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Chipkrise in aller Munde: Wenn der Speicher knapp wird

12.02.2026

Wer aktuell einen PC aufrüstet oder neue Hardware plant, bemerkt schnell: Speicherpreise schiessen in die Höhe, einzelne Modelle verschwinden und Liefertermine schwanken. Hinter der «Chipkrise» steckt 2026 vor allem ein Engpass bei Arbeitsspeicher (DRAM) und Flash-Speicher (NAND) – mit Folgen für Privatkundschaft und Unternehmen.

Kleine Chips, grosse Fragen

Es beginnt oft unspektakulär: Ein RAM-Kit kostet plötzlich nicht mehr «irgendwo um die 80 Franken», sondern um ein Vielfaches mehr . Eine SSD  , die gestern noch auf Lager war, taucht heute nur noch mit vagen Lieferangaben auf. Und ein eigentlich simples Upgrade wird zur Geduldsprobe, weil genau diese eine Komponente zur Engstelle wird.

Das wirkt wie ein Problem aus der Technik-Ecke. Tatsächlich steckt Speicher überall: im Notebook, im Auto, im Kassensystem und in den Serverräumen von Firmen. Wenn Speicher knapp wird, betrifft das nicht nur Technikfans, sondern uns alle – über Preise, Verfügbarkeit und die Auswahl an Geräten.

Kurze Definition: DRAM ist der Kurzzeit-Speicher, der mitentscheidet, ob ein Notebook zehn oder fünfzig Tabs gleichzeitig schafft. NAND ist der Langzeit-Speicher in SSDs – dort, wo Daten dauerhaft landen. Beides sind Kernbausteine moderner Technik, und beide stehen aktuell unter hohem wirtschaftlichem Druck.

Was an der Chipkrise 2026 neu ist

Die «Chipkrise» klingt nach einem einzigen Ereignis – 2026 zeigt sie sich eher als Wellenbewegung. Nach der breiten Halbleiterknappheit 2020-2022 hat sich vieles normalisiert. Doch aktuell steht vor allem Speicher unter Druck. Dahinter steckt nicht nur zu niedrige Produktion, sondern auch Marktlogik: Speicherhersteller optimieren von «möglichst vielen Chips» auf «möglichst rentable Chips». Kapazitäten werden entsprechend umgeplant – und die Verknappung an anderen Enden bemerken wir nun in Form steigender Preise und sinkender Verfügbarkeit.

Vom Preiscrash zur Produktknappheit

Wer 2022/23 PC-Teile gekauft hat, erinnert sich vielleicht an das Gegenteil: Die Preise waren im Keller, es gab ein Überangebot und aggressive Verkaufsoffensiven. Danach drosselten grosse Hersteller ihre Produktion, bauten Lager ab und stabilisierten Margen – typisch für Zyklusmärkte: Auf Überangebot folgt Rücknahme von Kapazität, und irgendwann kippt das Pendel wieder  Richtung Verknappung.

Das Resultat dieser Wellenlogik: Wenn Nachfrage später wieder anzieht, steht nicht automatisch Reservekapazität bereit. Die Fabriken laufen ohnehin nahe am Limit – und neue Kapazität entsteht nicht in Monaten, sondern in Jahren.

KI-Rechenzentren als Speicher-Magneten

Ein Haupttreiber der gestiegenen Nachfrage: KI-Infrastruktur. Die KI-Rechenzentren verschlingen Speicher in Grössenordnungen, die auf dem Consumer-Markt selten vorkommen – und sie kaufen nicht «irgendeinen Speicher», sondern besonders margenstarke Varianten. Dazu gehört High Bandwidth Memory (HBM), ein Hochleistungsspeicher, der vor allem bei KI-Beschleunigern zum Einsatz kommt. HBM und PC-RAM sind nicht identisch, aber sie konkurrieren um Produktionsressourcen, Kapazität und Investitionen.

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Grosse Reihen von Kühltürmen und Infrastruktur, die dafür sorgen, dass ein KI-Rechenzentrum kühl und funktionabel bleibt. Quelle: Southport Images | Adobe Stock

Hinzu kommt ein zweiter Faktor: Grosse Cloud-Anbieter sichern sich Liefermengen über langfristige Verträge. Wer früh und gross plant, bekommt eher Kontingente. Wer später kommt und nach Marktlage entscheidet, landet in der zweiten Reihe – genau dort, wo PC- und Consumer-Segmente aktuell häufiger stehen. Branchenberichte gehen davon aus, dass Rechenzentren 2026 einen sehr grossen Anteil der High-End-Speicherchips binden – teils ist von rund 70 % bei High-End-Speicherchips die Rede (Quelle: The Wall Street Journal).

Brack bemerkt nicht nur Preisänderungen am Markt

Andreas Habegger, Lead Category Components bei Brack, beschreibt die Lage als bereits spürbare Fakten: «Der Anstieg der Speicherpreise und die Speicherknappheit sind seit Wochen deutlich spürbar und Realität im gesamten Markt.»

Den spürbaren Wendepunkt verortet er im letzten Herbst: «Im September 2025 sind die Preise im Markt erstmals spürbar angestiegen.» Und er ergänzt, warum sich Verfügbarkeit heute unruhiger anfühlt als in ruhigeren Jahren: «Die Nachfrage ist zudem so hoch, dass wir aktuell nicht alle Kundenbestellungen und -projekte bedienen können. Die meisten Speicherhersteller lassen aktuell gar keine grösseren Projektanfragen mehr zu.» Es geht in der Konsequenz also um ein Marktumfeld, in dem selbst professionelle Händler deutlich eingeschränkter bestellen können als regulär.

Speicher leer: Konsequenzen für Kunden

Die Folgen zeigen sich oft subtil, aber spürbar – über alle Kundengruppen hinweg. Bei Brack sind seit dem dritten Quartal 2025 je nach Segment deutliche Bewegungen sichtbar:

Zahlen aus einer Marktanalyse von Brack | Zeitraum: Nov. bis Dez. 2025

  • DRAM: in einzelnen Segmenten bis zu +400 %
  • SSDs: seit Mitte Dezember 2025 teils nahe Verdoppelung
  • USB-Sticks / SD-Karten: teils ebenfalls nahe Verdoppelung
  • Festplatten (HDDs): +30 bis +50 %, Tendenz steigend
  • Grafikkarten: +5 bis +10 %, gleichzeitig mehr Modelle mit geringerer Speicherausstattung
  • Server-SSDs: teils doppelt bis dreifach, bei vielen Modellen kaum Mengen verfügbar

Wichtig ist die Einordnung der Daten: Das sind nicht «immer und überall» diese Prozentwerte, sondern teils segmentabhängige Ausschläge. Aber sie verändern das Gefühl von Planbarkeit. Ein Upgrade, das gestern verfügbare Normalität war, wird derzeit stark beeinflusst durch Zeitpunkt und Budget.

Verfügbarkeit wird zur Produkteigenschaft

In angespannten Märkten reagieren Hersteller häufig mit Variantenpolitik: andere Kapazitäten, variierte Bestückung oder Revisionen. Was das im Alltag heisst, zeigt sich besonders bei Notebooks und Komplettsystemen: Statt «diese Ausstattung, diese Lieferzeit» gibt es alternativ «eine ähnliche Ausstattung, aber …».

Dazu passt ein Begriff, der gerade wieder häufiger fällt: Spec-Downgrades. Gemeint sind Produkte, die bewusst mit weniger Speicher konfiguriert werden, damit sie verfügbar und preislich noch halbwegs im Rahmen bleiben – etwa bei Grafikkarten (weniger VRAM) oder bei gewissen Gerätevarianten. Auch Hersteller und Analysten verweisen darauf, dass Käufer bei hohen Speicherpreisen wieder stärker über Spezifikations-Abstriche nachdenken (Quelle: Reuters).

Der Plattformwechsel: DDR4 wird nicht automatisch günstiger

Ein weiterer Treiber wirkt im Hintergrund: Der Wechsel von DDR4 auf DDR5. Während neue Plattformen auf DDR5 setzen, laufen ältere Standards zunehmend auf «Restkapazität». Eine paradoxe Konsequenz daraus könnte sein: Gerade ältere Standards können zeitweise teurer werden, weil insgesamt weniger produziert wird – obwohl sie technisch älter sind. Das ist kein Naturgesetz, aber ein vertrautes Muster in solchen Übergangsphasen.

Unternehmen und Privatkunden sind betroffen

Die Engpässe entstehen in einem Markt, in dem Firmen und Grossabnehmer starke Signale setzen. Wer gross plant, erhält eher Kontingente und verschiebt die Balance.

Habegger erwartet deshalb eine strukturelle Bewegung im PC-Geschäft: «Im PC-Markt rechnen wir mit einer Verschiebung von Stückzahlen und Umsatz von lokalen Assemblierern hin zu den grossen, bekannten OEM-Herstellern .» Die Logik dahinter ist simpel: Original Equipment Manufacturer (OEMs, zu Deutsch Erstausrüster) können über Volumen, langfristige Planung und Verträge stabiler einkaufen.

Was das für Privatklientel bedeutet: weniger Vielfalt bei Nischen-Konfigurationen, mehr Standardvarianten – und ein Umfeld, in dem bestimmte Ausstattungen häufiger werden als andere.

Brack bleibt am Ball: Breiter aufgestellt gegen die Chipwelle

Eine globale Welle an Speichermangel lässt sich nicht wegdiskutieren oder umplanen. Was Brack aber seiner Kundschaft dieser Lage bietet, ist die vorausschauende Marktbeobachtung, kluge Beschaffung und transparente Kommunikation.

Habegger beschreibt die Strategie für den Umgang mit der Chipkrise: «Wir werden die Bemühungen deutlich intensivieren, unsere Einkaufskanäle zu stärken, weitere herstellende Unternehmen in unser bereits breites Portfolio aufzunehmen und bestehende Sortimente in der Breite auszubauen.» Im Kern geht es um Robustheit: Abhängigkeiten senken, Alternativen erschliessen und weitere Entwicklungen früher erkennen.

Operativ heisst das auch: Häufiger beschaffen, kleinere Tranchen und näher am Markt takten. «Sortimentseinkäufe und die Marktsondierung werden enger getaktet und verzahnt. Die Beschaffung wird in kleineren Einzelmengen, aber in einer deutlich höheren Anzahl Tranchen erfolgen.» Diese Massnahmen sind pragmatische Antworten auf Wellenmärkte, in denen Preis und Verfügbarkeit in kurzen Intervallen springen können.

Orientierung für Kund:innen

In der jetzigen Situation hält Brack seine Kund:innen informiert:

  • Konkrete Verfügbarkeitsinformationen: Die Informationen zur Verfügbarkeit «an Lager» oder mit realistischem Liefertermin werden aktuell und realistisch gehalten.
  • Entscheidungsfenster: Wer zeitkritisch plant, wartet besser nicht auf den letzten Moment.

Habegger formuliert die Empfehlung entsprechend klar: «Da vorerst keine Entspannung in Sicht ist, empfehlen wir zudem, dass unsere Kunden Beschaffungen möglichst zeitnah tätigen.» Ein Hinweis darauf, was der Markt derzeit belohnt: planvolles Timing.

Mittelfristige Speicherkrise: Brack als langfristiger Navigator

Die Speicherkrise 2026 wird kein kurzatmiges Phänomen bleiben. Marktforscher erwarten teils aussergewöhnliche Quartalsentwicklungen. Das Marktforschungsinstitut TrendForce schätzt für das erste Quartal 2026 Grössenordnungen bis 90-95 % bei konventionellen DRAM-Vertragspreisen gegenüber dem Vorquartal. Und auch wenn Investitionen in neue Kapazität laufen: Bis daraus spürbar mehr Ware wird, vergehen typischerweise viele Monate bis Jahre.

Für Kund:innen in der Schweiz heisst das:

Schwankungen sind möglich – bei Preisen wie bei Lieferterminen. Brack sorgt in dieser Lage für Orientierung: mit nachvollziehbaren Verfügbarkeitsangaben, klaren Lieferfenstern und einer Einordnung, was sich am Markt gerade bewegt – damit Anschaffungen planbar bleiben, auch wenn Preise und Modelle in Wellen kommen.

Simon Kiefl , Lead Category Computing bei Brack, resümiert: «Wir werden alles dafür tun, dass unsere Partner und Kunden bei ihren Anschaffungen so wenig Verzögerungen und Einschnitte wie möglich haben. Leider werden wir aber nicht verhindern können, dass es zu Einschränkungen kommen wird. Unsere Empfehlung ist, dass Kunden nach Möglichkeit auf Artikel in unserem Shop zurückgreifen, die wir aktuell an Lager haben oder die zumindest mit einem konkreten Liefertermin versehen sind.»

Damit Kund:innen in einer volatilen Speicherphase nicht im Nebel planen müssen, setzt Brack auf drei Grundsätze: verlässliche Kommunikation, effizientes Angebotsmanagement und vorausschauendes Lagerhandling. Das bedeutet: Brack informiert so transparent wie möglich über relevante Preis- und Verfügbarkeitsänderungen, damit Erwartungen realistisch bleiben. Angebote orientieren sich an den jeweils gültigen Herstellerkonditionen, um im laufenden Markt möglichst attraktive Preise weiterzugeben. Und um Engpässe abzufedern, arbeitet Brack mit strategischer Lagerhaltung und frühzeitigen Bestellungen. 

Wo bemerkt ihr die derzeitige Speicherkrise in eurem Alltag, und wie geht ihr damit um? Lasst es uns in den Kommentaren wissen.

 

Quelle Titelbild: KI-generiert | ChatGPT (via Sora)

Maximilian Bauer

Marketing Manager Editorial Content

Ehemaliger Kulturjournalist, heute Unternehmenskommunikator mit B2B-Hintergrund in öffentlichen Institutionen und der Softwareindustrie. In meiner Freizeit dreht sich vieles um Technik in allen Facetten: eine zu grosse Gitarrensammlung, jede Menge Audio-Equipment und ungebrochene Musikleidenschaft. Dazu kommt das Fotografenauge – mit Schwäche für (leider) viel zu teure Kameras – und meine nostalgische Liebe zu PC-Spielen: von taktischen Shootern über Rollenspiele bis hin zu Strategie-Klassikern. Bei Brack darf ich über all das schreiben, was mich schon immer fasziniert hat.

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