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Mit der richtigen Ausrüstung ans Festival

Vor uns liegt eine grandiose Zeit mit allen Festivals, die wir kennen und lieben, und auf die wir nun endlich nicht mehr verzichten müssen! Wie bei allen Outdoor-Aktivitäten bestimmt auch hier weniger das Wetter, sondern neben der Musik vielmehr die Ausrüstung, ob es ein tolles Erlebnis wird («Schlammgallen» lässt grüssen). Deshalb haben wir für euch die wichtigsten Tipps sowie verschiedene Packlisten zusammengestellt, damit ihr euch gut vorbereitet in die kommende Festivalsaison stürzen könnt.

Beginnen wir mit einigen allgemeingültigen Tipps, die unabhängig von eurer restlichen Ausrüstung gelten:

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Viel Wasser trinken! Durch die teilweise grosse Hitze und den stundenlangen Aufenthalt in der prallen Sonne verliert ihr viel mehr Wasser durch Schwitzen, als ihr es gewohnt seid. Und ja: Die wenigsten Festivalbesucher verzichten komplett auf Alkohol. Und der entwässert bekanntlich auch. Dies müsst ihr unbedingt kompensieren, damit euer Kreislauf nicht abstürzt und ihr einige Stunden im Sani-Zelt verbringen dürft (wie ein gewisser Blog-Autor vor einigen Jahren…).

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Gehör schützen! Live-Musik ist ganz schön laut, insbesondere direkt vor der Bühne. Umso wichtiger ist es, dass ihr euer Gehör vor Beschädigungen durch hohe Schallpegel schützt. An den Festivals werden in der Regel Ohrpfropfen verteilt. Alternativ könnt ihr natürlich auch eure eigenen mitbringen.

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Verbotene Gegenstände, Teil 1: Glas. Aus Sicherheitsgründen verbieten die meisten Festivals die Mitnahme von Glasflaschen und anderen Glasbehältern. Also: Beim Bier auf Dosen setzen und Jägermeister in PET-Flaschen umfüllen!

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Verbotene Gegenstände, Teil 2: Drohnen. Die kleinen Multikopter dürfen von Gesetzes wegen nicht über grösseren Menschenansammlungen fliegen. Dementsprechend ist deren Gebrauch über Festivalzonen mit tausenden von Leuten verboten. Auch viele andere Dinge dürft ihr nicht mitnehmen, eine abschliessende Aufzählung würde den Rahmen hier allerdings sprengen. Informiert euch auf der Webseite des entsprechenden Festivals.

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Verhalten bei Sturm: Es kann passieren, dass ihr von einem Sommergewitter heimgesucht werdet. Bei starkem Wind kann es auf dem Campingplatz schnell gefährlich werden, wenn Zeltstangen mit hundert Stundenkilometern herumfliegen. Im Extremfall wird die Festivalleitung die Besucher anweisen, in den Autos Schutz zu suchen. Wenn ihr mit dem eigenen Auto da seid und noch freie Plätze habt, schaltet den Warnblinker ein, um Anderen zu zeigen, dass sie bei euch Unterschlupf finden. Wenn ihr mit dem ÖV gekommen seid, achtet auf die eingeschalteten Warnblinker anderer und bringt euch in ihren Autos in Sicherheit.

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Rollstuhlgängigkeit: Falls ihr auf einen Rollstuhl angewiesen seid, informiert euch unbedingt im Voraus, ob das von euch anvisierte Festival rollstuhlgängig ist. Viele Veranstalter legen grossen Wert darauf und stellen sicher, dass ihr Festival auch von Menschen mit Einschränkungen genossen werden kann. Dazu gehören unter anderem die Openairs in St. Gallen, Frauenfeld, Interlaken sowie auf dem Gurten. Bei letzterem wird sogar eine Rollstuhlwerkstatt geboten, für den Fall, dass ihr vor Ort einen Defekt habt!

Von einfach bis glamourös: So gelingt die Übernachtung am Festival

Kommen wir nun zu den Packlisten. Wir haben für euch zwei Listen zusammengestellt, eine mit den Basics, die für den Festivalbesuch bzw. die Übernachtung mehr oder weniger unerlässlich sind, und eine weitere mit Extras, die das Festivalleben besonders angenehm machen. Ausserdem haben wir noch die Kategorie «Luxus» parat, die mit einigen Extravaganzen aufwartet. Insbesondere das Openair Frauenfeld ist da ganz vorne mit dabei. Doch dazu später mehr.

Die Essentials: Packliste mit Must-Haves fürs Festival

Muss nicht, aber darf: praktische Extras

Die Luxus-Klasse: Festival-Camping mit dem gewissen Etwas

Viele Schweizer Festivals bieten zunehmend Optionen an, die von nice to have bis zu «komplett abgehoben» reichen. Angefangen beim Greenfield Festival in Interlaken mit einigermassen bodenständigen Extras, wie etwa dem Camping Claim, also ein reservierter Platz auf dem Camping. So müsst ihr euch nicht gegen tausende andere Besucher um den besten Zeltplatz durchsetzen. Wenn ihr keine Lust habt auf Zelt schleppen und aufbauen, dann gibt's in Interlaken auch das Kartent, also ein vorgefertigtes und aufgestelltes Zelt aus Karton für zwei Personen, in das man nur einziehen muss. Nach dem Festival wird es wieder abgebaut und recycelt, damit auch das Umweltgewissen ruhig schlafen kann (dazu mehr im nächsten Abschnitt ).

Beim Openair St. Gallen legt man hier noch eine Schippe drauf und bietet ein aufgebautes Tipi für bis zu zehn Personen. Doch komplett der Vogel abgeschossen wird in Frauenfeld: Beim dortigen Openair könnt ihr euch für vier Tage in einer Premium Mansion einmieten. Diese hat mit Camping nur noch im entferntesten Sinn zu tun: Es ist ein ausgebauter Wohncontainer mit vier Doppelzimmern, Badezimmer und Dachterrasse. Kostenpunkt: 16'500.- Franken … Autsch. Dafür bekäme man bereits einen stattlichen Occasions-Camper.

Apropos: Wenn ihr schon glückliche Besitzer*innen eines Wohnmobils oder -wagens seid, könnt ihr natürlich auch damit an viele Festivals reisen. Kein Zeltaufbau und hoher Komfort inklusive. Dies ist allerdings nicht überall möglich: Die Openairs in St. Gallen, Zürich und auf dem Gurten schliessen Campingfahrzeuge z. B. explizit aus. Die meisten anderen Festivals bieten die Möglichkeit, im Campingfahrzeug in unmittelbarer Nähe zum Festivalgelände zu übernachten, dies allerdings meist ohne Infrastruktur, insbesondere ohne Strom. Bedenkt dies bei der Planung eures Festivalabenteuers.

Die Sache mit der Nachhaltigkeit

In den letzten Jahren haben Festivals zunehmend mit ihrem Image als Umweltsünder zu kämpfen: «Abfallschande», «Zeltschlachtfeld» oder «Sodom und Gomorra» - die Schlagzeilen zum Thema sind entsprechend dramatisch. Nachhaltigkeit ist in aller Munde, und da passen massenweise Einweg-Produkte und riesige Müllberge nicht mehr ins Bild.

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Entsprechend sind die Veranstalter der Festivals darum bemüht, ihr Image aufzubessern und mehr für die Nachhaltigkeit zu tun. Das Openair St. Gallen ist hierbei ein Vorzeigeprojekt. Es bezeichnet sich selbst als «erstes klimaneutrales Openair der Schweiz». Neben der stetigen Reduktion der Abfallmenge und parallelen Erhöhung der Recyclingquote werden sämtliche unvermeidbaren CO2-Emissionen in Klimaschutzprojekten kompensiert.

Auch im Wallis sorgt man sich um die Umwelt: Beim Openair Gampel hat man eine Nachhaltigkeitscharta ins Leben gerufen und setzt auf einen möglichst hohen Recyclinganteil. Das Gampel ist zudem Pionier in Sachen Wiederverwendung von gebrauchtem Campingmaterial. In Zusammenarbeit mit dem Projekt #notentwaste können Besucher dort ihre Zelte, Pavillons, Schlafsäcke und anderes intaktes Material spenden. Trotzdem bleibt leider nach wie vor sehr vieles einfach liegen, nach dem Motto «nach mir die Sintflut».

Und das ist bei allen Festivals so. Schlussendlich sind auch die Organisatoren eingeschränkt in ihren Möglichkeiten zur Nachhaltigkeit – vieles hängt von uns ab, den Besuchern. Wir entscheiden, ob wir beispielsweise wiederverwendbare Produkte nutzen und ob wir unseren Abfall nach dem Festival einfach liegen lassen. Auch wenn es eigentlich nicht nötig sein sollte, dies zu erwähnen, ist es vielen Festivalbesucher*innen offenbar nicht bekannt: Bitte hinterlasst den Campingplatz so, wie ihr ihn vorgefunden habt, und nehmt nach eurem Aufenthalt sämtlichen Abfall wieder mit. Damit ist schon viel getan.

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Dominik Perrenoud

Redaktor

Let the Beat Hit 'em! Als passionierter Hochzeits-DJ interessiere ich mich für alles, was Musik wiedergibt. Auch privat höre ich praktisch ununterbrochen Musik, sodass in der Wohnung der eine oder andere Lautsprecher herumsteht – von ganz klein bis ganz gross. Daneben schätze ich Filme und Games im Heimkino, geniesse einen guten Whisky (natürlich mit der passenden Musik im Hintergrund) und kurve mit meinem 20-jährigen Cabrio durch den Schwarzwald.

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