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USB-C-Laptops ab 28. April 2026: So findest du das passende Netzteil

08.04.2026

Diese neue Verordnung trifft nun Laptops: Ab dem 28. April 2026 müssen neue Laptops in der Schweiz über USB-C ladbar sein und mindestens ohne Netzteil angeboten werden – eine Variante mit Netzteil ist optional. Aber welches Netzteil bringt die optimale Leistung für welchen Anwendungsfall?

XX–YY W: Die zwei Zahlen auf dem Etikett

Die neue Regelung ist sinnvoll: weniger Elektroschrott und reduziertes Ladegeräte-Chaos. Sie verlagert aber die Verantwortung. Wer bisher einfach das mitgelieferte Netzteil nutzte, muss künftig eher selbst entscheiden. Auf jedem neuen Laptop steht künftig eine Watt-Angabe, zum Beispiel 45-100 W. Die erste Zahl ist die Untergrenze: Darunter lädt der Laptop in der Regel nur sehr langsam oder nicht zuverlässig. Die zweite ist die ideale Zielmarke: Hier wird die maximale Ladegeschwindigkeit erreicht. Dazwischen liegt ein Kompromiss mit Konsequenzen.

Ein zu schwaches Netzteil kann dazu führen, dass der Laptop bei intensiven Aufgaben trotz angeschlossenem Kabel kaum lädt oder sich sogar leert. Der Handy-Lader ist dabei nicht kaputt, er spielt einfach in der unteren Leistungsliga.

Dazu kommt USB PD (Power Delivery): Das Protokoll, mit dem Laptop und Netzteil aushandeln, wie viel Energie sicher fliessen kann. Für Endkund:innen heisst das: USB-PD ist die «gemeinsame Sprache» fürs Schnellladen.  Gerade bei Leistungen über 15 W ist es nicht ein Bonus, sondern der Standardpfad. Und die Regel sagt vereinfacht: Zusätzliche Hersteller-Protokolle dürfen USB-PD nicht aushebeln. Ein kompatibles Fremdnetzteil darf also nicht künstlich verlangsamt werden, nur weil es kein Herstellerfabrikat ist. 

Wer braucht Watt?

Standard-Anwendungen: Wer meistens Mails schreibt und in Videocalls sitzt, kommt mit einem Netzteil knapp unter YY oft gut durch – solange nicht gleichzeitig noch Smartphone und Tablet dranhängen. Dann zählt die Gesamtleistung und wie sie verteilt wird, nicht nur die Zahl auf der Verpackung.

Bilder, Videos und Multi-Tasking: Wer mit Foto, Video oder vielen parallelen Apps arbeitet, kennt das frustrierende Muster: Netzteil drin, Akku sinkt trotzdem. Häufig liegt das daran, dass das Netzteil zwar über der Untergrenze XX liegt, die Zielmarke YY aber nicht erreicht. Bei Lastspitzen fehlt schlicht die Leistungsreserve .

Hinweis für Hochleistung: Für Workstation- oder Gaming-Laptops gilt das besonders: Unterhalb von YY kann der Akku trotz angestecktem Kabel langsam leerlaufen.

icon/info

Fünf vermeidbare Lade-Fails

«Lädt in Schneckengeschwindigkeit.» Netzteil unter XX oder knapp darüber.
«Lädt nur richtig, wenn ich nichts mache.» Zu wenig Reserve: Das Netzteil schafft Laden oder Arbeiten, aber nicht beides gleichzeitig.
«USB-C dran – warum geht Schnellladen nicht?» USB-C passt, aber Schnellladen hängt an zwei Dingen: USB-PD und genug Watt. Wenn Netzteil oder Kabel kein USB-PD unterstützen oder die Leistung unter der Laptop-Zielmarke (YY) liegt, lädt der Laptop zwar – aber langsamer.
«Am Dock lädt es schlechter als direkt.» Docks und USB-C-Monitore haben eigene Leistungslimits. Der Engpass liegt nicht am Laptop, sondern am Ladeweg.
«Kabel getauscht, plötzlich lädt es anders.» Nicht jedes USB-C-Kabel ist für hohe Leistung gebaut. Das Kabel ist oft die unscheinbarste Schwachstelle der ganzen Kette.

Orientierung im Sortiment

Im Shop wirken Netzteile schnell wie ein Meer aus Wattzahlen, Ports und Abkürzungen. Orientierung heisst hier: zuerst nach passender Kategorie filtern und dann mit XX–YY abgleichen, ob es wirklich passt.

Ein hilfreiches Vorgehen:

  1. Netzteile nach Bauart filtern: Galiumnitrid (GaN)-Netzteile sind oft kompakter, leichter und können Strom schneller passieren lassen. Das ist praktisch, wenn das Netzteil häufig im Rucksack landet. 
  2. Netzteile nach Leistungsklasse eingrenzen: Viele Shops sortieren grob nach 65-W- und 100-W-Klasse. Das sind keine Qualitätsstufen, sondern Abkürzungen, um schneller in die richtige Grössenordnung zu kommen. Danach entscheidet immer noch das Laptop-Etikett: Passt es zu XX–YY? In unserem Shop gibt es sogar Regler, wo diverse Parameter mit Mindest- und Höchstwerten definiert werden können.
  3. Kabel als eigene Kategorie ernst nehmen: Wer hohe Ladeleistungen will, sollte gezielt nach USB-C-Kabeln für Power Delivery und mit hoher Wattzahl suchen. Ein ungeeignetes Kabel kann der Grund sein, warum das Netzteil «eigentlich könnte», aber am Laptop weniger ankommt.
  4. Docks/USB-C-Monitore separat betrachten: Docks und Monitore mit Power Delivery sind bequem, weil ein Kabel für Bild, Daten und Strom reicht. Gleichzeitig können sie aber ein Limit haben. Deshalb lohnt sich der Abgleich: Liefert die Dock-/Monitor-Power Delivery genug für YY – oder wird es automatisch langsamer?

 

Ein Blick vor der Bestellung

Ab Ende April lohnt sich bei Bestellungen ein letzter prüfender Check: Liegt ein Netzteil bei? Was steht bei XX und YY? Ist USB-PD angegeben? Läuft das Laden über Dock oder Monitor – liefert die Zwischenstation genug? Eine Minute länger hinschauen, erspart hier vermeidbaren Frust und Rücksendungen .

Quelle Titelbild: ChatGPT (KI-generiert)

Maximilian Bauer

Marketing Manager Editorial Content

Ehemaliger Kulturjournalist, heute Unternehmenskommunikator mit B2B-Hintergrund in öffentlichen Institutionen und der Softwareindustrie. In meiner Freizeit dreht sich vieles um Technik in allen Facetten: eine zu grosse Gitarrensammlung, jede Menge Audio-Equipment und ungebrochene Musikleidenschaft. Dazu kommt das Fotografenauge – mit Schwäche für (leider) viel zu teure Kameras – und meine nostalgische Liebe zu PC-Spielen: von taktischen Shootern über Rollenspiele bis hin zu Strategie-Klassikern. Bei Brack darf ich über all das schreiben, was mich schon immer fasziniert hat.

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