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Was Tee wirklich kann

21.11.2025

Wenn die Tage draussen grau und kalt sind, wird's drinnen umso gemütlicher. Vielleicht sitzt auch du eingekuschelt auf dem Sofa und hast eine Tasse heissen Tee in der Hand. Für viele gehört das in der kalten Jahreszeit einfach dazu. Doch was steckt eigentlich im beliebten Heissgetränkt? Wie gesund ist es wirklich? Und welche Sorten unterstützen bei welchen Beschwerden?

Tee ist nicht gleich Tee

Wer vor dem Tee-Regal steht oder sich online durch das Tee-Sortiment klickt, merkt schnell, wie gross die Auswahl ist. Im Alltag nennen wir vieles «Tee», was man mit heissem Wasser aufgiesst – sei es Kräutermischungen, Früchtetee oder Rooibos. Dabei stammt echter Tee im eigentlichen Sinne ausschliesslich von einer einzigen Pflanze: der Teepflanze Camellia sinensis. Aus ihr entstehen Grüntee, Schwarztee, Oolong, Weisser Tee, Gelber Tee und Pu-Erh. Die Unterschiede liegen dabei nicht in der Pflanze selbst, sondern in der Verarbeitung. Grüntee ist zum Beispiel nicht fermentiert, während Schwarztee voll fermentiert ist. 

Im Alltag machen wir meist keinen Unterschied zwischen «echtem» Tee und Kräuteraufguss. Entscheidend ist vielmehr, was in der Tasse landet und welche Wirkung wir uns davon erhoffen.

Ist Tee wirklich gesund?

Unbestritten ist, dass Tee den Körper mit Flüssigkeit versorgt – und das ganz ohne Kalorien. Doch um das Heissgetränk kursieren weit grössere Gesundheitsversprechen. Was davon stimmt wirklich?

Verschiedene Studien nehmen Tee genauer unter die Lupe. Einige zeigen spannende Zusammenhänge: Etwa ein möglicherweise tieferes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Krebs und Demenz bei regelmässigem Teekonsum. Solche Ergebnisse sind allerdings mit Vorsicht zu geniessen, denn viele Untersuchungen arbeiten mit kleinen Gruppen und beobachten nur Zusammenhänge, ohne eine klare Ursache-Wirkung nachweisen zu können. Häufig leben Menschen, die viel Tee trinken, insgesamt gesundheitsbewusster, sodass Tee nicht der alleinige Gesundheitsbooster ist, sondern ein möglicher Baustein von vielen. 

Spannend sind die Inhaltsstoffe von «echtem» Tee wie Schwarz- oder Grüntee. Polyphenole, zu denen Gerbstoffe, Flavonoide und Catechine zählen, werden mit antioxidativen und entzündungshemmenden Effekten in Verbindung gebracht. Tee liefert ausserdem Fluorid, das für Knochen und Zähne wichtig ist. 

Auch Kräuter- und Früchtetees können positiv auf unser Wohlbefinden wirken. Je nach Mischung können sie beruhigen, die Verdauung unterstützen oder gar Erkältungsbeschwerden lindern.

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Arzneitees

Wenn ein Tee gezielt Beschwerden lindern soll, lohnt sich der Griff zu Tees, die als Arzneimittel eingestuft sind. Sie bestehen aus genau definierten Heilpflanzen und sind für bestimmte Anwendungsgebiete zugelassen – etwa bei Erkältungen, Magen-Darm-Beschwerden, Blasenproblemen oder innerer Unruhe.

Arzneitees unterliegen strengen Kontrollen und müssen hohe Qualitätsanforderungen erfüllen. Dazu gehören Vorgaben zu Reinheit, Lagerung und Zusammensetzung. Auch Dosierung und Zubereitung sind präzise beschrieben.

Welches Kraut für was?

Auch wenn nicht alles rund um die Wirkung von Tee wissenschaftlich geklärt ist, hat das Heissgetränk in der Naturheilkunde und im Alltag vieler Menschen einen festen Platz. Die Auswahl ist gross und für fast alles gibt es eine passende Mischung. 

Grün- und Schwarztee

Der Klassiker für den Tagesstart. Beide Sorten enthalten Teein, das chemisch identisch mit Koffein ist und wach macht. Weil es im Tee an bestimmte Pflanzenstoffe (Polyphenole) gebunden ist, wird es langsamer freigesetzt. Die Wirkung setzt später ein als bei Kaffee, hält dafür länger an. Statt eines Koffein-Kicks liefert der Tee also eher einen sanften Aufwachschub.

Orangenblüte

Ganz anders als Grün- oder Schwarztee wirkt ein Tee aus Orangenblüten: Er macht nicht wach, sondern entspannt. Ihm wird eine beruhigende Wirkung nachgesagt, weshalb viele abends gern zu diesem Tee greifen. Auch bei Schlafproblemen schwören viele auf die Blüte der Bitterorange. 

Lavendel

Lavendel riecht nicht nur gut, er kann auch was in der Tasse. Lavendeltee gilt ähnlich wie Orangenblütentee als entspannend und beruhigend. Zusätzlich wird er traditionell auch bei Verdauungsbeschwerden verwendet.

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Ein Hauch Provence in der Tasse. Quelle: Unsplash| Patrycja Jadach

Kamille

Bei vielen löst das Aroma der Kamille Kindheitserinnerungen aus – an Wärme, Vertrautheit und die elterliche Fürsorge, als man krank war. Kamille gilt als echtes Multitalent: entzündungshemmend, antibakteriell, wundheilungsfördernd, krampflösend und beruhigend. Besonders beliebt ist Kamillentee bei Magen-Darm-Beschwerden.  

Fenchel

Fenchel enthält ätherische Öle und gilt deshalb als schleim- und krampflösend. Viele greifen zu Fencheltee, wenn der Bauch zwickt oder die Verdauung Unterstützung braucht. Gleichzeitig enthält Fenchel Estragol, das in hohen Dosen als möglicherweise krebserregend eingestuft wird. Darum gilt: Fencheltee nur gelegentlich geniessen. Kinder unter 4 Jahren sollten besser ganz darauf verzichten. 

Pfefferminze

Ihr erfrischendes Aroma macht sich nicht nur im Tee gut, sondern verleiht auch vielen Gerichten das gewisse Extra. Traditionell gilt Pfefferminze als entkrampfend und entblähend und gehört deshalb zu den klassischen Helfern bei Verdauungsbeschwerden. Viele schätzen ausserdem ihren wohltuenden Effekt bei Erkältungen. 

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Pfefferminze – erfrischend und wohltuend zugleich. Quelle: Unsplash | Martin Widenka

Ingwer

In der scharfen Knolle steckt geballte Power: ätherische Öle, Vitamine, Mineralstoffe und Antioxidantien. Entsprechend vielseitig wird Ingwer eingesetzt. Viele greifen zur Knolle, wenn ihnen übel ist, wenn sich eine Erkältung ankündigt oder wenn sie sich eine wärmende Tasse wünschen, die die Durchblutung anregt.  

Thymian

In der Küche ist Thymian kaum wegzudenken, aber auch in der Hausapotheke hat das Kraut seinen festen Platz. Ihm werden antibakterielle, antivirale und entzündungshemmende Eigenschaften zugeschrieben. Besonders bei Husten greifen viele zu Thymiantee.

Lindenblüten

Lindenblütentee ist ein Klassiker, wenn eine Erkältung im Anflug ist. Die Blüten gelten als schweisstreibend und werden deshalb oft bei den ersten Anzeichen einer fiebrigen Erkältung getrunken. Auch bei Husten empfinden viele den Tee als wohltuend und beruhigend.

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Lindenblütentee ist besonders in der Erkältungszeit beliebt. Quelle: Unsplash | Kris Sevinc

Salbei

Schon der Name verrät viel: Er leitet sich vom lateinischen «salvare» ab, was «heilen» bedeutet. Salbei wird traditionell als antiseptisch, antibiotisch, antibakteriell und entzündungshemmend beschrieben. Besonders beliebt ist Salbeitee bei Hals- oder Zahnfleischentzündungen, Halsschmerzen oder Verdauungsbeschwerden. Viele Frauen in den Wechseljahren schätzen ihn ausserdem wegen seiner schweisshemmenden Wirkung.

Wichtig: Schwangere verzichten besser auf Salbei, da die Pflanze zusammenziehend wirkt und wehenfördernd sein kann.

Goldrutenkraut

Die goldgelben Blüten machen dem Namen des Krauts alle Ehre und auch in der Naturheilkunde hat es einen guten Ruf. Goldrutenkraut gilt als harntreibend und entzündungshemmend. Entsprechend wird es traditionell zur Unterstützung bei Harnwegserkrankungen wie Blasenentzündungen eingesetzt. 

Wie sieht’s mit Risiken aus? 

So wohltuend eine Tasse Tee ist, ein kleines Risiko gibt es. Dabei stehen sogenannte Pyrrolizidinalkaloiden im Fokus. Diese natürlichen Pflanzenstoffe gelangen bei der Ernte unbeabsichtigt in die Mischung, wenn wild wachsende Beikräuter mitgepflückt werden. In hohen Mengen können sie die Leber schädigen. 

Die Werte in handelsüblichen Tees sind meist tief. Trotzdem lohnt es sich, regelmässig zwischen verschiedenen Sorten und Marken zu wechseln. So senkst du das Risiko, über längere Zeit zu viel der unerwünschten Stoffe aufzunehmen. Und gleichzeitig hast du Abwechslung in deiner Teetasse.

Tee trinken – nicht nur für ein langes Leben

Es gibt viele gute Gründe, Tee zu trinken: er wärmt von innen, versorgt uns mit Flüssigkeit und bietet eine beeindruckende Vielfalt an Aromen und Sorten. Und ja – auch gesundheitlich hat er durchaus etwas drauf, auch wenn nicht jede Wirkung eindeutig belegt ist. 

Meine persönlichen Favoriten sind Pfefferminze und Rooibos – die gehen einfach immer. Und du? Welchen Tee magst du am liebsten? Lass es mich in den Kommentaren wissen. ⬇️🍵

 

Quelle Titelbild: Unsplash| Kateryna Hliznitsova

Eliane Lee

Marketing Manager Editorial Content

Ich liebe es, in andere Welten einzutauchen, sei es durch spannende Geschichten, mit Reisen in ferne Länder und Kulturen oder in meinem eigenen kleinen Garten – ich bin immer auf Entdeckungsreise. Und wenn es Zeit wird, die Seele baumeln zu lassen, findet ihr mich auf der Yogamatte oder mit einem guten Buch in der Hand.

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