
Aus Schwarz mach Grün: Black Friday vs. Green Friday
Ende November passiert jedes Jahr dasselbe: Mein Posteingang glüht, Websites färben sich schwarz, blinkende Timer zählen gnadenlos herunter. Black Friday. Früher habe ich mich davon durchaus mitreissen lassen. Dieses nervöse Kribbeln, wenn man auf «Jetzt kaufen» klickt und denkt, man hätte soeben den Deal des Jahres gemacht. Das Gefühl kennen wir wohl alle. Aber mit der Zeit habe ich gemerkt: So richtig wohl fühle ich mich dabei nicht.
Warum ich mich bewusst raushalte
Ich bin jemand, der gerne über Käufe nachdenkt, abwägt, vergleicht und vielleicht sogar eine Nacht darüber schläft. Und genau dafür ist der Black Friday einfach nicht gemacht. Die künstlich verknappte Zeit und der Druck, sofort zu entscheiden. Das alles stresst mich mehr, als dass es mir Freude bereitet. Deshalb habe ich für mich eine simple Regel aufgestellt: Am Black Friday kaufe ich nichts Spontanes. Nicht aus Prinzip gegen Angebote, sondern weil ich mir den Raum für überlegte Entscheidungen bewahren möchte. Wenn ich etwas wirklich brauche, finde ich auch an einem anderen Tag ein gutes Angebot. Manchmal nutze ich den Tag aber doch, um Dinge zu kaufen, über die ich schon länger nachgedacht habe: gut recherchiert, bewusst ausgewählt, kein Schnellschuss. Dieses überlegte Entscheiden ist im Kern das, was Green Friday ausmacht.
Green Friday: Die leise Gegenstimme
Der Grundgedanke hinter dem Green Friday ist simpel: Konsum ja – aber bewusst. Die Idee dahinter ist nicht, Shopping zu verteufeln, sondern bewusster mit Konsum umzugehen. Es geht nicht darum, gar nichts zu kaufen, sondern sich zu fragen: «Brauche ich das wirklich?»
Wer in Qualität statt in Quantität investiert, kauft langlebige Produkte, die über Jahre hinweg Freude bereiten. Das spart auf lange Sicht nicht nur Geld, sondern schont auch die Umwelt, weil weniger ersetzt werden muss. Ein weiterer Punkt ist die Zeit. Viele Fehlkäufe entstehen aus spontanen Impulsen heraus. Green Friday lädt dazu ein, einen Moment innezuhalten, eine Einkaufsliste zu erstellen, Prioritäten zu setzen und sich ein wenig Bedenkzeit zu gönnen. So merkst du oft, dass das vermeintliche Must-Have vielleicht gar nicht so dringend war, wie es im ersten Moment schien.
Die Kehrseite: Wenn Grün zur Marketingfarbe wird
Immer mehr Marken springen auf den Zug auf, manche spenden an diesem Tag einen Teil ihrer Einnahmen, andere verzichten bewusst auf Rabatte oder rufen zu Spendenaktionen auf. Das ist grundsätzlich positiv, doch nicht immer ehrlich gemeint. Kritiker:innen sprechen in diesem Zusammenhang auch von einem «Greenwashing Friday». Einige Unternehmen nutzen den Aktionstag vor allem fürs gute Image, ohne ihr Konsum- oder Produktionsverhalten zu verändern.
Zwischen Rabattfieber und Ruhepuls
Ich mag Angebote, aber noch mehr mag ich das Gefühl, nichts überstürzt zu haben. Der Black Friday ist laut, grell und hektisch. Green Friday dagegen eher leise, fast ein bisschen entschleunigend. Für mich sind das keine Gegensätze, sondern eine Einladung, einen Moment länger nachzudenken, bevor man kauft. Ob man während der Black Week einkauft oder nicht, bleibt jedem selbst überlassen. Aber vielleicht ist dieses bewusste Innehalten am Ende der beste Deal von allen.
Es geht nicht darum, ob du am Black Friday einkaufst, sondern wie du entscheidest: Schwarz oder Grün? Die Entscheidung liegt ganz bei dir.
Quelle Titelbild: AdobeStock | 496820978
Marketing Manager Editorial Content
Mit meiner Bucket List aus Kindheitstagen erkunde ich regelmässig neue Orte, Städte oder ganze Länder und geniesse es, die vielfältigen Facetten Europas zu entdecken. Neben meinen Abenteuern in der Ferne ist die Literatur meine grosse Leidenschaft, und ich liebe es, in fesselnde Geschichten und Welten einzutauchen. Wenn ich einmal nicht auf Reisen bin, findet man mich dabei, mit grosser Freude die neuesten Brunch-Spots in meiner Nähe auszuprobieren.
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