Bouygues prüft Hochspannungsleitungen mit DJI-Industriedrohne

COVID-19 ist die grosse Herausforderung für unsere Gesellschaft. Dies gilt im Besonderen auch für die Wirtschaft. Trotz der herrschenden Unsicherheit hat die Firma Bouygues E&S EnerTrans AG mit der Anschaffung einer neuen DJI Matrice 300 RTK Drohne in die Zukunft und den Standort Schweiz investiert. Wir hatten die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen und mehr darüber zu erfahren, warum und zu welchem Zweck das Unternehmen diese Technik einsetzt.

Industriedrohne spürt potenzielle Schäden an Hochspannungsleitungen auf

Die Firma Bouygues E&S EnerTrans AG hat sehr früh das grosse Potenzial von modernen Kameradrohnen erkannt und mit viel Pioniergeist und einem versierten Team begonnen, technologische Vorteile effektiv zu nutzen. Seit vielen Jahren setzt das Unternehmen erfolgreich Drohnen ein, um potenzielle Schäden an nationalen, überregionalen und regionalen Stromnetzen zu erkennen und die notwendigen Reparaturen effizient zu planen und auszuführen. Das Team um Marc Tschachtli leistet auf diese Weise tagtäglich einen wichtigen Beitrag, damit wir ohne Netzausfälle die Annehmlichkeiten des modernen Lebens geniessen können.

Vorteile industrieller Drohnen entdecken

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Auf dem Smartcontroller werden die Bilder der Kamera in Echtzeit angezeigt. Die Steuerung der Kamera erfolgt bequem über den Touchscreen.

M300 RTK – eine effiziente Methode, Wartungsbedarf früh zu erkennen

Die Industriedrohne M300 RTK von DJI wurde im Mai 2020 vorgestellt und gehört seit kurzem auch in den Gerätepark der Bouygues E&S EnerTrans AG. Die Drohne wurde für industrielle Anwendungen entwickelt und setzt mit einer Akkulaufzeit von bis zu 55 Minuten (48 min mit Kamera) in vielerlei Hinsicht neue Massstäbe. Beachtlich ist auch die Nutzlast von bis zu 2,7 kg bei einer Übertragungsreichweite von bis zu 15 km. Beim Einsatz von drei kompletten Akkupaketen kann das Gerät durch eine effiziente Ladetechnik Non-Stop betrieben werden. Somit ist dieser Multikopter sehr viel effizienter als frühere Modelle. Dank der vorhandenen IP45-Zertifizierung kann die Drohne selbst bei Niederschlag bedenkenlos eingesetzt werden. Auch in Sachen Sicherheit bietet der M300 viele Vorteile. Sämtliche für den Flug relevanten Steuerkomponenten sind redundant ausgelegt. Zudem hat DJI ein Notfallprogramm integriert, dass eine sichere Landung selbst dann ermöglicht, wenn ein Motor komplett ausfallen würde. Eine technische Meisterleistung, welche die Betriebssicherheit dieser neuen Drohne maximiert.

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Dank der vorhandenen Zoom-Funktion der Zenmuse H20 T kann die M300 RTK einen sicheren Abstand zum Strommast gut einhalten.

Interview mit Marc Tschachtli von Bouygues E&S EnerTrans

Wir hatten die Möglichkeit, einige Fragen an das Team der Firma Bouygues E&S EnerTrans AG zu richten. Herr Tschachtli ist bei der Firma Bouygues E&S EnerTrans AG als Business Unit Manager UAV/SURVEYING tätig und somit beruflich täglich mit industriellen Drohnen im Einsatz. Wir bedanken uns, dass wir auf diesem Weg Einblick in die Aufgaben und Tätigkeiten erhalten durften.

MLU: Der Beruf, den Sie ausüben, wird nicht als Berufslehre angeboten. Auf welchem Weg wird man professioneller Industriedrohnen-Pilot und was sind die Anforderungen?

MT: Es gibt keinen direkten Weg ,diesen Beruf zu erlernen. Eine gute Basis bilden abgeschlossene Berufslehren in den Bereichen Elektronik/Elektrotechnik sowie praktische Erfahrung im Umgang mit Mittel- und Hochspannung. Gleichzeitig ist es von grossem Vorteil, über Aviatikerfahrung zu verfügen, beispielsweise als Pilot eines RC-Flugmodells. Ich blicke auf 16 Jahre Berufserfahrung als Helikoptermechaniker zurück. Im Jahr 2013 habe ich mich selbstständig gemacht. Meinen Kunden habe ich als spezialisierter Dienstleister Luft- und Bodenaufnahmen angeboten. Schon damals habe ich die Bilder mittels Kameradrohnen aufgenommen. Mehr oder weniger zufällig wurde ich im Jahr 2017 bei der damaligen Alpiq EnerTrans AG als Drohnenpilot angestellt. Auf diese Weise hat alles begonnen.

Wie schwierig ist es, eine Drohne in dieser Grösse zu beherrschen? Gibt es einfache und schwierigere Aufgaben in Ihrem Alltag?

Auf freiem Feld ist es dank den vorhandenen technischen Hilfsmitteln einfach, eine grosse Industriedrohne zu steuern. In unserem Arbeitsalltag stehen die zu prüfenden Infrastrukturen nicht immer in leicht zugänglichem Gelände. Hinzu kommt eine technisch bedingte Gefahr der Strommasten. Wir sehen im Flugbetrieb nicht, welche Spannungen und Leistungen von den Anlagen gerade übertragen werden. Es können unsichtbare Magnetfelder entstehen, die die elektronischen Systeme der Drohne in seltenen Fällen stören. Mentale Stärke und eine hohe Konzentrationsfähigkeit sind wichtig für unsere tägliche Arbeit. Im Falle eines Falles sind wir jederzeit darauf vorbereitet, einen Ausfall technischer Hilfsmittel zu kompensieren, oder fliegen kritische Einsätze ganz bewusst ohne solche Assistenten. Im Vergleich zu den klassischen Wartungsmethoden sind die von uns eingegangen Risiken jedoch als gering einzustufen. Dennoch ist jeder Einsatz intensiv. Man braucht entsprechend Erfahrung und eine gute Vorbereitung ist unabdingbar.

Welche verschiedenen Aufgaben können durch Ihr Team mit der Drohne erledigt werden?

Als Kompetenzzentrum bieten wir unsere Leistungen intern wie auch extern an. Unsere Haupttätigkeiten sind Powerline-Inspektion (für Mittel- bis Hochspannung), 3D-Modellierung aus der Luft, Photovoltaik-Inspektion wie auch Einsätze zu Gunsten der Polizei.

Erleichtert der Multikopter Ihre Arbeit? Bietet er eine Kostenersparnis?

Werden Industriedrohnen für passende Einsätze verwendet, ist es möglich, mit ihnen den Aufwand zu verringern, die Effizienz zu steigern und letztlich auch Kosten zu reduzieren. Beispielsweise müssen Leitungen nicht ausgeschaltet werden, und durch den Umstand, dass keine Person den Strommast besteigen muss, wird die Personensicherheit erhöht. Man muss sich allerdings mit der Technik intensiv befassen, um den grössten Nutzen aus ihr zu ziehen. Es gibt auch Bereiche, bei denen sich der Einsatz von Drohnen im Vergleich zu traditionellen Methoden zu wenig lohnt. Wir sammeln diesbezüglich laufend Erfahrungen, um unseren Auftraggebern weiterhin einen Top-Service anbieten zu können.

Welche Vorteile bringt die M300 RTK im Vergleich zu dem bisher verwendeten M210 V1?

Die M300RTK kann anders als ihre Vorgänger auch bei starkem Regenwetter eingesetzt werden. Zudem wurde die Flugdauer gegenüber der M210 nahezu verdoppelt. Dies steigert die Effizienz weiter, denn Starts und Landungen brauchen jeweils Zeit. Aber auch die neuen Kameramodelle bringen Vorteile. Bisher gab es für verschiedene Verwendungszwecke unterschiedliche Kameras. Die Zenmuse H20T vereinigt sämtliche für uns relevanten Aufnahmesysteme in einem einzigen Gerät. Das spart einiges an Abfluggewicht und verlängert somit die Flugzeit. Die Steuerung sämtlicher Aufnahmefunktionen über den integrierten Touchscreen am Smartcontroller ist intuitiv, das erleichtert die Bedienung enorm. Ebenfalls positiv ist, dass die M300RTK viel leiser ist als die M210. Diese deutliche Reduktion des Geräuschpegels begrüssen wir sehr, weil unsere Arbeit dadurch noch weniger Aufmerksamkeit bei Unbeteiligten erregt. Die M300RTK bietet für unseren Zweck viele entscheidende Vorteile. Insgesamt ein tolles Arbeitsgerät.

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Die DJI M300 RTK mit montierter Zenmuse H20T im Einsatz bei Bouygues E&S EnerTrans

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Gerne stehen wir Ihnen für Auskünfte und Produktberatungen zur Verfügung. Fragen bitte jederzeit direkt an mailto:teamrc@brack.ch

Weitere Informationen zur Firma Bouygues E&S EnerTrans AG

bouygues-es-enertrans.ch

Maurice Lüscher

Maurice Lüscher

Product Manager RC & Modellbau

Ich bin bei BRACK.CH als Product Manager im Bereich RC & Modellbau tätig. Neben der Zeit mit meiner Familie bin ich gerne rasant auf den Schweizer RC Rennstrecken unterwegs. Technik hat mich seit jeher fasziniert. Ich tüftle gerne an meinen Modellen um diese nach Möglichkeit noch schneller zu machen. Begonnen habe ich mit dem Hobby im Alter von 14 Jahren.

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