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Das Surface Laptop Go 2 im Test – Einsteiger-Laptop der Luxusklasse?

Das Surface Laptop Go 2 ist ein ultraleichtes Notebook für genügsamere Anwendungen – kommt aber mit der Verarbeitung und dem Preis eines Premium-Laptops. Geht dieses Konzept auf? Was kann das Gerät und an wen richtet es sich? Wir haben es getestet.

Bei Laptops hängen Leistung, Verarbeitung und Materialien normalerweise stimmig zusammen. Einsteiger-Laptops mit weniger Leistung kommen normalerweise mit auch mit günstigeren Gehäusematerialien und einem niedrigen Preis. Teure Luxus-Modelle hingegen kommen üblicherweise mit leistungsstarker Hardware und Premium-Materialien. Das Surface Laptop Go 2 bricht aus diesem Schema heraus: Es verbindet die Surface-typische High-End-Verarbeitung mit der Leistung eines Einsteigergerätes. Ergibt das Sinn? Sehen wir es uns genauer an.

Look & Feel: der erste Eindruck

Laptop und Netzteil – der Lieferumfang ist spartanisch. Gerade mal 1127 Gramm bringt es auf die Waage. Filigran fühlt es sich aber trotz seines leichten Gewichtes nicht an. Das schlichte matte Aluminiumgehäuse mit dezentem Microsoft-Logo in Hochglanz-Finish strotzt vor luxuriösem Understatement. Jede Kante subtil abgerundet, jeder Materialübergang nahtlos – der Rechner wirkt in jeder Hinsicht edel, aber nicht pompös.

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Das Surface Laptop 2 – hier in Salbei-Grün – macht äusserlich schon was her.

Unser Testmodell kommt in der Farbe «Sage», also Salbei(-grün). Diese Farbe ist neu bei der 2022er-Variante. Das Surface Laptop Go 2 ist ebenfalls erhältlich in Eisblau, Sandstein und Platin.

Zu den Fakten: Das Gehäuse und die Tastaturabdeckung bestehen aus Aluminium. Für die Unterseite verwendet Microsoft ein Polycarbonatharz-Verbundsystem mit Glasfaser und 30% recycelten Post-Consumer-Materialien.

Die technischen Daten im Überblick

Unser Testmodell hat folgende Spezifikationen:

  • Intel Core i5-1135G7 Prozessor mit Iris Xe Grafik
  • 8 GB Arbeitsspeicher (LPDDR4x), 256 GB SSD-Speicher
  • 12.4" Touchdisplay mit 1536 x 1024 px Auflösung
  • 802.11ax WLAN (Wi-Fi 6), USB-A, USB-C
  • HD Webcam (720p), Fingerabdruckscanner

Das Surface Laptop Go 2 ist auch verfügbar in Varianten mit 4 GB Arbeitsspeicher und 128 GB SSD-Speicher. Diese verfügen aber über keinen Fingerabdruckscanner.

Anschlüsse und Kommunikation

Allzu viele Anschlüsse hat das Surface Laptop Go 2 nicht. Das ist aber normal für ein Kompaktgerät unter 13".

Links befinden neben einer 3.5-mm-Kopfhörerbuchse zwei USB-3.2-Anschlüsse der zweiten Generation (10 Gbps), davon einer im älteren Typ-A- und einer im neuen Typ-C-Formfaktor. Der USB-C-Anschluss unterstützt auch PowerDelivery zur Stromversorgung und den DisplayPort-Alt-Mode zur Verbindung mit einem externen Monitor. (Bestätigung steht noch aus)

Was an der rechten Gehäuseseite wie ein Kartenleser aussieht, ist in Wirklichkeit der Surface-Connect-Anschluss. Dieser dient der Stromversorgung und zur Verbindung mit Surface Dockingstationen.

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Die Anschlüsse des Surface Laptop Go 2

Die Platzierung der USB-Anschlüsse ist für Rechtshänder etwas unglücklich, vor allem, wenn man eine Kabelmaus einstecken möchte. Bei einer solchen wird die Hälfte des Kabels für den Weg hinten am Gehäuse vorbei benötigt.

Bei der Drahtlos-Kommunikation gibt es nichts zu bemängeln: Internet- und Netzwerk-Zugriff geschehen über den neuen Wi-Fi-6-Standard. Für Drahtlos-Peripherie unterstützt es auch Bluetooth 5.1.

Bedienung und Display

Microsoft hat in der Surface-Reihe bewiesen, dass man etwas von Displays versteht. Das Display des Surface Laptop Go 2 hat zwar "nur" eine native Auflösung von 1536 x 1024 Pixeln. In Anbetracht der kleinen Bildschirmdiagonalen von 12.4" (31.5 cm) ist der Wert aber gut. Auch detailreiche Bildinhalte und kleine Textgrössen erscheinen knackig scharf.

Die maximale Helligkeit liegt bei rund 300 cd/m². Das ist absolut tageslichttauglich. Die Oberfläche ist aber nicht entspiegelt, weshalb man sich bei der Arbeit draussen wohl lieber ein Schattenplätzchen sucht.

Die Touchfunktion reagiert präzise und schnell auf Fingereingaben. Aktive Eingabestifte werden jedoch nicht unterstützt. Für Bildbearbeitung und Grafikanwendungen gibt es in der Surface-Familie besser geeignete Modelle.

Das Touchpad misst im Verhältnis zur kompakten Laptop-Grösse grosszügige 6.6 x 10 cm und reagiert schnell und zuverlässig.

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Das Touchdisplay funktioniert einwandfrei. Die Tastatur ist eher für Menschen mit kleinen Händen.

Dass der Laptop so kompakt ist, hat aber einen Nachteil: Die Tastatur ist sehr komprimiert, die Tasten recht klein. Für mich ist es gerade noch erträglich. Personen mit grossen Händen werden sich damit wohl nicht anfreunden. Der kurze Tastenhub und die klar spürbaren Auslösepunkte können aber absolut überzeugen. Die Tasten sind angenehm leise.

Kein Leistungswunder, aber ausreichend fürs Alltägliche

Wie bei allen Surface Laptop Go 2 Modellen übernimmt hier ein Intel Core i5-1135G7 Prozessor (4 Kerne, 8 Threads) mit integrierter Iris-Xe-Grafikeinheit sämtliche Rechen- und Grafikaufgaben. Sehen wir mal, wie es um die Leistung steht.

Im ersten Test verwenden wir Cinebench R23. Dieses Benchmark-Programm rendert ein Objekt unter Einbezug eines (Single Core) oder aller Prozessorkerne (Multi Core), ohne die Grafikkarte einzubeziehen. Im Single-Core-Test holt unser Testgerät eine sehr respektable Punktzahl von 1295 und kann sogar einige, ältere Desktop-Prozessoren aus dem Rennen werfen. Im Multi-Core-Test sind es eher mässige 3037 Punkte. Multi-Threading-intensive Anwendungen wie die Kalkulation an grossen Datensätzen oder Videorendering sind sicher nicht sein Metier.

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Aber das ist auch nicht der Anwendungsbereich dieses Laptops. Das Surface Laptop 2 ist kein hochspezialisiertes Grafik- oder Videorendering-Monster, sondern ein Alltags-Notebook für einfache Anwendungen wie Office, Surfen im Internet, Multimedia, Videotelefonie oder vielleicht zwischendurch mal ein genügsameres Spiel.

Sehen wir uns also an, wie gut es in diesen Bereichen performt. Dazu verwenden wir das Benchmark-Tool PCMark 10, welches alltägliche Büroanwendungen simuliert.

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Hier gibt es keine grösseren Überraschungen. Das Surface Laptop Go 2 performt knapp unter dem Niveau eines durchschnittlichen Büro-Laptops von 2020, was in Anbetracht des Einführungsdatums des hier verbauten Prozessors (Ende 2020) zu erwarten war.

Alltägliche Aufgaben wie Office-Arbeiten, Videos oder Webbrowsing laufen flüssig und ohne spürbaren Ruckler oder Verzögerungen.

Kühlung und Performance im Stresstest: Kann der Rechner die Leistung halten?

Im Vergleich zum Vorgänger soll das Surface Laptop 2 etwas leiser geworden sein. Das kann ich bestätigen. Der Rechner ist wirklich leise. In den oben beschriebenen Alltagsanwendungen gibt er keinen Mucks von sich. Erst bei anspruchsvolleren Aufgaben muss die Kühlung einspringen. Und auch die ist nicht sonderlich laut oder störend.

Gleichzeitig stimmt mich das aber etwas misstrauisch. Normalerweise bedeutet eine leisere Kühlung auch weniger Kühlleistung. Weniger Kühlleistung resultiert wiederum in mehr Wärme, woraufhin der Prozessor gedrosselt werden muss (Throttling) und die Leistung einbricht. Nur die wenigsten Laptops sind ausreichend gekühlt, um unter Dauerauslastung konstant hohe Performance zu halten.

Schauen wir, ob das Surface Laptop Go 2 eines davon ist. Ich stressteste den Prozessor 10 Minuten lang mit Prime95, welches ihn an seinen Anschlag bringt, und schaue, wie sich die die Temperatur und die Prozessor-Taktraten verhalten.

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Kurzfristig viel Leistung, aber bei Dauerbelastung lässt sie schnell nach

Die kurze Boost-Taktung von über 4 GHz hält der Prozessor nur wenige Sekunden. Danach stabilisiert er sich für einige Sekunden auf knapp unter 2.5 GHz. In dieser Phase klettert die Prozessortemperatur aber auf fast 80 °C. Dann drosselt der Prozessor seine Taktraten massiv herunter auf 1.5 GHz und kriecht die restlichen 9 Minuten im Gletschertempo durch die Kalkulationen.

Zusammengefasst: Kurzfristig bringt der Rechner viel Leistung, weshalb er sich im Alltag, beispielsweise beim Laden eines Programmes, auch schnell anfühlt. Hardwareintensive Tasks über einen längeren Zeitraum sind aber nicht seine Stärke.

Reparierbarkeit und Nachrüstungen

Bei der Ankündigung des Surface Laptop Go 2 betonte Microsoft, dass das Thema Nachhaltigkeit bei der Hardware immer wichtiger werde. Deshalb gehören beim Surface Laptop Go 2 neben der SSD neu auch das C-Cover (Tastatur und Trackpad), das AB-Cover (Display), der Akku sowie das Surflink-Kabel zu den austauschbaren Komponenten.

Allerdings bedeutet das offenbar nicht, dass die Enduser selber Hand anlegen oder Komponenten austauschen könnten. Auf der offiziellen Herstellerseite schreibt Microsoft nämlich, dass das Gerät "keine vom Benutzer zu wartenden Komponenten" enthalte.

Die ursprüngliche Ankündigung mit den zusätzlichen, austauschbaren Komponenten bedeutet offenbar also einfach, dass Microsoft, beziehungsweise deren autorisierte Techniker, mehr Reparaturdienstleistungen anbieten können.

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Das Innenleben: für Endanwender kein Zugang vorgesehen (Quelle: Microsoft)

Unser Fazit

Das Surface Laptop Go 2 ist ein leichter, ausdauernder, leiser und einsteigerfreundlicher Laptop, der – zumindest in unserer Konfiguration (8 GB RAM, 256 GB SSD) – mehr als genügend Leistung für alltägliche Anwendungen liefert. Die günstigeren Konfiguration mit 4 GB RAM und 128 GB SSD dürften aber auch bei diesen schnell an ihre Grenzen kommen, zumal sich die Prozessorgrafik einen Teil der ohnehin schon knappen Arbeitsspeichers abzwackt und das Betriebssystem selber schon über 60 GB Speicherplatz belegt. Die Verarbeitung ist erstklassig – doch dafür muss man auch ziemlich tief in die Tasche greifen. Wer mehr Leistung für anspruchsvolle Grafik- oder 3D-Anwendungen braucht, findet in der selben Preisklasse performantere Geräte. Wer aber eine edles Touchdisplay-Notebook für Office-, Web- und Multimedia-Anwendungen sucht, macht mit dem Surface Laptop Go 2 nichts falsch.

Surface Laptop Go 2 bei uns im Shop

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Samuel Poznicek

Content Marketing Manager

Seit bald 30 Jahren schraube ich an PCs herum und verfolge die Entwicklungen in der IT und der Unterhaltungselektronik mit ungebrochenem Interesse. Bei BRACK.CH fand ich die Möglichkeit, Hobby und Beruf zu verbinden: Als Texter für die Bereiche Computing, Printing, Scanning und Mobile habe ich reichlich Gelegenheit, mich tief in neue Themen einzuarbeiten und die neuesten Entwicklungen und Trends einem breiten Publikum näher zu bringen.

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