu erfunden. Der Impro-Künstler erschafft eine komplette Hintergrundgeschichte inklusive prägender Kindheitsmomente, komplizierter Familienverhältnisse und Ereignisse, die laut Spielanleitung nie vorgesehen waren. Er hält gerne ausschweifende Monologe, schmückt die Ereignisse rund um den Mord grosszügig aus und erfindet Motive aus dem Stegreif. Für die Aufklärung des Falls ist das nur bedingt hilfreich, für die Unterhaltung hingegen umso mehr.
Die Chaotin 💥
Sie verliert Hinweise, verwechselt Namen und beschuldigt sich auch mal aus Versehen selbst. Für die Chaotin ist nichts zufällig: Jede Geste deutet sie als Geheimsignal, jede Pause ist ein heimlicher Hinweis. Sie findet Verbindungen zwischen Dingen, die selbst das Skript nicht vorgesehen hat. Ähnlich wie der Impro-Künstler sorgt sie zwar für beste Unterhaltung, bringt aber auch ordentlich Unruhe an den Tisch.
Der Ahnungslose 🤔
Er hat sich auf einen gemütlichen Abend mit Freund:innen gefreut und erfährt erst beim Apéro, dass heute gemordet wird. Verkleidung? Fehlanzeige. Während andere bereits tief in ihre Rollen eingetaucht sind, überfliegt er die Charakterkarten im Schnelldurchlauf nach der Vorspeise. Ohne Plan, aber mit Weinglas in der Hand, hangelt er sich durch den Abend, stellt zufällige Fragen und nickt oft einfach zustimmend. Trotzdem liegt er am Ende erstaunlich oft richtig. War es Glück oder doch unerkanntes Können?
Die Geniesserin 🍷
Die Geniesserin ist eigentlich nur fürs Essen da. Dass nebenbei ein Mord aufgeklärt wird, ist Nebensache. Viel wichtiger sind Vorspeise, Hauptgang und der Nachschlag. Während andere diskutieren, geniesst sie, kommentiert die Sauce und fragt unauffällig nach, ob noch etwas Wein da ist. An den Ermittlungsarbeiten beteiligt sie sich hauptsächlich mit zustimmendem Nicken und gelegentlichen Kommentaren zwischen zwei Bissen.
Der stille Beobachter 👀
Während der Tisch hitzig diskutiert und sich das Chaos langsam ausbreitet, sagt der stille Beobachter fast nichts. Stattdessen schaut er aufmerksam zu, registriert jede Reaktion und merkt sich jedes noch so kleine Detail. Und dann, wenn alle anderen sich längst festgefahren haben, kommt die messerscharfe Analyse. Ein einziger Satz und plötzlich ergibt alles Sinn. Erstauntes Schweigen am Tisch, der Fall ist gelöst – so einfach geht's.
Ein Fall, viele Verdächtige und pure Unterhaltung
Beim Krimidinner zeigt sich schnell, dass nicht alle gleich spielen. Während die einen sofort in den Ermittlungsmodus schalten, konzentrieren sich andere vor allem auf den nächsten Gang. Manche nehmen das Spiel (zu) ernst, andere vor allem sich selbst. Zusammen sorgen sie für Chaos, Unterhaltung und unerwartete Wendungen – und genau das macht den Reiz des Abends aus.
Quelle Titelbild: Sora AI
Marketing Manager Editorial Content
Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.
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